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Bis zu jenem Morgen

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08.04.2003
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Bis zu jenem Morgen

Bis zu jenem Morgen

„Und sollte die Wolke einmal durchbrechen, weiß ich, dass ich bei Dir Schutz empfangen werde.
Ich weiß, dass ich ein paar kleine Tropfen auf meiner Haut spüren werde, doch ich werde nicht nass werden.
Und wann immer, wann auch immer ein Tropfen in Deiner Nähe zu fallen droht, werde ich eilen, um Dich zu beschützen.
Du bist so wertvoll ,so kostbar.
Kein Nass soll Dich befeuchten. Kein Regen Dich beschweren.
Mein Rock wird Dir Trockenheit gewähren.
Nie, niemals soll die Natur Dich angreifen. Nie, niemals soll etwas Deine Natur zerstören.“
Mit diesen Worten deckte sie ihren Liebsten wieder zu. Warm sollte er es haben.
Sie zupfte ein wenig an den schwarzen Rosen und ging einige Schritte zurück.
Der Schein des Mondes lies ihr Gesicht samten erscheinen und die kleinen Tränen rollten hinunter.
„Sehnsucht ist ein Gefühl der Liebe. Wann immer ich mich nach Dir sehne, werde ich zurückkehren. Wann immer Dich die Sehnsucht ergreift, werde ich bereits auf dem Weg zu Dir sein.“
Sie warf einen letzten Blick auf den Ort der Stille.
Langsam und mit anmutigen Schritten bewegte sie sich in Richtung des Tores. Auch diese Nacht war es verschlossen gewesen. Auch diese Nacht musste sie es überwinden um ihn zu besuchen und um wieder von ihm zu gehen.
Seit Jahren verlief das Treffen des Paares im Geheimen. Damals hat niemand gewusst, dass sie einander liebten. Auch heute, da schon alle vergessen haben, weiß es niemand.
„Doch,“ so sagte sie auch damals schon „der Liebe ist kein Weg zu weit. Kein Pfad zu steinig. Nichts und niemand kann unsere Liebe zerstören.“
Sie hatten niemals geheiratet. Der Satz „...bis das der Tod euch scheidet...“ erschien ihnen so negativ. Denn Nichts sollte sie scheiden.
Etliche Jahre vergingen, als diese Nacht eintrat.
„Du warst nie fort. Wir spürten uns und liebten uns. Wir schliefen jede Nacht zusammen ein. Sobald der erste Sonnenstrahl die Welt erblickte, wachte ich auf. Nun wird es sich ändern. Wir werden für immer zusammen sein. Uns spüren. Uns lieben. Einschlafen und aufwachen. In einem fernen Land.“
Am nächsten Morgen fand man sie, ihre Arme um das Gesicht des Leichnams gelegt, mit einem sanften Lächeln um die Lippen.
Sein Sarg, mit rotem Samt ausgeschlagen, stand geöffnet in dem aufgescharrten Grab.
Sie lag dicht neben ihm.
Niemand hatte je von ihrer Liebe gewusst, bis zu jenem Morgen.

 

Hallo Annablume,
wirklich gute Geschichte.
Sie ließ sich gut und flüssig lesen und hat einen eigenen... Stil.

Für mich ist das ein Fall für "Horror" und nicht für "Experimente".

Das Ende kommt wirklich überraschend. Das liegt wohl daran, dass man am Anfang von dem Text eingelullt wird und in eine "Romeo und Julia" Stimmung verfällt. Also, wirklich gutes Ende.

Sie hatten niemals geheiratet. Der Satz „...bis das der Tod euch scheidet...“ erschien ihnen so negativ. Denn Nichts sollte sie scheiden.

Die Bedeutung begreift man in dem Sinne erst am Ende. Hehe...

Hier noch was:


Wann immer ich mich nach Dir sehne, werde ich zurück kehren

"zurück kehren" zusammen. Wenn ich mich recht an den Deutschunterricht entsinne. :bib:

 

Hallo Uffmucker,

vielen Dank für Deine Kritik. Ich war mir nicht sicher, ob die Geschichte "rund" ist. Deshalb habe ich sie in die Kategorie Experimente gestellt. Aber, da sie doch scheinbar ankommt, werde ich sie vielleicht noch "umstellen".
Also, DANKESCHÖN!
Gruß,
Anna

 

Lass das mal mit dem verschieben, das macht ein Moderator, der Leif, sofern es genehmigt wird.

 

Auf Wunsch von annablume verschoben von Experimente nach Horror.

 

So richtig Horror ist das aber nicht, für mich liest sich das eher nach Romantik. Etwas düstere Romantik, aber dennoch.

Wahrscheinlich ist es auch der Kategorisierung in Horror zu verdanken, daß ich sofort wußte, daß hier eine Frau mit ihrem toten Geliebten umgeht. Ein Grund mehr, es nicht hier zu lassen.

r

 

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