HerrBraun
Guest
Bericht zur Wahl
Eigendlich keine Kurzgeschichte sodern ein Bericht.
Ich weiß nicht wie sie sich am vergangenen Wahlsonntag gefühlt haben, und so kann ich nur von mir berichten. Schon bei den Prognosen war ich alles andere als gut gelaunt, konnte mir doch kein Sender genau sagen ob denn „meine Partei“ nun Regieren, oder in die Opposition wandern würde. Jeder Sender sah eine andere Partei vorne und so regierten auf den Sendern einmal die FDP zusannen mit der CDU oder aber die Grünen mit der SPD. Teilweise sah es sogar so aus, als ob die CDU nur die Zuschauer der ARD regieren würde und die SPD nur für die des ZDFs. Doch dies war nicht alles, an diesem Abend was bei mir die Stimmung auf ein Glas Sekt oder aber, wie ich es vorziehe, wahlweise "Ersatzchampangner" - ein Glas Rotwein vermieste.
Zu welcher Partei die Sender auch schalteten, niemand schien der „wahrer Gewinner“ zu sein. Die einen hatten zwar dazu gewonnen, aber weit aus weniger als das so ehrgeizig gesteckte Ziel und hatten so denen, die eigentlich genug hatten, alle Chancen auf das Stellen einer gemeinsamen Regierung verbaut. Bei anderen sah es nicht besser aus. Zeitweise klar die zweitstärkste Partei, ein weiterregieren nur durch den vorher noch vermeintlich kleinen Partner. Selbst diejenigen die eigentlich, als einzigste überhaupt Grund zum Feiern hatten, schienen sich von den anderen angesteckt zu haben. Nur mäßiger Beifall angesichts eines Wahlergebnisses vor dem, vor der Wahl nur die optimistischsten Parteimitglieder träumten. Die Einbußen des „großen Bruders“ taten wohl auch hier weh. Von anderen ganz zu schweigen, die angestrebte 5% Hürde in weite Ferne gerückt und selbst das minimal Ziel über drei Direktmandate in den Bundestageinzuziehen, ging nicht in Erfüllung. Totengräberstimmung bei allen Parteien und wenn der Wahlabend bezeichnend für die kommende Legislaturperiode ist, so stehen uns wohl vier ernste Jahre bevor.