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Das letzte Gericht
Das letzte Gericht
Blitze zuckten am schwarzen Himmel und Donner krachte markerschütternd durch die unendlich kalte Nacht... Der Regen prasselte auf die Erde, mit all ihren Lebewesen hernieder, während Fluten von Wasser alles überschwemmten und unter sich begruben. Der tiefschwarze Himmel wechselte langsam seine Fabre in ein dunkles Lila, welches selbst bald erhellte- und so glühte der Himmel schließlich in flammendem Rot. Man hörte Kinder verzweifelt schreien, während es schien, als währe jede Macht, die den Menschen zur Verfügung stand, wehrlos gegen dieses Apokalypse ähnliches Geschehen.
Es war soweit.
Die Endzeit war angebrochen!
Irgendwo in all diesem Leid, zwischen Verzweiflung und Tod, lief ein 10 jähriges Mädchen durch die einsamen Gassen, auf der Suche nach einem Unterschlupf. Sie trug nur ein ganz dünnes Kleid, war nass am ganzen Körper und frohr fürchterlich. „Mama...." dachte es, „Papa..." Sie begann zu weinen. Die Tränen kullerten ihre Wangen hinab und vermischten sich mit den Regentropfen, die sie am ganzen Körper bedeckten. Die Eltern der Kleinen waren in ihrem Keller gefangen gewesen, als der Sturm hereinbrach. Sie waren ertrunken... Die Kleine lief, und lief, als währe der Tod hinter ihr her. Weg von den Blitzen, weg von dem Donner. Weg von den Schreien der Anderen.
Irgendwann konnte sie ihre Beine nicht mehr spüren, und ihre Füße bewegten sich wie von selbst. Ohne nachzudenken wohin, trieb sie nur der eine Gedanke: Weg von hier!
Die Straße unter ihr, hatte sich längst in einen kleinen Fluss verwandelt, und dem Fussteig erging es nicht besser, sodass das Laufen schwer wurde, und das Mädchen hinfiel. Kurz dachte sie daran aufzugeben, einfach hier liegen zu bleiben und zu sterben, aber dann riss sie sich zusammen und stand nocheinmal auf, denn in der Ferne erkannte sie eine Brücke, die noch nicht eingebrochen war. Mit letzter Kraft und starkem Willen kämpfte sie sich bis dorthin vorwärts und versteckte sich dann unter dem Bauwerk, das ihr sehr stabil und schützend vorkam.
Wimmernd und zitternd kauerte sie auf dem kalten, nassen Boden und war ganz allein. Ein Blitz zuckte, nur haarscharf neben der Brücke vorbei herab und schlug direkt in einer alten Eiche ein. Der Baum begann zu brennen und krachte dann mit enormer Wucht in benachbarte Bäume, die sofort ebenfalls Feuer fingen.
Das völlig verängstigte, kleine Mädchen rückte noch ein Stück nach hinten, hatte aber nicht den Mut sein vorerst sicheres Versteck zu verlassen. Auch wenn die Kleine noch nicht ganz begriff, was um sie herum geschah, wusste sie, das es kein Entkommen für sie gab. Der Sturm schien immer und immer schlimmer zu werden, und einfach kein Ende nehmen zu wollen. Sie hatte furchtbare Angst und wünschte, sie könnte sich an irgendetwas klammern. Doch da war nichts, ausser einer kalten, nassen Brückenwand und einem brennenden Baum.
Plötzlich hörte sie eine Stimme hinter sich: „Ist hier noch Platz?" Die Kleine erschrak fürchterlich und drehte sich um, zu sehen, wer da war. Die Person, der die Stimme gehörte war ein ungefähr 16 Jahre alter Junge. Er hatte blondes Haar und war genau wie sie, durchnässt am ganzen Körper. Was er anhatte glich eher ein paar Fetzen, als Anziehsachen, denn überall waren sie verdreckt oder kaputt. Er selbst sah ebenfalls fürchterlich heruntergekommen aus, so, als hätte er sich tagelang nicht gewaschen, oder im Freien übernachtet. Die Kleine hatte vor ihm fast noch mehr Angst, als vor dem Unwetter, wagte aber nicht zu widersprechen und antwortete mit einem „Ja" Er kam langsam näher und setzte sich neben sie.
„Wie heißt du?" Fragte er mit einem müden Lächeln und die Kleine antwortete „Kaori"
Einige Minuten blickten beide stumm auf das Schauspiel das draussen stattfand. Kaori versuchte krampfhaft ihre Tränen zurück zuhalten, weil sie keine Schwäche zeigen wollte, vor dem Fremden. Schliesslich jedoch, rannen sie wieder über ihre Wangen und die Kleine vergrub ihr Gesicht in den Armen. Da sagte der Junge leise: „Du musst keine Angts haben, Kaori. Ich bin ein Geandter Gottes, weißt du."
Er blickte hoch, zum Himmel, und besah sich das schreckliche Schauspiel, doch scheinbar schien es ihn nicht im mindesten zu erschrecken. Es sah so aus, als würde es ihm regelrecht gefallen. Die brennende Eiche, war inzwischen umgestürtzt und auf die anderen Bäume neben ihr gekracht, die, trotz ihrer Nässe und des unaufhörlichen Regens, Feuer fingen. Blad schon, stand der gesamte Wald in Flammen. Die Funken stiebten und die Luft war erfüllt von Tierlauten. Grausame Laute.
Nach einer Weile meinte er dann: „Es ist spät, du solltest schlafen"
„Ich kann nicht" entgegnete das Mädchen. Sie hatte das Gefühl dem Fremden vertrauen zu können, konnte sich aber nicht erklären weshalb. Er strahlte etwas aus, fand sie. Wärme. Kraft. Schutz. Genau das, wonach sie gesucht hatte, eben. Wie ein rettender Engel kam er ihr vor, und sie glaubte an ihn, und daran, dass er sie retten, ihr helfen würde. „Soll ich dir eine Gute-Nacht-Geschichte erzählen?" Fragte der Junge freundlich. Sie lächelte und legte ihren Kopf auf den Schoß des Fremden, wo dieser bereits eine kuschelige Decke ausgebreitet hatte. „Gerne" antwortete sie. Er lächelte wieder und begann dann, zu erzählen: „Es war einmal...... ein Kleines Mädchen, dessen Eltern gestorben waren. Sie hockte unter einer Brücke und war ganz allein........ Sie fror und hatte große Angst vor den blitzen und dem Regen, bis ein fremder Junge zu ihr kam.
Sie kannte den Grund nicht, weshalb all diese Dinge eigentlich geschahen - aber er. Der jüngste Tag war angebrochen- es war die Strafe Gottes für alle Sünden der Menschheit. Gott wollte sie alle vernichten..." Der Junge lächelte sie an. „Der Junge......" Fuhr er fort „ war ein Gesandter Gottes." Das Mädchen schaute ihn an, und sah das erste Mal, wirklich in seine Augen. Es erkannte nun, das sie nicht waren, wie gewöhnliche Augen eines Menschen. Sie waren kalt und leer. Zunächst verstand sie nicht Recht, aber langsam wurde ihr klar, das er ihr nichts gutes wollte. Ganz und gar nicht.
Plötzlich glitten seine Hände zu ihrem Hals, und er begann, ihr die Luft abzuschnüren. Die kleine wollte schreien, konnte aber nicht. Sie trat und schlug wild, und mit aller Kraft um sich, doch der Andere war viel stärker als sie. Dann liessen ihre sowieso nur noch kläglichen Energiereserven nach, und sie schloss die Augen. Leblos, lag ihr kleiner Körper nun, auf dem Schoß des „Gesandten".
„Und so tötete der Junge, das ame Kleine Mädchen. Es war Gottes Wille"
beendete der Unbekannte seine Erzählung und blickte auf sein Opfer hinab. „Schade eigentlich" dachte er, und stand dann auf..................