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Coq au vin

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13.02.2008
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Coq au vin

“Huhn, oh Huhn”, sage ich und verneige mich tief vor dem Hackklotz. Respekt vor den Zutaten ist das erste Gebot.
„Mach die Beinchen auch hübsch klein“, mahnt Marie und präsentiert eine Handfläche, auf der Körnchen in symbolisch aufgeladener Mehrzahl dem Stillstand entgegenkreiseln. Das Beilchen zertrennt am Gelenk und der Knorpel schillert perlmuttern. Es ist ein Familienrezept. Die anstößig rosige Haut leistet dem Metall elastisch mehr Widerstand als der hohl splitternde Knochen. Doch löst sie sich mit silbriger Membran vom nackten Fleisch, als sei sie schon immer so gemeint gewesen – ganz ohne Gewalt nur mit den Fingern, die ihren Weg blind finden, ohne Fasern zu verletzen. Ich blicke an meinem nackten Schenkel hinab und denke an Dinge, die zu mir gehören, ohne Teil von mir zu sein, meinen Personalausweis, oder Maries Passfoto. So könnte ich sie tragen.
„Horch, horch, es kräuselt!“, ruft sie aufgeregt und tatsächlich beginnt die Hornhaut zu beschlagen. Ich schließe die Augen. Die Haut meiner Arme zieht sich in sympathetischer Erwartung zusammen. Nadelige Fremdkörper werden flugs in die perfekten Taschen geschoben, bevor es anfängt zu rauchen.
„Was jetzt kommt, ist schlimmer als Krieg“, heisst es noch, bevor die Hölle knatternd, spuckend und fauchend über uns hereinbricht. Winzig glühende Geschosse bohren sich in ungeschützte Haut und kräuseln exponierte Härchen. Ein Ölfilm senkt sich dumpf über die Szenerie und verklebt die Lungenbläschen. Nur einmal greife ich wendend ins Geschehen ein und schirme ansonsten Maries zitternden Körper mit meinem, bis Ruhe einkehrt und ich ihren Atem wieder an meiner Brust hören kann.
Sie schlägt ihr Haar aus dem erhitzten Gesicht zurück und inspiziert das Ergebnis: „Das dürfte reichen. Du kannst die Zwiebeln hacken.“
Ich füge mich willig ihrem Befehl. Das papierne Knistern der braunen Haut ist nurmehr ein Echo des vorangegangenen Infernos und die Tränen, die bald schon kühlend über meine Wangen laufen, verfehlen ihre kathartische Wirkung nicht. Träge geworden zischt das Öl nur noch leicht gereizt auf, als ich die weißen Kuben hineinwerfe und gleich darauf mein nasses Gesicht im rot karierten Küchenhandtuch berge.
„Es war bestimmt nicht umsonst“, sagt Marie und legt mir zart ihre Hand auf die Schulter. Ich sehe ein veilchenfarbenes Delta und weiße Knöchel durch die Haut schimmern.
Sie öffnet den Drehverschluss eines Gläschens und hält es mir unter die Nase. „Geheimzutat. Kommt erst ganz zum Schluss rein“, sagt sie und ich huste, weil ich zu enthusiastisch geschnuppert habe.
Marie beginnt nun die Metalltube ordentlich von hinten aufzurollen, bis ein dunkelroter Wurm zentimeterlang in den Topf stürzt. Der Honig, der kurz darauf als kristalliner Faden spiralförmig auf dem metallenen Boden auftrifft, beginnt schnell Blasen zu schlagen. Der scharfe Zwiebelgeruch wird schon sanft und süß, doch Marie dreht mir empört den Rücken zu, als ich helfend nach der Flasche greifen will, die ihrerseits bereits eine Spirale im Hals stecken hat.
„Da, siehst du?“, sagt sie und legt den aufgedrehten Korken ab, um einen tiefen Schluck aus der Flasche zu nehmen. Dann leert sie den Wein schwungvoll auf den Inhalt des Topfes. Saurer Dampf steigt aus der Gischt, dringt mir durch die Nase ins Hirn und macht mich feucht und trunken. Eine rote Pfütze am Fußboden bezeugt Maries Eifer.
Sie starrt lange konzentriert in den Topf und stupft energisch einzelne Hühnchenteile mit dem Zeigefinger unter die Weinoberfläche.
„Das wär’s“, sagt sie und beginnt mit den nackten Zehen Striemen roten Weins auf den weißen Bodenfliesen zu ziehen. „Jetzt haben wir genau sechzig Minuten.“
„Sechzig?“, frage ich und fühle mich leicht überfordert. Ein Schweißtropfen rinnt zwischen meinen Schulterblättern herab.

 

Yeah, feirefiz!

Eine archaische, wollüstige Angelegenheit, die Kocherei. Inferno, Tod und Wahnsinn in der Pfanne! Tolle Hühnergeschichte.
Stopfen sie dem Huhn im letzten Moment Rosmarin unter die Haut?

„Sechzig?“, frage ich und fühle mich leicht überfordert. Ein Schweißtropfen rinnt zwischen meinen Schulterblättern herab.
Hehe. Dafür mußte er nicht alleine kochen, der Held. Außerdem hat er Geheimzutat geschnupft.

Da Du gern übers Kochen und Essen liest und schreibst und offenbar die Herdanziehungskraft deutlich spürst, möchte ich Dir dieses Buch empfehlen. Ich hab es aus demselben Grund mal geschenkt bekommen. Das würde Dir sicher gefallen, und guck mal, es kostet fast nix.

Liebe Grüße!
Makita.

 
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Hallo Makita,

das freut mich ungemein, dass Dir die Huehnergeschichte gefaellt, ward ich doch durch Deinen Hinweis

Man sollte öfter ganze Hühner kaufen.
inspiriert worden, indem ich dachte: Leicht gesagt wenn man das Huhn bloss versuppt. Aber wie gesagt, die infernalischere Zubereitung lohnt den Schmerz (schon wegen der Katharsis).
Stopfen sie dem Huhn im letzten Moment Rosmarin unter die Haut?
Das hast Du ganz richtig erkannt, aber die Geheimzutat erraetst Du nie. Ich hab grad mal nachgeguckt, weil ich so einen Verdacht hatte, und tatsaechlich wird ihr aphrodisierende Wirkung nachgesagt (nein, Muskat ist es nicht). Das entzueckt mich nun ganz besonders, da dass ja auch bedeutet, dass der solchermassen gedopte Held sich vor sechzig Minuten nicht gar so sehr fuerchten muss. Das hatte ich bewusst gar nicht geplant.

Das billige Buch ist bereits bestellt (zack, zwei fuffzich, was kostet die Welt) und ich empfehle im Gegenzug diesen voellig kostenlosen, kulinarisch unerreichten und absolut abgedrehten Text, der mich im Lateinunterricht begeistert hat (sogar lacte gallinaecum kommt drin vor - wenn das nichts ist). http://www.gottwein.de/Lat/petron/cena27.php

Damit viel Spass beim Nachkochen,

feirefiz

 

Guten Tag, Exilant,

ja, die Geheimzutat. Was kann das Mädel da genommen haben? Welchen Gewürzen wird nicht was alles nachgesagt.
Pulverisierter Knoblauch ist pfui, das nimmt kein seriöser Koch. Hat sie Ingwer reingetan? Koriander? Bunten Pfeffer? Hm. Hm! Pulver ...?
Das angeblich am stärksten real aphrodisierende Küchenkraut (Bohnenkraut, am besten als Öl) wird seit Jahrmillionen von der sexy Küche links liegengelassen, weil es so ordinär schmeckt und heißt. Bohnenkraut! Das klingt so, als esse man es nicht vor, sondern statt Sex. Preußisch mit Birne und Speck!
Übrigens hätte der Held anfangs korrekterweise Hahn, oh Hahn sagen müssen. Denn Huhn geht bei Coq au vin gar nicht. Aber dem Nebenmann am Beiherd wird traditionell alles verziehen, solange er brav die Zwiebeln hackt oder wenigstens nebenher Tabakwaren in Papier einwickelt.
Verrat mir doch mal die Geheimzutat, ey. Kannste ja flüstern. Ich sags auch keinem.
Und jetzt geh ich kochen! Riesentopf Chili mit Guarnizione Testata für die ölverschmierte Crew und das ganze Wochenende.
Zucker und Zimt,
Makita.

 

Hallo hallo,

also Ingwer und Koriander kann es schonmal gar nicht sein, den das ist Pest und Cholera, letzteres besonders wenn es sich harmlos als Petersilie tarnt. (Warum gibt es hier eigentlich keine Kotz-Smileys?)
Pulverisierten Knoblauch in den Atemwegen stelle ich mir auch ziemlich fuerchterlich und abtoernend vor.
Ich kann jetzt nicht sagen, was die Geheimzutat ist, da ich einen Eid geschworen habe. Aber ich kann den folgenden Tipp geben: Sie ist Dir zufaellig schon in den Abschiedsgruss hineingerutsch. Nimm aber den ohne Cumarin.

Übrigens hätte der Held anfangs korrekterweise Hahn, oh Hahn sagen müssen. Denn Huhn geht bei Coq au vin gar nicht. Aber dem Nebenmann am Beiherd wird traditionell alles verziehen, solange er brav die Zwiebeln hackt oder wenigstens nebenher Tabakwaren in Papier einwickelt.
Soweit ich weiss, werden Beikoeche vom Kuechenchef mit gerollten Kuechentuechern gepeitscht, wenn sie etwas falsch machen. Gern genommen ist auch Zucker zum Festbacken auf den heissen Herd streuen, den er dann schrubben muss. Trotzdem muss ich ihn nun verteidigen, denn Huhn ist meiner Ansicht nach geschlechtsneutrale Gattungsbezeichnung. Hahn und Henne vereint unterm Huhn, so sieht's in meiner Welt aus.

So, ich geh jetzt an der Cam spazieren und Bohnenkraut pfluecken,

gefluegelte Gruesse
feirefiz

 

Hallo feirefiz,

und präsentiert eine Handfläche, auf der Körnchen in symbolisch aufgeladener Mehrzahl dem Stillstand entgegenkreiseln.
Bitte? Symbolisch aufgeladene Mehrzahl? Ist die Einzahl nicht symbolisch aufgeladen? Ist das so eine Art Türsteher des Textes? Ich hau im zweiten Absatz mal so was raus und wer da weiter liest, gehört auch hier her?

„Was jetzt kommt, ist schlimmer als Krieg.“, heisst es noch, bevor die Hölle knatternd, spuckend und fauchend über uns hereinbricht.
Punkt weg.

Winzig glühende Geschosse bohren sich in ungeschützte Haut und kräuseln exponierte Häärchen.
Härchen – und die sind immer exponiert, außer in der Nase oder in den Ohren, oder so. Winzige, glühende Geschosse? Oder ist das Glühen winzig? Ungeschützte Haut … warum nicht einfach mal weniger Adjektive verwenden und die dafür zu etwas besonderem machen.
Glühende Geschosse bohren (Das Bohren ist das Starke hier!) sich in nackte Haut und kräuseln (wieder das starke hier) Härchen. „Bohren“ und „kräuseln“ – das sind die Akzente des Satzes (Glühen könnte man noch als Hilfe dazunehmen), die gehen aber unter im überladenen Restsatz.

st nurmehr ein leises Echo des vorangegangenen Infernos
Echos sind immer leise und beziehen sich immer auf etwas Vorangegangenes (furchtbares Wort übrigens).

verfehlen ihre kathartische Wirkung nicht
Boah, Tränen verfehlen ihre Wirkung nicht … natürlich nicht. Wieso sollten sie auch? Ich weine, aber es bringt nichts. Das wäre ein Satz.
Ich schalte den Ofen an, aber er wird nicht heißt – das ist Information. Ich schalte den Ofen an und er wird heiß – das ist überflüssig.

und gleich darauf mein nasses Gesicht im rot karierten Küchenhandtuch berge.
Geschwätzig. Er hat eben geweint, sein Gesicht ist nass. Als hätte der Leser das Kurzzeitgedächtnis eines Kolibris.

und legt mir zart ihre kleine Hand mit dem veilchenfarbenen Delta und weiß durch die Haut schimmernden Knöcheln auf die Schulter.
Es ist auch wieder so, es st einfach zu viel. Zu viele Details. Zu viele Worte. Das „weiß“ würde schon reichen. Zart – klein – weiß. Das reicht DICKE: Ist eigentlich schon zu viel für eine so kleine Geste. Aber du hast: zart, klein, veilchenfarbenes Delta – schimmernd – Knöcheln – weiß. Sechs Informationen, die man in Bilder umsetzen muss. Und bei veilchenfarbenes Delta muss man sogar noch adaptieren.

Marie beginnt nun ruhig und systematisch
Du müsstest mal, jedes Mal wenn du auf die Idee kommst ein Adverb oder ein Adjektiv zu schreiben, dreißig Liegestützen machen und dich dann fragen: Brauch ich es wirklich. Und wenn die Antwort „Ja“ ist, noch mal dreißig Liegestütze.
Ruhig und systematisch! Natürlich! Hektisch, aber systematisch! Ruhig, aber chaotisch! Da könnte man beides schreiben (obwohl auch das eine reine Wertung ist, ohne ein Bild und damit ziemlich überflüssig). Aber ruhig und systematisch?

Der Honig der kurz darauf leicht kristallin im dünnen Faden spiralförmig auf dem metallenen Boden auftrifft
Das Bild SIEHT jeder, das kennt auch jeder. Das ist auch, da reicht EINS : kristallin (nicht leicht), Faden (der is immer dünn), spiralförmig.

stupft
Stupst

Hier, allgemein: Zu wenig Bilder, nicht plastisch.

Zack, zack zertrennt das Beilchen am Gelenk und der Knorpel schillert perlmuttern.
Mäh.

Davon abgesehen, ist das keine Geschichte. Nicht mal in Ansätzen. Es ist ein Spaß, ja, ein Jux, ein literarisches Experiment von mir aus. Wie kann ich möglichst verklärt Kochen darstellen. Eine Geschichte ist das nicht.

Gruß
Quinn

 
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Hallo Quinn,

Bitte? Symbolisch aufgeladene Mehrzahl? Ist die Einzahl nicht symbolisch aufgeladen?
Aeh ja, die Einzahl ist auch symbolisch aufgeladen. Genauso wie ungefaehr jede Mehrzahl. Das ist ja gerade das schoen Beliebige. Und der Satz steht als Ironiesignal am Anfang, weil es mir hier eben darum ging, das Kochen mit allen moeglichen existentiellen Themen aufzuladen: Religion, Tod und Leben, Liebe und Sex. Das war das Experiment. Das Mittel war die Uebertreibung.

Härchen – und die sind immer exponiert, außer in der Nase oder in den Ohren, oder so.
oder die, die durch Kleidung oder einen anderen Koerper verdeckt, oder sonst wie vor den Fettspritzern geschuetzt sind.

Winzige, glühende Geschosse? Oder ist das Glühen winzig?
Das habe ich schon extra so geschrieben. Hat mir Spass gemacht, aber moeglicherweise bin ich da tatsaechlich uebers Ziel hinausgeschossen.
Das gilt uebrigens auch fuer die Adjektive. Normalerweise habe ich da kein Problem mit, daher eruebrigt sich auch die Liegestuetz-Disziplinierungsmassnahme. Es sollte eben absurd bombastisch sein. Ich hab trotzdem hier und da etwas entruempelt. Und zack zack das ein oder andere eitle Spielchen getilgt.

Boah, Tränen verfehlen ihre Wirkung nicht … natürlich nicht. Wieso sollten sie auch? Ich weine, aber es bringt nichts. Das wäre ein Satz.
Fast. Allerdings gilt das eigentlich nur fuer Traenen, durch die man irgendeinen Gefuehlsstau beseitigt. Hier handelt es sich aber vordergruendig um Traenen, die durchs Zwiebelschneiden ausgeloest werden. Die sind normalerweise nicht ganz so kathartisch. Ich hab das "kathartisch" daher benutzt, um zu zeigen, dass es eben ein Gemisch aus seelischen und somatischen Traenen ist.

Zitat:
und gleich darauf mein nasses Gesicht im rot karierten Küchenhandtuch berge.
Geschwätzig. Er hat eben geweint, sein Gesicht ist nass. Als hätte der Leser das Kurzzeitgedächtnis eines Kolibris.
Er koennte sein Gesicht ja auch verbergen, weil er das maltraetierte Huhn nicht sehen will. Das nass soll lediglich zeigen, dass er sich hier das Gesicht trocknet.

Es ist auch wieder so, es st einfach zu viel. Zu viele Details. Zu viele Worte. Das „weiß“ würde schon reichen. Zart – klein – weiß. Das reicht DICKE: Ist eigentlich schon zu viel für eine so kleine Geste. Aber du hast: zart, klein, veilchenfarbenes Delta – schimmernd – Knöcheln – weiß. Sechs Informationen, die man in Bilder umsetzen muss. Und bei veilchenfarbenes Delta muss man sogar noch adaptieren.
"Weiss" wuerde nicht ganz reichen, weil ich hier zeigen wollte, dass der Blick auf die Hand der Geliebten der gleiche sezierende Blick, wie der auf das Huehnchen ist. Ich werde trotzdem mal gucken, ob ich den Satz etwas vereinfache. Damit war ich auch nicht ganz zufrieden.
Und das Adaptieren mute ich dem Leser einfach mal zu.

Die Geschichts-Diskussion hatten wir ja schon mal (fast). Ich finde auch, dass beispielsweise eine Landschaftbeschreibung oder ein innerer Monolog allein keine Geschichte ist, sehe aber nicht ein warum Kochen keine Handlung und ein Huehnchen kein Protagonist sein darf. Vielleicht kannst Du mir nochmal erklaeren wo ein Text wie "voll da" die Geschichte hat, die hier fehlt.

Ich gebe zu, dass ich wirklich kein routinierter Schreiber bin und dass dieser Text hauptsaechlich aus Spieltrieb heraus entstanden ist. Da besteht natuerlich auch mal das Risiko, dass was ins Auge geht. Daher bin ich auch dankbar zu hoeren, wie's aufgenommen wird.
Wenn's in dieser Rubrik allzusehr stoert, kann es meinetwegen auch verschoben werden.

lg
feirefiz

 

Hallo Are-Efen,

vielen Dank fuer Deinen Kommentar. Deine Interpretation gefaellt mir ausserordentlich gut.

Besonders dies hat mich gluecklich gemacht.

Mich hat dabei am meisten die Vorgabe der Zeit beeindruckt.
Gewöhnlich würde es ja heißen: »So, und jetzt müssen wir 60 Minuten warten.« Hier wird dagegen ein regelrechter Freiraum geschaffen ...

So gesehen wird in der Geschichte ein Alltagsproblem angesprochen
Thematisch haette man den Text in viele Rubriken einordnen koennen. Ich hatte zum Beispiel ueberlegt ihn in Liebe/Romantik zu stellen.

noch viel mehr gute Laune und sexy Essen wuenscht,
feirefiz

 

Hallo feirefiz

Zum Geburtstag ausgegraben

Mir hat's gefallen. Klar, es ist ein Spiel mit den Zutaten, doch für mich funktioniert es auch als Geschichte, das erotische Ambiente beim Kochen kam rüber, obwohl ich zeitweilen mit den Gedanken sogar in die Horrorrubrik abgerutscht bin. ("Kochen die sich da etwa selber?")
:sick:

Einziger Hänger:

„Geheimzutat. Kommt erst ganz zum Schluss rein.“, sagt sie und ich huste, weil ich zu enthusiastisch geschnuppert und damit die pulvrige Geheimzutat eingeatmet habe.
Den Punkt (... Schluss rein“, sagt) hat Quinn ja damals schon angemeckert.
Was mich hier stört ist der erklärende Teil.

"... sagt sie und ich huste, weil ich zu enthusiastisch geschnuppert habe."
Reicht völlig. Dass er das Pulver einschnuppert lässt sich erahnen,wer hat nicht schon mal zu nah an Gewürzen geschnuppert.
;)

Habs gerne gelesen.
Nachträglich alles Gute,
Gruss dot

P.S: Ich empfehle Martin Suter, "Der Koch".

 
Zuletzt bearbeitet:

Hallo dot,

was fuer ein schoenes Geschenk! Das ist lustig, so ein Fruehwerk noch mal zu lesen. Schon ganz schoen schwuelstig, aber ich denke, man kann die Ironie daran erkennen.

Mir hat's gefallen. Klar, es ist ein Spiel mit den Zutaten, doch für mich funktioniert es auch als Geschichte, das erotische Ambiente beim Kochen kam rüber, obwohl ich zeitweilen mit den Gedanken sogar in die Horrorrubrik abgerutscht bin. ("Kochen die sich da etwa selber?")
Hehe, ja, so ein bisschen geht es ja schon in eine Horror-Richtung, wenn er da ueberlegt, sich selbst Hauttaschen in die Schenkel zu schneiden und Huenchenbein mit Knorpel da so neben Maedchenhand mit Adern steht. Es gibt ja diesen Film, wo Goetz Geoge den Knabenmoeder Hamann spielt. Und der hat eine Szene, wo er erklaert, wie er sie kleingehackt hat und nachmacht, wie bestimmte Koerperstuecke immer so unter dem Messer weggeflutscht sind. Das hat mich irgendwie beeindruckt und sicher auch beim Schreiben beeinflusst.
Ich finde uebrigens auch immer noch, dass es eine Geschichte ist, obwohl das Huehnchen natuerlich nicht der Protagonist ist. :D

Die Haenger kann ich voll nachvollziehen und werde sie jetzt beseitigen. Und den Suter hol ich mir auch.

Vielen Dank und lieben Gruss,

fiz

 

hey fire,

ich habe mich so ein wenig umgeschaut nach neuen Texten geschätzter Autoren und stieß hier drauf. Nur, ähm, so ein wenig enttäuscht wurde ich schon. Ich brauch nicht viel an Inhalt, aber das war mir doch ein wenig zu wenig. Und ein wenig zu überladen. Ein wenig zu viel. Vielleicht sollte ich das nochmal lesen, nach dem ersten mal habe ich nur Bilderfetzen im Kopf: Nadeln, Geschosse, Blasen, Funken, Dampf ... - alles in einem mehr Hackfleisch als Huhn, die Geschichte. :(

Gruß
Kasimir

 

Hey Kasimir,

schoen mal wieder von Dir zu lesen, auch wenn da unglueckliche smileys drinstehen. Ich kann Dir auch nicht so recht widersprechen. Es ist wenig und ueberladen. Ich kann verstehen, wenn es manchen zu wenig und zu ueberladen ist. Der Bombast und die hackfleischartigen Bildfetzen sind natuerlich Absicht - ich hatte da so ne bestimmte, eher filmische Aesthetik im Sinn, schnelle Schnitte, extreme Detailaufnahmen. Es war ein Experiment, aber ein Thema sollte unter der Bilderflut eigentlich schon erkennbar sein. Hm nja.
Na ja, aber wie gesagt, ich kann Deinen Leseeindruck schon auch nachvollziehen.

Vielen Dank fuer Deinen Kommentar, obwohl Deine Suche nach neuen Texten hiermit ja grandios gescheitert ist. Den "geschaetzten Autor" stecke ich mir gerne an den Hut, wenn ich mir das mit dieser Geschichte nicht verdorben habe. :D

lg,
fiz

 

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