Das expressionistische Nagetier
"Na ja, jedenfalls meinte Tom so zu mir, Alfred hätte ihm doch gesagt, dass das mit Mille und Sine nischt wird. und wenn de mich fragst wusste ich das schon von vorn herein. Was willste auch erwarten bei....blablaba", Nicki schien nicht mehr aufzuhören. Ist sie einmal in ihrem Element, ist es schwer sie zu stoppen. Das wäre so als würde man versuchen mit dem kleinen Finger einen ICE anzuhalten. Ich weiß nicht woher das kommt, dass ich mich immer mit Leuten abgeben muss, die mir tierisch auf die Nerven gehen. Ist das selbstzerstörerisch? Jedenfalls zerstört es dir genau die Zellen im Gehirn die dafür zuständig sind, dass man hört. Nicki hatte eine sehr schrille Stimme. Während sie also so erzählte, starrte ich in den Park hinein. Auf einer Linde unweit von unserer Bank saß ein Eichhörnchen, ganz friedlich. Es zwinkerte mir zu, aber nur mit einem Auge.Und wie ich so zurückzwinkerte sprach es:"Hey du,interessierst du dich für moderen Kunst?" "Ich? äh naja also ( ich wollte unbedingt was intellektuelles sagen)eigentlich nicht ( mh, nicht sehr intelligent)."sagte ich."Aha. Also ich finde die expressionistische Kunst der Zwanziger ist ist heute noch so aktuell wie damals. Es manifestiert sich sozusagen ein Eindruck beim Betrachten dieser Werke, dass die schaffenden Künstler willkürlich und doch geplant arbeiteten.", meinte das Nagetier geschwichtig." Mh, ich glaube du hast recht, aber jetzt muss ich gehen. Siehst du Nicki ist auch nicht mehr da."entgegnete ich. " Adieu mon ami!" rief das Eichhörnichen und dann war es auch schon verschwunden.
Langsam öffnete ich meine schweren Lider. Noch etwas verschwommen sah ich meinen alternativen Kunstlehrer, welcher mit ausholenden Armbewegungen uns den Expressionismus der Zwanziger erklärte. "Ich sollte wirklich früher ins Bett gehen." dachte ich mir.