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Das Kleid
Ich zog mir das Kleid über meinen nackten jungen Körper. Der Stoff fühlte sich kratzend auf meiner Haut an und der Saum des Kleides reichte mir bis über meine Knöchel. Mit dem Lippenstift meiner Mutter zog ich mir die Lippen von außen nach innen, nahm ein paar Tropfen Parfüm auf die Finger und rieb mir damit die Ohrläppchen ein.
Unten vor der Haustür trieb der Schweiß unter meinen Achseln. Vorsichtig bewegte ich mich wenige Schritte vom Haus weg. Immer mit dem Gedanken im Kopf umzukehren, hineinzugehen, nach oben zu steigen, zurück in die Wohnung. In meinen Schutzraum. Jedoch wollte ich es ausprobieren. Egal wie kurz der Augenblick meines Anblicks in der Öffentlichkeit werden sollte.
Ich ging hinter das Haus und um das Haus herum. Vorbei an den Mülltonnen, die Straße einmal runter und wieder rauf. Doch niemand schien meine Verwandlung zu bemerken. Gingen sie doch von einer dümmlichen Wette unter Jungs aus? Oder war mein Spiel eines Mädchens in der Vorpubertät so überzeugend?
Zwischen meinen Schenkeln spürte ich den frischen Wind durch das Kleid hinauf steigen. Fühlte, wie sich eine Gänsehaut über meine Hoden niederlegte und mein Penis seltsam erregt härter wurde. Auf meinem Rückweg ging ich über den Hof. Vorbei an rauschenden Büschen, singenden Vögeln und über mir Bäume, die sich sacht wiegten, als ein großer Mann auf mich zukam. Alle Szenarien spielten sich gleichzeitig in meinem Kopf ab und Panik attackierte meinen Körper. Ein Zittern und Zucken, ein unsicherer Gang – all das muss sichtbar gewesen sein. Der Mann und ich berührten uns im Vorbeigehen. Es war wie ein Händelhalten in Zeitlupe. In meinem Kopf sah für ich für einen Bruchteil von Sekunden ein Bild...
Ich spürte die kräftigen Hände förmlich über meinen Körper fahren, mir das Kleid nach oben ziehen, sein Becken fest gepresst an meins. Seine warmen Lippen küssten meine Ohrläppchen, seine Zunge leckte über die Mitte meines Nackens bis zum Haaransatz nach oben.
Er war schon weitergegangen, ich war weitergegangen, als das Bild verschwand. Er drehte sich um, ich drehte mich um und er pfiff mir nach.
Ich rannte los, um die Ecke, auf den Bürgersteig, wieder zur Haustür, rannte nach oben in die Wohnung, stellte mich vor den Spiegel und legte mir die Hände auf die Schenkel und zog sie langsam nach oben in meinen Schritt, so wie er es gemacht hatte in meinem Bild.
Camper Williams