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Das Beben des Verstandes

Seniors
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02.06.2001
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Das Beben des Verstandes

Du wirst sterben.
Ein Gedanke, der dich längst nicht mehr erschaudern lässt. Es ist eine simple Gewissheit, die sich in Furcht kleidet. Du siehst von deinen Schulbüchern auf, erschlagen von Fakten, Daten und geheimnisvollen Formeln einer dir fremden Welt.
Du schließt die Augen und blickst in deinen Kopf. Einst gab es nur einen großen Superkontinent. Dieser zerbrach. Wie dein Verstand. Und das Beben in deinem Verstand verursacht Schmerzen. Du weißt, du kannst die Welt nicht besiegen. Unüberwindbare Hindernisse stellen sich dir in den Weg. Das Zeitalter der Freuden, der Triumphe, der Begierde zu leben ist fahle Erinnerung, begraben unter Tonnen an Verantwortung.
Niemand wird sich die Mühe machen, nach dir zu forschen. Du bist vergessen. Bereits morgen bist du vergessen.
Der Mond, dieses der Erde entrissene Fleisch, speit kalte Dunkelheit über dich und die Deinen.
Kälte.
Du musst dich endlich befreien, von dieser Kälte. Du stürmst hinaus in die Nacht, lässt alles verlorene Wissen hinter dir. Nichts hält dich. Diese tote Scheibe über dir kündet vom Ende der Welt. Dein Herz pumpt unaufhörlich Blut. Du schnappst nach Atem, alsbald du auf die Straße blickst: Metallene Monstren blenden dich, warten auf dich, warten auf dein Fleisch. Sie belauern dich. Und du weißt: Jeder Schritt könnte dich in den Abgrund reißen. Der Asphalt unter dir scheint das Tor zur Unterwelt zu sein. Lichtkegel bohren sich in deinen erkaltenden Leib. Wütend kreischen diese Wesen hinter dir. Bewerfen dich mit Worten, die dir so fremd sind, wie die Welt, in die du ahnungslos hinein geboren wurdest.
Die Deinen gehen an dir vorbei, und du möchtest dein Elend in ihre Gesichter rufen. Aber das Getöse, Gekreische, diese Kakophonie deiner Welt, die dir so fremd geworden ist, erstickt dich.
Du resignierst.
Du senkst den Kopf. Du verweigerst dich diesem hässlichen, dunklen Antlitz der Deinen. Sie sind eine gigantische Woge des Fleisches. Morgen werden ihre Gerippe zu Staub zerfallen. Worte quillen aus ihren Mündern. Du verstehst nicht, was sie sagen. Du begreifst nicht, weshalb sie es sagen.
Du vernimmst ein Lachen. Es klingt wie Donnergrollen. Du hast den Punkt erreicht, an welchem sie bizarren Entitäten gleichen, die deine Gedanken in sich sammeln, um dich zu vernichten. Sie sind die Götter der neuen Zeit. Sie herrschen über dich. Sie sind vom Olymp herabgestiegen; Sie haben Tempel erschaffen, die deinen Leib verschlingen und dein zermahlenes Fleisch ausspucken.
Du opferst deinen Verstand auf dem Altar des Wahnsinns, um Ihre Gunst zu gewinnen. Du ahnst, dass es falsch ist; Aber ihr geheiligtes Blut flutet deinen nutzlosen Leib; Ihr geheiligtes Fleisch bedeckt deine sündhaften Knochen.
Sie sagen dir, du stündest in ihrer Schuld. Du betest sie an, aber deine Fürbitten schmerzen. Bittere Worte in deinem Mund. Du kannst es nicht länger verleugnen: Du bist von ihrem Glauben, diesem falschen Glauben abgefallen. Doch du kannst nicht obsiegen.
Du senkst deinen Kopf.
Sie werden dich bestrafen, das weißt du. Du hebst den Kopf und starrst in den Schlund der Hölle. Finstere Dämonen wuseln durch die Eingangspforte. Dein Atem stockt dir. Du musst dich abwenden. Sie beobachten dich. Sie harren deiner Seele. Nein, du kannst sie nicht bekämpfen. Ihre Riten, ihre tausendfachen Bibeln, ihre digitalen Mythen zwingen dich in ihren Bann.
Du kennst ihre Worte. Es sind die Gesetze der Götter: Tue dies, besiegle dein Schicksal mit Seelenblut, sprich dies, sprich das, ergreife unsere Hand, tue Buße, sei unser Diener, unser Gefangener, gib uns deinen Leib. Und: Gib uns deine Gedanken. Und deine Ängste. Und deine Freuden. Gib.
Du erzitterst, und es ist nicht der kalte Regenschleier, der dich gegen deinen Willen mit Kälte füttert. Du sehnst dich nach Freiheit, doch das Opfer ist hart bemessen: deine Existenz.
Aber existierst du real? Die Erkenntnis erschüttert dich. Dein Ich wird in Worten, Sätzen, Kommentaren, Zahlenkolonnen, Daten erfasst. Du bist ein Blatt Papier, mehr nicht. Und dieses Blatt Papier werden deine Götter mit einem Achselzucken zerknüllen. Ich war niemals real.
Sie haben dich von Geburt an allem beraubt, was dieses Ich entstehen hätte lassen können. Du bist ihr Leib, ihr Fleisch, ihr Blut, ihre Gedanken. Du bist nicht real. Du bist eine abstrakte Vorstellung. Morgen wirst du vergessen sein. Morgen wirst du niemals existent gewesen sein.
Du setzt dich auf eine Parkbank, schlägst deine Hände schützend vor dein Gesicht und weinst den Schmerz des Begreifens, während deine Götter Kraft aus deiner Schwäche beziehen.
Eine Bogenlampe erhellt kurz ein menschliches Gesicht. Es ist nur ein kurzes Aufflackern, dessen du gewahr wirst. Die Illusion eines Ich. Dein Verstand driftet weiter auseinander. Deine Götter trösteten dich, sagten dir, eine Hand werde sich auf deine Schulter legen und dir warmherzig zusprechen.
Und plötzlich überströmt dich Hass. Als wäre dein Blut durch Gift ersetzt worden, spürst du diesen unmenschlichen Hass durch deine Adern fließen. Dein Gesicht - endlich ist es dein Gesicht! - spiegelt sich in einer Pfütze.
Du bist schmutzig, zerrinnst in winzigen Kreisen. Die Luft, die du atmest, brennt wie Feuer in deinen Lungen. Flammen züngeln hoch, verzehren dich in ihrem Verlangen nach einem Ende deiner Demütigungen. Du brichst vollends auseinander. Du weißt, dass es Zeit zu handeln ist.
Du bist eine Flammensäule des Hasses, stehst auf, starrst in dunkle Gesichter, in schwärzeste Finsternis. Du blickst in einen Abgrund unauslotbarer Tiefe. Einen Wimpernschlag lang wird heute zu gestern und morgen zu heute. Ihr Fleisch verfault an ihrem Leib. Nichts erinnert dich an deine Existenz. Du bist bloß ein einsamer Gedanke inmitten einer sterbenden Zivilisation.
Du weißt, es ist Zeit zu gehen. An deinen Fingern klebt Blut.
Du gehst.

 

Hallo Rainer,

in aller Regel gefallen mir deine Geschichten sowohl vom Stil, als auch vom Inhaltlichen. Diesmal nur vom Stil.

Inhaltlich stehe ich total auf dem Schlauch. Anfangs sehe ich einen Schüler vor mir, der vor seinen Büchern sitzt, wobei da schon das Sterben-werden irritiert. Aber ich laß weiter, in der Hoffnung den Hintergrund zu erfahren. Dann wird von Göttern gesprochen, ich weiß es sind Metaphern, aber wofür? Und ohne diese Erkenntnis weiß ich , dass ich etwas stilistisch gut erzähltes gelesen habe, allerdings blieb mein Hirn unterwegs auf der Strecke. Wer sind die Götter, wer ist das Ich, weshalb der Hass, woher das Blut? - nur einige meiner Fragen.

Einmal übrigens wechselst du kurz in die Ich-Form: "Achselzucken zerknüllen. Ich war niemals real." Glaube, du wolltest "Dein Ich war niemals real" schreiben.

Hab vielleicht was überlesen, was für das Verständnis der Geschichte maßgeblich ist. Wenn ja, solltest du diesen Hinweis deutlicher formulieren. So, wie ich sie gelesen habe, ist sie: stilstisch, sprachlich gut, Aussage: effektheischend und sinnleer.

Bzgl. des Aspektes Medias res: Entweder zuviel medias res, da zuviel erläuterndes Dumherum fehlt, oder/und gleichzeitig zuwenig, weil die Handlung (im Kopf) sich nicht entwickelt. Hoffe, du verstehst, was ich damit ausdrücken will und nimmst mir die klaren Worte nicht übel. Es werden sicher noch welche kommen, die deine Geschichte auf Anhieb verstehen.

Gruß vom querkopp

 

Servus Rainer,

ein stilistischer Leckerbissen. Die Götter sind für mich die leeren Dinge des kapitalistischen Lebens, Konsumgüter. Die Götter sind jene, die uns die Welt wie sie heute ist als das beste auf Erden darstellen und natürlich erwarten, daß wir das gefälligst zu akzeptieren haben.

Ihre Riten, ihre tausendfachen Bibeln, ihre digitalen Mythen zwingen dich in ihren Bann.
Du kennst ihre Worte. Es sind die Gesetze der Götter

deshalb habe ich die Geschichte so gelesen. Der Protagonist sitzt im Park, geht auf der Straße, dabei schießen ihm diese Gedanken durch den Kopf. Der Erlernte, das Exiasiterende hat keine bedeutung, ist seine Erkenntnis, nichtmal das eigene Leben.

Bezeichnend auch die Stelle, wo er denkt, man habe ihm statt Blut Gift in die Venen gerspritzt.

Morgen wirst du niemals existent gewesen sein.

Morgen wirst die niemals gewesen sein, klänge in meinen Ohren poetischer.

 

Dank euch für das Feedback!

@ querkopp
Das "Ich" ist kein Fehler sondern Absicht.
Wenn du inhaltlich auf dem Schlauch stehst, ist das hingegen keine Absicht. Die Geschichte sollte bekanntlich für sich selber stehen und keiner Erklärung bedürfen.
Echnatons Lesart deckt sich mit meiner so ziemlich: Es ist die totale Sinnlosigkeit seines Seins, das dem Protagonisten zu schaffen macht. Er weiß, dass seine Welt lediglich aus Fakten besteht, die auch ohne ihn Bestand haben werden und verzweifelt daran. Schließlich ist auch er auf "ein Faktum" reduziert worden, dank elektronischer Erfassung.

Ich muss natürlich zugeben, dass dieser Text sich erheblich von meinen "inhaltsgeprägten" Geschichten unterscheidet. Das "Drumherum", das Querkopp anspricht, fehlt hier völlig. Mir erschien es für die Aufgabenstellung richtig, vor allem auch im Kontext der Geschichte: Knallharte Fakten, klare Bilder, um die Ohnmacht des Protagonisten angesichts dessen zu erklären, was mit ihm geschieht.

 

Hallo Rainer!

Mir erging es ein wenig wir Querkopp und auch ich hatte zuerst den Schüler vor Augen, beim Weiterlesen dann aber nicht mehr und ich war neugierig, was da noch alles kommt. Das Ende gab mir ebenfalls Rätsel auf, viele Hintergrundfragen (Wer ist mit "Du" gemeint? / Was hat das Blut zu bedeuten?) blieben unbeantwortet. Letzteres liegt wohl wirklich an der In Medias Res-Aufgabenstellung.
Durch deine Erklärung mit der totalen Sinnlosigkeit des Seins ist mir die inhaltliche Bedeutung des Textes allerdings klarer geworden.

Stilistisch ist die Kurzgeschichte einwandfrei; alleine deswegen lohnt es sich, den Text zu lesen. :thumbsup:

Gefallen hat mir die Geschichte gut, auch wenn sie sich von anderen deiner Storys unterscheidet und diesmal wohl in die philosophische Richtung geht.

Viele Grüße,

Michael :)

 
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Seas Rainer!

Da steh ich nun, ich armer Tor!
Und bin so klug als wie zuvor...

Bezeichnet für deine Geschichte, da sie mich, besonders zu beginn, an das Faustthema erinnert und andererseits kann sie wohl auch Unverständnis auslösen.
Ich dennke, deine Geschichte drückt weniger die Minderwertigkeit, als die Abwertung des Ichs durch andere aber auch durch sich selbst aus. Durch das ständige Bemühen, gut zu sein und den modernen Göttern (Kommerz, Macht, Geld, "Metall") zu dienen, gibt man sich selbst auf, bis zu dem Punkt, an dem man merkt das nichts mehr von einem übrig ist.
Sollte das die Botschaft sein, dann empfinde ich ein bisschen so wie querkopp, wenn er sagt "effektheischend und sinnleer". Liegt aber wahrscheinlich daran, dass ich perönlich diese Art der Argumentation und Weltansicht ziemlich abgedroschen, ausgelutscht und als ungerechtfertigte Entschuldigung für das "Böse" in einem selbst sehe. Die aber nur subjektiv.

Deine Erzählung zeichnet sich nicht nur durch ihre stilistische Brillianzz aus, sondern auch durch ihre Bilder, wie du die Dinge darstellst und vor allem dadurch, dass sie in der 2. Person einzahl verfasst worden ist. Letzteres passt sehr gut zu in medias res.

Ob die Gschichte als ganzes Werk in medias res ist, kann ich nicht wirklichh beurteil. Im Grunde wahrscheinlich schon, aufgrund des einstiegs, allerdings hatte ich nicht wirklich das Gefühl, dass die Geschichte vorangetrieben wird. Tja, schwer...

Fazit: eine bildgewaltige, stilistische Glanzleistung, deren Qualität mehr durch die Aussagekräftigkeit als durch die Aussage selbst besteht.

Note: 2-

Liebe Grüße nach Linz, Peter

 

Hallo, Rainer!

Dein wort- und bildgewaltiger Text, dessen Inhalt stark philosophisch geprägt ist, nimmt in seinem Verlauf an Spannung zu, weshalb er m. E. die Aufgabenstellung getroffen hat. Wie in Woltochinons Einreichung, steht auch hier der Kampf, der mit sich selbst ausgetragen wird im Vordergrund. Der Mensch denkt, zweifelt und erkennt, bis sein Verstand bebt. All das, was ihn umgibt, hat seinen Sinn verloren.

Die Deinen gehen an dir vorbei, und du möchtest dein Elend in ihre Gesichter rufen. Aber das Getöse, Gekreische, diese Kakophonie deiner Welt, die dir so fremd geworden ist, erstickt dich. Du resignierst.
Der Prot. hat die Hoffnung auf Hilfe aufgegeben und die Seinen erkennen dessen wahren Zustand nicht. Alles zerbricht.

Sehr gelungen und nachhaltig wirkend!


Ciao
Antonia

 

Große Bilder, gewaltig eingesetzt. Vom Äußeren macht dein Werk sehr viel her. Das einzige, das mir übel aufgestoßen ist, waren die teilweise abgehakt zu lesenden und zu kurzen Sätze. Besonders am Anfang hatte man dabei Das Gefühl eines holprigen Ritts als einem fließenden dahingleiten ...
Kleines Beispiel, was ich meine:

Du schließt die Augen und blickst in deinen Kopf. Einst gab es nur einen großen Superkontinent. Dieser zerbrach. Wie dein Verstand. Und das Beben in deinem Verstand verursacht Schmerzen. Du weißt, du kannst die Welt nicht besiegen.
Es gefällt mir einfach vom abgehaktem Aufbau nicht. Aber da du der erfahrene Autor bist denke ich, das du dir dabei etwas gedacht hast - lässt du mich daran teilhaben?

Vom Hintergrund her hat es mich nicht wirklich umgehauen, was du aber durch die Erzählweise imho wieder ausgleichen kannst.

Alles in Allem denke ich, das dir eine gute Geschichte von der Feder gesprungen ist, die durchaus lesenswert ist. Auch wenn ich nicht weis, wie gut sie zu der Thematik "in medias res" passt.

in dem sinne,

The Angellus

 

Moin Rainer,

"Der Kreis schließt sich" - das ist das abstrakte Konzept, dem die Geschichte nach meinem Gefühl mehr folgt als "in medias res". Zumal die Handlung hier hauptsächlich im Kopf stattfindet. Es sind Gedanken, und Gedanken sind selten geradlinig, und deshalb habe ich ein Problem mit den hauptsächlich im Kopf stattfindenden Geschichten hier im challenge. Andererseits ist "Du wirst sterben" ein sehr direkter Einstieg. Aber es kommt ja nicht nur auf den ersten Satz an.

Lassen wir das mal außen vor: Die ungewöhnliche Du-Perspektive ihast Du konsequent und stilistisch anspruchsvoll durchgezogen. Die "Message", also die Resignation aufgrund der eigenen Bedeutungslosigkeit, kommt hervorragend rüber, der Höhepunkt mit dem (Selbst)Hass wirkt nicht aufgesetzt, sondern konsequent.

Fazit: sprachlich und inhaltlich Klasse, aber (meiner Meinung nach) nicht in medias res.

Uwe

 

Ich stimme mal wieder den Ausführungen von Uwe zu. Er trifft genau das, was ich auch sagen wollte, bloß akzentuierter.

(Dafür sollte ich mir mal ein Makro zulegen :D )

Die Sprache fand ich faszinierend und habe den Text verschlungen. Nur während des Lesens habe ich mich immer gefragt, was eigentlich das Ziel ist, wohin die Reise geht. Erst am Ende konnte ich den Bogen schlagen und bei "in media res" müsste dieses doch an und für von Anfang an klar sein, oder hab ich das jetzt falsch verstanden?

Liebe Grüße, Thomas

 

Lieber Rainer!

Ich bin absolut beeindruckt von Deiner Geschichte! Nicht zuletzt natürlich davon, daß Du Dir für „in medias res“ kein SF-Thema, das hier gewiß leicht unterzubringen gewesen wäre, sondern ein derart philosophisches ausgesucht und das auch noch perfekt umgesetzt hast! :thumbsup:

Ansonsten möchte ich mich hier vor allem Antonia, sowie Echnaton anschließen.
Deine Geschichte ist in meinen Augen sehr wohl „in medias res“ und gut noch dazu, jedoch glaube ich, kann sie nur derjenige so lesen, der mit dem Inhalt von Anfang an keine Probleme hat. Wer den Inhalt nur langsam oder gar nicht entschlüsseln kann, für den geht „in medias res“ vermutlich verloren. So, wie wenn man bei einem Krimi den Anfang nicht mitbekommt...


Ein paar Stellen würde ich noch nachkorrigieren:

»Worte quillen aus ihren Mündern.«
- „quillen“ ist eher ein sehr veralteter Ausdruck, finde, daß sich „quellen“ besser anhört – aber das ist Geschmacksache, wollt´s nur gesagt haben. ;)

»Du verstehst nicht was sie sagen. Du begreifst nicht, weshalb sie es sagen.«
- verstehst nicht, was

»Du bist von ihrem Glauben, diesem falschen Glauben abgefallen.«
- „abgefallen“ klingt ziemlich schräg/brutal... wie wärs mit „abgekommen“?

»Du sehnst dich nach Freiheit, doch das Opfer ist hart bemessen: Deine Existenz.«
- nachdem „deine Existenz“ für sich kein Satz ist, gehört es meiner Meinung nach klein

»Du weißt, dass es Zeit ist zu handeln.«
- schöner fände ich „dass es Zeit zu handeln ist.“

»Du bist eine Flammensäule des Hasses. Du stehst auf. Du starrst in dunkle Gesichter. Du starrst in Finsternis. Du blickst in einen Abgrund ...«
- hier finde ich die „Du“ ein bisschen zu gehäuft
- vor „Finsternis“ würde ich zumindest ein „die“ einfügen, oder ein Adjektiv, z.B. „schwarze“


Alles liebe,
Susi

 

@ Häferl
Danke fürs Rauspicken der Fehler! Die korrekte Beistrichsetzung werde ich wohl erst dann lernen, wenn Österreich Fußballweltmeister geworden ist.

Du wirst lachen: Ursprünglich wollte ich mit einer Art Zombie-Geschichte antanzen. Hüstel... Es freut mich aber, wenn ich - gleich pos. oder neg. - überrascht habe. Nichts ist langweiliger als Stagnation. Also muss es auch mal was Neues sein. Ob der Leser etwas damit anfangen kann, hängt davon ab, wie weit er diese Gefühle an sich heranlassen kann. Für mich bedeuten diese Sätze unheimliche Intensivität. Das ist wie bei einem Lied: Was dem einen eine Gänsehaut verursacht, bringt den anderen zum Gähnen.

Darüber, ob sie dem Thema gerecht wird, vermag ich keine Aussage zu treffen. Ich hätte ja für den Krimi gestimmt... :D

 

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