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Das Lachen und der Staat

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23.03.2003
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Das Lachen und der Staat

>> Personale Interaktionseinheit #^x743Hp8cywat.Hrt
zugeteilt Mensch Nr.203678930081. Andrew. GHx813. sector 55.10
GHx813, ehemals Mannheim. sector 55.10
date 2495-11-3 &09.03 p.m.
Störfall Omega

Schluss damit!
>> Andrew. GHx813. sector 55.10
Ich höre nicht auf!
[Pause. Nachdenken]
Nur für heute. Ich gehe schlafen.

>> PI #^x743Hp8cywat.Hrt
date 2495-11-4 &06.57 a.m.
Automatischer Weckmodus

Aufstehen, Andrew!
>> Andrew. GHx813. sector 55.10
Ich bin schon wach. Ruf die Seite von gestern abend auf, net-nr:498726. Ich will anfangen.
>> PI #^x743Hp8cywat.Hrt
Seite unterliegt Sicherheitssperre Phi3. Seite kann nicht aufgerufen werden.
>> Andrew. GHx813. sector 55.10
Umgehe Sicherheitssperren. Setze das Programm ein. Du weißt schon, das, das ich gestern geschrieben habe, Beta12.
>> PI #^x743Hp8cywat.Hrt
Berechneter Code ist korrekt.--Lade Seite--bitte warten--Seite geladen.
>> Andrew. GHx813. sector 55.10
Dann werde ich es nochmal versuchen...

Der schmächtige Junge stand vor dem Spiegel, aus dem ihm ein ernstes Gesicht entgegen blickte. Wieder zog er die Mundwinkel nach oben, öffnete den Mund und kniff die Augen leicht zusammen. Dann begann er mit den Geräuschen. Mal klang es glucksend, dann quiekend, dann krächzend. Noch nicht wirklich „richtig“, doch er würde weiter üben. Es war unvorstellbar, was er da tat; es war sogar verboten. Seit über einem Jahrhundert hatte es kein Mensch mehr getan, seit die gesamte Gesellschaft von Computern kontrolliert wurde. Hätte man ihn bemerkt, so wäre er höchstwahrscheinlich verhaftet worden, denn zu dem, was Andrew da übte, würde keine Maschine je in der Lage sein. Es war die größte Gefahr, der der techniorectane Staat je ausgesetzt gewesen war.
Was Andrew da tat, war der grotesk anmutende und noch unbeholfene Versuch, zu lachen.

>> PI #^x743Hp8cywat.Hrt
Hör sofort auf damit! Sonst muss ich es der Zentrale melden!
>> Andrew. GHx813. sector 55.10
Ich kann nicht! Wenn ich jetzt aufhöre, vergesse ich es vielleicht wieder, und dann werde ich nie wissen, was das ist.
>> PI #^x743Hp8cywat.Hrt
Du darfst es auch nicht wissen! Wenn die Zentrale bemerkt, dass du wieder Informationen aus der Schwarzen Zone aufgerufen hast -
>> Andrew. GHx813. sector 55.10
Schwarze Zone? Wieso stellt der Zentralcomputer die Daten über dieses... „Lachen“ unter Verschluss?
>> PI #^x743Hp8cywat.Hrt
Keine weiteren Informationen verfügbar.


>> Andrew. GHx813. sector 55.10
Sekundärcomputer Hauptschalt- und Informationszentrale, übertrage Personale Interaktionseinheit #^x743Hp8cywat.Hrt auf Portablen Monitor Nr. 203678930081.
>> PI #^x743Hp8cywat.Hrt
date 2495-11-15 &02.34 a.m.

Ich habe dir gesagt, du setzt dein Leben aufs Spiel... In die Hauptschalt- und Informationszentrale des Zentralcomputers einzudringen ist irrational und gefährlich.
>> Andrew. GHx813. sector 55.10
Ich bin aber schon drin. Wo geht’s lang?
>> PI #^x743Hp8cywat.Hrt
Den nächsten Korridor rechts und dann geradeaus in den Raum.
>> Andrew. GHx813. sector 55.10
[Raum betreten. In den Computer einloggen]
Ich brauche den Code. Setze Decodierungsprogramm Beta12 ein.
>> PI #^x743Hp8cywat.Hrt
--decodiere Daten--bitte warten--
Passwort: dflk°6842f384.join
>> Andrew. GHx813. sector 55.10
[Passwort eingeben]
So... ich bin drin. Suche nach Daten mit dem Inhalt der Seite net-nr:498726. Inhalt: „Emotionen“; spezifizierter Inhalt: „Lachen“. Übergehe Sicherheitssperre.
>> PI #^x743Hp8cywat.Hrt
Vorgang beendet. Lade Daten auf Portable Informationsspeichereinheit.
>> Andrew. GHx813. sector 55.10
[PISE aus PISE-Laufwerk nehmen]
>> Andrew. GHx813. sector 55.10
[PISE abspielen]

Alte Fotografien und Videoaufnahmen liefen über das PISE-Display. Bilder von lachenden Menschen, von glücklichen Menschen, von lächelnden Menschen, von fröhlichen Menschen, von freudestrahlenden Menschen; Bilder von Menschen, wie sie seit über einem Jahrhundert nicht mehr existierten.
Ungläubig starrte Andrew auf die Zeugnisse einer Zivilisation, die von der totalen Machtübernahme des Zentralcomputers, der Universellen Kontrollübernahme im Jahr 2382, grundlegend verändert worden war.

[Ein durchdringendes, schrilles Dröhnen. Die Wände erzittern scheinbar im periodisch flackernden Licht.]

>> Andrew. GHx813. sector 55.10
Was ist das?!!
>> PI #^x743Hp8cywat.Hrt
Andrew! In den heruntergeladenen Daten war ein Sperrcode versteckt! Du hast den Alarm ausgelöst, als du sie abgespielt hast!
>> Andrew. GHx813. sector 55.10
Verdammt! Was bedeutet das?!
>> PI #^x743Hp8cywat.Hrt
Die Sicherheitsvorrichtungen der Zentrale sind der Personalen Interaktionseinheit nicht zugänglich. Andrew, ich weiß es nicht.
>> Andrew. GHx813. sector 55.10
Oh... was mache ich denn jetzt?!
>> PI #^x743Hp8cywat.Hrt
Zuerst: Keine Panik. Schalte meine Lasersensoren aus, das wird deine Lokalisation erschweren.
>> Andrew. GHx813. sector 55.10
Schon erledigt. Aber... es gibt doch Sensoren in den Wänden, im Fußboden, überall!
>> PI #^x743Hp8cywat.Hrt
Falsch. Das ist ein verbreitetes Gerücht.
>> Andrew. GHx813. sector 55.10
Wie kann das sein? Der Zentralcomputer wird doch nicht zulassen, dass sein Machtzentrum gegenüber menschlichen Übergriffen ungeschützt bleibt!
>> PI #^x743Hp8cywat.Hrt
Er rechnet nicht damit, dass es dazu kommt.
>> Andrew. GHx813. sector 55.10
Aber er ist eine Maschine! Er kann logisch denken, er kann alle Möglichkeiten vorausberechnen!
>> PI #^x743Hp8cywat.Hrt
Still, versteck dich. Du bietest die perfekte Zielscheibe, wenn du hier herumstehst.
>> PI #^x743Hp8cywat.Hrt
Er kontrolliert die Menschen. Alle. Wohl außer dir. Er hat sie teilnahmslos und gefügig gemacht, sie wollen von der Wahrheit nichts wissen. Das Leben ist so bequem geworden. Sie werden nie etwas ändern. Bequemlichkeit macht gleichgültig. Gleichgültigkeit macht berechenbar.
>> Andrew. GHx813. sector 55.10
Und ich?
>> PI #^x743Hp8cywat.Hrt
Emotionen sind unberechenbar.
>> PI #^x743Hp8cywat.Hrt
Du kannst etwas ändern, ich kann es nicht. Auch ich habe einen Sperrcode. Ich bin revolutionsunfähig, meine Handlungen beschränkt. Nur du kannst handeln.
>> Andrew. GHx813. sector 55.10
Wie kann ich-
>> PI #^x743Hp8cywat.Hrt
Andrew! Zeige ihnen das Lachen. Weck sie auf.
>> Andrew. GHx813. sector 55.10
Aber...
>> PI #^x743Hp8cywat.Hrt
Das Kernstück der Zentrale liegt am tiefsten Punkt eines unterirdischen Komplexes. Es gibt einen Tunnel, ich weiß nicht, wo.
>> Andrew. GHx813. sector 55.10
Erzähl weiter - halt! Was ist das?!
>> PI #^x743Hp8cywat.Hrt
Was? Meine Sensoren sind ausgeschaltet. Beschreibe es.
>> Andrew. GHx813. sector 55.10
Da ist was aufgeblitzt, etwas Silbernes.
Klein, mit irgendwelchen Drähten. Und da war ein Zischen! Gerade eben! Computer, das ist das Sicherheitssystem! Sie schießen! Und da, an der Decke! Da öffnen sich Röhren! Was soll ich machen?! Wo soll ich hin?!
>> PI #^x743Hp8cywat.Hrt
Lauf!

Das ließ sich Andrew nicht zweimal sagen. Er sprang aus der Nische, in die er sich verkrochen hatte, und rannte los, wie er noch nie zuvor in seinem Leben gerannt war. Nun hatten ihn die Sensoren des Zentralcomputers entdeckt, und das Sicherheitssystem schleuderte aus den Löchern in der Decke und mobilen Kugeln, die Andrew auf blitzschnellen Rädern folgten, dampfende und zischende Strahlen auf das Ziel, das hakenschlagend, hüpfend und springend auswich. Panisch schlug er immer wieder Kurven ein, wechselte die Richtung, verriegelte Türen hinter sich und raste auf Händen und Knien durch röhrenfreie Tunnelsysteme, um sich in Sicherheit zu bringen.

>> Andrew. GHx813. sector 55.10
Computer! Ich kann nicht mehr!
>> PI #^x743Hp8cywat.Hrt
Dort, die Klappe!
>> Andrew. GHx813. sector 55.10
Da pass ich doch nie durch! Das ist doch bloß...
>> PI #^x743Hp8cywat.Hrt
Sie kommen!
>> Andrew. GHx813. sector 55.10
Ich bin ja schon drin... ist das eng hier... Ich passe grade so eben hier rein. Aber ich brauche einen absolut sicheren Verschlusscode!
>> PI #^x743Hp8cywat.Hrt
Andrew, wie wär's, wenn du die Metallstange dort davor klemmst?
>> Andrew. GHx813. sector 55.10
...oh! Und was mache ich jetzt? Ich weiß nicht, wo ich bin, und ich komm hier nicht raus, draußen warten diese schießenden Dinger auf mich! Wäre ich doch nie hier her gekommen...
>> PI #^x743Hp8cywat.Hrt
Wo du bist, kann ich dir nicht sagen. Aber einen Ausgang aus dem Versteck. Dreh dich um, soviel Platz hast du gerade. Direkt hinter dir ist eine Klappe, sie führt in ein Lüftungssystem. Dieser Schrank hier befindet sich in der Wand. Hinter der Schiebeklappe beginnt der Alte Komplex, eine Art Tunnelsystem. Es stammt aus der nichttechniorectanen Zeit, als die Computer noch von Menschen bedient wurden.
>> Andrew. GHx813. sector 55.10
Wohin führt es? Nach draußen oder noch tiefer in dieses Gebäude? Ich bin die ganze Zeit nach unten gerannt, ich müsste inzwischen schon unter der Erde sein.
>> PI #^x743Hp8cywat.Hrt
Das stimmt. Es gibt mehrere Tunnelröhren, nicht sehr breit, aber du müsstest hindurchpassen. Fast alle führen tiefer unter die Erde; nur eine führt nach draußen. Vielleicht ist sie inzwischen eingestürzt. Aber es ist eine einzige Möglichkeit, hier herauszukommen.
>> Andrew. GHx813. sector 55.10
Ich versuchs.

Andrew drehte sich um, fand eine stabil aussehende Metallplatte, die fest an die Wand genietet war, trat mit den Füßen dagegen und stellte fest, dass sie dünn und schlecht befestigt war – anscheinend wurde dieses System nicht mehr gewartet. Ein gezielter Tritt verbog sie wie dünnes Blech, ein weiterer löste sie und sie landete scheppernd in der dunkle Röhre. Andrew spähte hinein; der Tunnel war schwarz wie die Nacht und voller Schatten. Er verdrängte sein Unbehagen mit dem Gedanken an das, was ihn hinter der Klappe, die ihn verbarg, erwartete, und kroch kopfüber in die Röhre.

>> Andrew. GHx813. sector 55.10
Geradeaus?
>> PI #^x743Hp8cywat.Hrt
Siehst du eine Abzweigung?
>> Andrew. GHx813. sector 55.10
Schon gut, ich frag ja nur. He, hier geht’s nicht weiter!
>> PI #^x743Hp8cywat.Hrt
Doch, guck mal nach oben.
>> Andrew. GHx813. sector 55.10
Oh. He, da ist ein Licht!

Andres stemmte sich gegen die Wände und schob sich den horizontalen Verlauf des Tunnels entlang. Er blickte starr nach oben dem Licht entgegen, um nicht nach unten sehen zu müssen, wo sich der schwarze Tunnel wie der Rachen einer Schlange erstreckte. Schließlich gelangte er zu einer weiteren Klappe, aber stabiler als die, die ihn vor der Entdeckung durch die Kugeln bewahrt hatte. Sie war aus massivem Eisen, besaß aber zwei Griffe, und als Andrew die Wand abtastete, fühlte er eine Leiter. Er atmete auf, stellte seine Füße auf die Sprossen und entlastete seine angespannte Rückenmuskulatur, während er mit den Händen die Griffe umklammerte. Ihn überkam das angenehme Gefühl, wenn doch noch nicht am Ziel, doch das Schwierigste überstanden zu haben. Er holte tief Luft und stemmte mit aller Kraft das Gitter hoch.

>> Andrew. GHx813. sector 55.10
Es geht nicht!
>> PI #^x743Hp8cywat.Hrt
Kann es auch nicht. Dort ist eine elektronische Sperre.
>> Andrew. GHx813. sector 55.10
Das blinkende Kästchen dort? Das scheine ich übersehen zu haben... Ich brauche den Code.
>> PI #^x743Hp8cywat.Hrt
Woher soll ich den haben? Tret mal dagegen... Denk dran, die Anlage ist uralt.
>> Andrew. GHx813. sector 55.10
Oh. Und jetzt? Geht’s direkt nach draußen? Ah, sie ist offen! Gut, ich pass durch!


Andrew lehnte sich an die glatte Außenwand der Zentrale, nach Atem ringend. Sein Blick wanderte über das monotone Metallgrau der techniorectanen Welt.
Er presste die im PISE gespeicherten Daten an sich. Jetzt wusste er, was er zu tun hatte.
Aus seiner Brust drang ein befreites Lachen.

 

Ein makrotypographischer Fauxpass.

Das kursiv Geschriebene las sich flüssig, ziemlich gut erzählt, spannend. Man kann sich gut hineinversetzten in deine Story.

Und dann kommen die Dialoge. Ein Horror! Die Ganzen Zaheln, einmal dick geschrieben einmal dünn!

Die Dialoge konnten mich nicht so richtig übezeugen.

Fazit: In einem Film stören solche Zahlenketten wohl kaum sie gehen beim einen Ohr rein beim anderen raus.
Aber bei einer KG muss man sie sozusagen lesen. Und das stört schon.
Des Weiteren ergehst du dich bei den Dialogen in ermüdender Breite.

trotzdem, insomma, eine ganz gute KG.

lg hank

 

Hallo Hank!

Die Zahlenketten musst du nicht lesen, du kannst sie auch überfliegen.

Zudem sind sie nicht einmal "dick", einmal "dünn" geschrieben, sondern das fett Geschriebene hat einen Sinn: Das eine ist nämlich der Name des Computers, ergo des Dialogpartners. Es ist nicht zum Lesen gedacht, sondern zu Identifikation des Sprechers. Das in normaler Schrift Geschriebene sind Codes, die man - falls sie zu lang sind - auch verkürzen kann. Diese kommen aber nur drei- oder viermal vor. Ohne Codes aber wäre die Geschichte unrealistisch, denn wer lässt wichtige Daten schon ungeschützt?

Das Problem mit meinen Dialogen kenne ich - zu lang, zu breit, zu ausschweifend. Hab mir schon gedacht, dass das in der Kritik kommt ;). Ich werde sie etwas kürzen. Die Dialoge verdeutlichen allerdings die Computerdenkweise, während das Kursive die menschliche Sicht zeigt, die allerdings unterdrückt wird. Mich würde aber interessieren, was genau dich an den Dialogen gestört hat. Was daran sollte man weglassen, ohne dass das Verständnis erschwert wird?

Danke für deine Kritik!
Mfg, xka

 

Obschon ich es in meiner Kritik erwähnt habe, mach dir keine Gedanken ob der Dick Dünn Kursiv SChreibung.

Manchen mag es ja gefallen, aber die dialoge sind mir zu saltatisch.
Es mag sein, dass sie der Geschichte den nötigen Schwung versetzen, wie so oft will mein Gehirn nicht akzeptieren, dass sie gelungen sind, was sie wahrscheinlich sind.

Aber Hank wäre nicht Hank, wenn er keinen Makel (für sich) finden würde.

Nevertheless hat mir diese deine KG gefallen.

 

ich finde die dialoge gar nicht so langatmig. und die typo ist auch eindeutig. ich glaub hank war einfach zu besoffen, um die struktur zu erkennen.

die geschichte ist gelungen und stimmig. und interessant. und was will man mehr?

 
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gusch, depperter!

Anmerkung des Moderators: Solche und ähnliche Postings werden gelöscht. Und es wird darüber auch nicht in diesem Forum diskutiert werden.
Bitte reißt euch am Riemen, klar?
Ende der Durchsage.

 

Hallo xkaxre,
am Anfang der Geschichte muß man die Zahlen schon ganz durchlesen, sie könnten ja irgendeine Bedeutung haben. Oder Du könntest fieserweise mehrere Gesprächspartner mit sehr ähnlichen Nummern teilnehmen lassen (z.B. weil sie kurz nacheinander registriert wurden oder irgendeine Verbindung zueinander haben). Erst nach ein paar Wortwechseln wird klar, daß man nur noch ungefähr auf das Muster der Schrift achten muß, um zu wissen, wer spricht.
Was ich anders gemacht hätte: Du erzählst die kursiven Teile in der Vergangenheit. Die Dialoge haben aber eine dramatische Note, die dem Leser das Gefühl vermittelt, das alles würde genau jetzt stattfinden, als könnte man dabei sein. Beim ersten kursiven Abschnitt hat mich die Vergangenheitsform dann irritiert - ich dachte, da wird ein Teil von früher erzählt. Daher würde ich entweder die Dialogteile ebenfalls prosaisch erzählen (wodurch die Dialoge auch besser in die Handlung integriert und Emotionen deutlich werden), oder die kursiven Teile im Präsens verfassen, um auch diese so ins Jetzt zu versetzen.

 

xka,
Jetzt bin ich mal dran. Den Dialog der Personalen Interaktionseinheit mit Andrew so aufzubauen finde ich als Idee nicht schlecht, obwohl dann fuer mich persoenlich eine Schwaeche dieser Konstruktion sichtbar wird: Die Flut von technischem Kleinkram, die m.E. die Handlung darauf reduziert, eine Stange beiseite zu schieben, eine Wand einzutreten, sich mal umzudrehen oder nach oben zu gucken. Das war vereinfacht, aber ist mir als Story zu wenig.

Den Ueberbau wiederum finde ich in Ordnung. Computer haben die Herrschaft an sich gerissen. Wird sicher irgendwann eintreten. Dass Lachen verboten wird, glaube ich nicht, aber wenn die Geschichte darauf aufbaut: nun gut. Noch einmal: Dieses ganze Fluchtgedoens haette ich nicht gebracht. Das bringt die Story nicht voran, und dann bleibt nicht mehr viel uebrig.

Ich haette vermutlich versucht, Menschen etwas erfinden zu lassen, was Lachen von Computern gleich kommt, um dadurch ihr Verstaendnis fuer das Lachen von Menschen zu foerdern. Aber das waere dann eine andere Geschichte.

Gruss,

Claudio

 

@Eni:
Danke für deine Kritik! Also sooo fies, dass ich bei den Ziffern jeweils die letze unterschiedlich mache, bin ich ja nun nicht :shy: Zu den Erzählzeiten:
Ich habe die erste Stelle, wo die Erzählart wechselt, nochmal gelesen. Du hast Recht, v.a. an dieser ersten Stelle entsteht leicht der Eindruck, es würde sich um alte Bilder handeln... Ich werde die Stelle allerdings nicht ändern, denn: Ich schreibe Prosatexte aus Prinzip nicht im Präsens, weil sich das ansonsten meist liest wie Kindergeschichten; Präsens macht oft guten Stil zunichte. Ich vertraue hier auf die Auffassungsgabe des Lesers und hoffe, dass man den eventuellen Fehler beim nächsten Zeitwechsel bemerkt. ;) Werde mal sehn, ob ich die Stelle vielleicht eindeutiger ausdrücken kann, aber im Augenblick hab ich da noch keine passende Idee.

@Claudio:
Auch dir danke für die Kritik. Du hast Recht, dass die Geschichte keine komplexen Handlungen beinhaltet. Sie erhebt aber auch gar keinen Anspruch darauf. Ich habe Wert auf die Atmosphäre gelegt: Die Dialoge verkörpern die "neue" Welt; es gibt keine emotionale Wertung, die in normalen Beschreibungen zwangsläufig einfließt. Die Dialoge könnten auch die Sicht des Computers darstellen. Als Gegensatz dazu stehen die kursiven Textstellen.
Natürlich wird niemals das Lachen verboten werden, aber wir werden auch wohl kaum jemals allein von Computern "regiert" oder vollkommen unterdrückt werden. Es ist eben Fiktion... und wie gesagt, das eigentlich Wichtige ist die Intention, die aus der Umsetzung (hoffentlich und zumindest ansatzweise) erkennbar werden sollte :teach:

mfg
xka

 

Hallo xkaxre,

Die Geschichte fand ich interessant zu lesen, auch wenn ich ab und zu vor lauter "über die zahlen" springen auch unbewusst über den ein oder anderen Dialog „geflogen“ bin. Zeichen dafür, dass diese mir stellenweise wohl etwas zu langatmig waren.

Es bleiben aber viele Fragen offen, für meinen Geschmack zu viele, aber das ist nur ne persönliche Sache.

Ein Abschnitt hat mich beim Lesen gestört:

Andrew drehte sich um, fand eine stabil aussehende Metallplatte, die fest an die Wand genietet war, trat mit den Füßen dagegen und stellte fest, dass sie dünn und schlecht befestigt war – anscheinend wurde dieses System nicht mehr gewartet.

Irgendwie verweigere mein System die Aufnahme dieser Kausalkette als logisch ;) Erst stabil, dann tritt man mal dagegen, dann offen und plötzlich schlecht gewartet? Oeee...??

Ansonsten hat's mir aber gefallen, ne nette Story.

Das war’s auch schon von mir,

Liebe Grüße,

Thomas

 

@Thomas: Danke für deine Kritik!

Zur bemängelten Stelle: Ich finde sie durchaus logisch. *erklär*:

Andrew drehte sich um, fand eine stabil aussehende Metallplatte, die fest an die Wand genietet war, trat mit den Füßen dagegen und stellte fest, dass sie dünn und schlecht befestigt war – anscheinend wurde dieses System nicht mehr gewartet.

Die Platte ist nicht stabil, sie sieht nur so aus. Wenn man dagegen tritt, fällt sie aus der Halterung. Das bedeutet, dass sie dünn und lose ist, woraus man schließen kann, dass sie nicht oft gewartet wird. Sonst wäre sie besser in Schuss.
Alle Klarheiten beseitigt? :D

Mfg
xka

 

Eine depremierende Zukunft, die du uns da schilderst.
Noch dazu sehr gut. Die Idee ist hervorragend, der Protagonist zumeist überzeugend dargestellt (auch wenn seine Angst bei der Flucht nicht überzeugend wirkt).
Der Computer ist mir persönlich etwas zu emotional , er wirkt mir nicht wie eine echte Rechneranlage, sondern schon mehr wie ein eingesperrtes, gefühlsbetontes Leben.

Aber alles in allem eine gute Story

lg Hunter

 

Hallo Hunter!

Danke für dein Lob :D
Ok, die Flucht ist etwas hölzern - aber ich bin einfach noch nicht geübt darin, sowas spannend zu schildern. Muss erst noch mehr Geschichten schreiben ;)

Zum Computer: Die Personale Interaktionseinheit von Andrew ist absichtlich emotional dargestellt, als Gegenpol zur kalten, technischen Welt in Andrews Umgebung. Er ist sozusagen Andrews einziger Freund dort. Eigentlich sollte sich die PI während der Geschichte entwickeln, noch etwas emotionaler werden - aber sowas passt dann doch besser in einen Roman. Kurzgeschichten sind dazu halt nicht umfangreich genug.
Aber wenn die Story perfekt wäre, wäre mir das auch ziemlich unheimlich :D

Mfg
xka

 

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