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Das Kleidchen

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28.06.2003
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Das Kleidchen

Das Kleidchen

Es lebte in einem Dorf ein kleines Hirtenmädchen. Das Kind war sehr arm und hatte nur ein einziges, schäbiges, altes Kleidchen, mit vielen Flicken daraufgenäht. Jedes Jahr im Frühling ging es mit der Schafherde in die Berge und blieb dort, bis der Winter kam. So auch dieses Jahr.
Eines Tages kam ein Bursche an ihrer Hütte vorbei, der auf der Walz war und sich im Gebirge verirrt hatte. Als er das Mädchen erblickte, freute er sich sehr, denn er war lange Zeit einsam gewesen. Aber das zerrissene Kleid des Mädchens macht ihn traurig, und er sprach zu ihr: "Du bist ein armes Kind, ich will sehen, ob ich nicht ein neues Kleidchen für dich habe." Und er griff in seinen Rucksack und zog ein neues, hübsches Kleidchen heraus.
Aber das sagte das Mädchen: "Ach, Bursche, du bist lieb. Aber ich habe nur dieses eine Kleidchen hier, und das ist meines. Das Kleidchen, das du mir geben willst, ist viel hübscher als meines, und doch kann ich dein Kleidchen nicht nehmen, weil ich nur das meinige tragen kann."
Als der Bursche das hörte, wurde er sehr traurig, und er ging weg und irrte betrübt weiter ...

 

Hallo frohmut und herzlich willkommen hier. :-)

Hm - eigentlich ein nettes, wenn auch sehr kurzes Märchen ... nur verstehe ich nicht recht, warum der Wanderer 1) so schrecklich traurig wurde und 2) warum er direkt wieder weggegangen ist? Ich kann ja verstehen, dass er es nicht nachvollziehen konnte, dass das Mädchen sein Kleid nicht annehmen wollte. Auch wenn er ein bisschen eingeschnappt wäre, würde ich das begreifen. Aber dass er, obwohl er sich doch zunächst so über die Anwesenheit des Mädchens gefreut hat, einfach ohne ein Wort weiterzieht will mir nicht recht in den Sinn.
Ach ja: Warum hat er ein Kleid in seinem Rucksack dabei? Oder ist damit einfach neutral "Kleidungsstück" gemeint ...

Über die Sprache kann ich nicht viel sagen; mir ist kein Fehler aufgefallen und sie ist dem Märchenstil angepasst.
Ich kann mich nur nicht des Gefühls verwehren, dass die Moral - oder sanfter ausgedrückt, die Aussage - des Märchens an mir vorüberging. Vermutlich willst Du darauf hinaus, dass der Bursche die Einstellung des bescheidenen Mädchens nicht verstehen konnte und so wie er vielleicht die meisten Menschen denken - aber mir kommt seine Reaktion - das Fortgehen - ein bisschen übertrieben vor. Hm.

LG
Ginny

 

Hey, Ginny, danke, dass du mir so schnell etwas zu meiner Geschichte geschrieben hast. (Kaum hatte ich's geschickt, kam schon deine Nachricht.)
Weißt du, die Geschichte ist mir an einem Abend in den Sinn gekommen, an dem ich geglaubt habe, ich kann einfach am Leben und den Erfahrungen eines Menschen vorbei etwas tun, was eben diese Lebensgeschichte schlicht und einfach durch mein Tun aufhebt und verändert und heilt. Diesen für mich damals traurigen Irrtum habe ich mit diesem holprigen Märchen versucht zu verarbeiten.
Liebe Grüße
Friedrich

 

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