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Angst vor Verlust

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04.05.2003
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Angst vor Verlust

Verlustangst

Es ist schon einfach ein bemerkenswert eigenartiges Gefühl. Einfach, ach was, als wäre es einfach, es ist alles andere nur das nicht. Jedoch ist es ein eigenartiges Empfinden so ganz und gar nicht gebraucht zu werden. Den Sinn seiner Existenz komplett verloren zu haben und sich somit als kleines nichts zu fühlen. Ich liege hier zwischen dem Gemisch aus Sand und Gras am Boden, vereinzelt krabbelt einmal eine Ameise auf mich drauf, merkt aber auch bald, dass ich sehr unspektakulär für sie bin und verschwindet wieder. Eine noch schlimmere Fehlplatzierung als jene im Moment ertrage ich wirklich kaum noch. Was auch wieder nicht stimmt ist kaum, kaum hieße es geht noch einigermaßen, was aber wirklich nicht stimmt. Ich halte es nicht mehr aus, zerbrechen wäre mir vielleicht lieber. Ich komme einfach nicht mit meiner Situation zurecht. Mein Platz ist auf weicher Haut, sicher eingehackt hinter den Ohren eines Menschen. Und zwar genau auf der Nase dieses Menschen, ich sitze perfekt auf ihm. Meine Bügel schmiegen sich rund hinter den Ohren an. Nur so und lediglich hier fühle ich mich wohl und sicher. Aber jetzt, nun liege ich hier auf dem Boden, neben mir stehen auch noch ein paar Turnschuhe. Kann sein, dass sie sich ähnlich fühlen wie ich. Spüren sie doch auch normalerweise die Wärme der Haut eines Menschen. Aber im Gegensatz zu mir, ist ihnen wenigstens die Umgebung vertaut, sie liegen am Boden, dort wo sie hingehören. Aber ich, ich halte es hier am Grund einfach nicht aus. Und wieder einfach, nichts ist einfach verdammt noch mal. Fühle mich hier doch niedergestreckt, abgelegt und vor allem nicht gebraucht. Das schlimmste kommt ja noch. Die Sonne scheint! Die Sonne, unsere Sonne, die Verbindung zwischen mir und diesem besonderen Menschen, der mich gefunden hat, mich zwar zu seinem Eigen gemacht hat, mir aber einen Sinn gegeben hat. Ich bekam den Sinn und ich verlieh ihm Schutz und noch dazu verleiht ihm meine Anwesenheit zu einer schönen Ausstrahlung. Wie soll ich mich denn jetzt fühlen? Abgelegt, nicht mehr gebraucht, nicht mehr gemocht, nicht mehr geliebt. Bin ich nicht mehr attraktiv genug. Wie lange hält denn dieser Zustand noch an? Oder ist die Sonne nicht mehr kräftig und bedeutungsvoll genug, um uns zu verbinden? Meine Stimmung steigert sich langsam zu einem riesigen Minderwertigkeitskomplex. Ist denn mein Ende schon in Sicht, werde ich endgültig abgelegt, aufbewahrt in irgend einer Schublade? Menschen machen das, habe all das schon gesehen, ja, ich war schon dabei. Ungeliebtes wird aus dem Leben verbannt. Menschen wie auch Gegenstände, da gibt es oft keine Unterschiede mehr in der Behandlung. Die Frage kreist immer wieder über mir, in mir und durch mich durch, ist meine Zeit gekommen Abschied zu nehmen? Sobald ich mich von meinem Menschen trennen muss und abgelegt werde ist alles vorbei, meine ganze Existenzberechtigung ist ausgelöscht. Dieser Mensch ist mein ganzer Lebensinhalt. Immer war die Sonne unsere Gemeinsamkeit, haben die Sonnenzeit gemeinsam geteilt, kann das denn vorbei sein? Fragen, Fragen, Fragen und ich habe Angst schreckliche sogar. Antworten werde ich keine finden, wie auch, was weiß ich denn schon wirklich über Menschen, sie sitzen neben mir und ich weiß nichts, weiß nicht, wie es mit mir weitergeht. Kann nur beobachten und warten. Und ich warte, mittlerweile schon so lange, dass endlich was passiert, dass ich endlich wieder an meinen Platz zurück darf und alles so ist wie früher, oder dass dem ganzen so bald wie möglich eine Ende gesetzt wird. Ich werde in die Tasche gepackt, nach hause getragen und dann verschwinde ich auf immer und ewig in einer Schublade oder sammle Staub in einem Regal. So, eines von den zweien. Was passiert, was passiert hier? Eine Hand greift nach mir, nicht die meines Menschen. Nein, das ist nicht die Hand meines Menschen, die mich schnappen will. Sondern von dem zweiten, der schon die ganze Zeit daneben sitzt. Er greift nach meinem Bügel, ahh, wie sanft er mich berührt, genauso schön, wie es mein Mensch zu Beginn unserer Beziehung machte. Was geschieht, ich werde vorbeigehoben an meinem Menschen. Ich freue mich zu früh, ich darf nicht zurück und mich auf seiner Nase niederlassen. Ahh, was macht denn dieser Mensch? Immer weiter, immer näher fliege ich in Richtung seines Gesichtes. Aber ich habe plötzlich keine Angst mehr, die Angst ist verschwunden, dieser neue Mensch den ich nicht kenne, was hat er vor? Ich sitze jetzt auf seiner Nase, die falsche, ich gehöre doch zu dem anderen. Meine Bügel werden hinter die Ohren geklemmt. Nein, nein, sie passen doch nicht zu diesen Ohren! Es hat nicht weh getan, ich fühle mich wohl hier. Kann das sein, es ist schön, sehr sogar! Die neue Umgebung wird, das neue Gesicht, es wird mir immer vertrauter, von Minute zu Minute. Was für ein Gefühl, wie ein Neuanfang! Sitze ich hier auch richtig, kann denn das möglich sein? Passe ich doch nur auf das Gesicht meines Menschen, dachte ich zumindest. Der neue Mensch behandelt mich viel sanfter und rücksichtsvoller als mein Mensch oder sollte ich sagen, so, wie mich mein Mensch zu Beginn unserer Freundschaft behandelt hat. Kann ich hier bleiben, ich möchte so gerne! Eigentlich bin ich schon einige Zeit in diesem Gesicht und ich scheine dem neuen Menschen zu gefallen und wohl zu tun. Er wird mich behalten und mich retten, vor meinem aus, vor meinem mir schon ausgemalten nutzlosen Dasein. Vielleicht werfen sich die Menschen nicht gegenseitig weg und machen das auch nicht mit ihren Gegenständen. Es ist ein Austausch, es ist nur ein Austausch, die Welt dreht sich weiter.

 

hi sonah,

du schaffst es noch und bringst mir schuldgefühle gegenüber meiner sonnenbrille *hehe*!

ja, ich muss sagen, dass mir das lesen deiner geschichte freude bereitet hat. zu meiner schande muss ich gestehen, dass ich ein weilchen gebraucht hatte, um zu begreifen :D - das lag wahrscheinlich am titel. den titel bringe ich automatisch immer in bezug u menschen. tja, und als ich dann den inhalt begriffen hatte, muss ich sagen, dass der schreibstil dazu auch gut gelungen ist.

zwei formfragen:

Einfach, ach was, als wäre es einfach, es ist alles andere nur das nicht.
*huih* es ist gar nicht einfach, mit betonung zu schreiben.
hier besser: Einfach! Ach was, als wäre es einfach, alles andere nur das nicht. (an 2 stellen)

Was auch wieder nicht stimmt ist kaum, kaum hieße es geht noch einigermaßen, was aber wirklich nicht stimmt.

das ist hier ähnlich. hinter dem ersten "kaum" würde ich den satz schließen!


alles in allem also - durchaus eine gelungene geschichte, über die man schmunzeln kann!

bye

barde

sich somit als kleines nichts zu fühlen.

"nichts" gross

Ich liege hier zwischen dem Gemisch aus Sand und Gras am Boden, vereinzelt krabbelt einmal eine Ameise auf mich drauf, merkt aber auch bald, dass ich sehr unspektakulär für sie bin und verschwindet wieder.

hinter "Boden" anstatt dem komma ein semikolon, denn eigentlich ist das ja ein ganz neuer satz!

Mein Platz ist auf weicher Haut, sicher eingehackt hinter den Ohren eines Menschen.

"eingehackt" ?? *hehe* >> "eingehakt"

Das schlimmste kommt ja noch.

"schlimmste" gross

ist meine Zeit gekommen Abschied zu nehmen?

hinter "gekommen" ein komma

Sobald ich mich von meinem Menschen trennen muss und abgelegt werde ist alles vorbei,

hinter "werde" ein komma

meine lieblingsstelle, nachdem ich den kontext der geschichte kenne:

Ich liege hier zwischen dem Gemisch aus Sand und Gras am Boden, vereinzelt krabbelt einmal eine Ameise auf mich drauf, merkt aber auch bald, dass ich sehr unspektakulär für sie bin und verschwindet wieder.

 
Zuletzt bearbeitet:

Hallo sonah!

Also thematisch gibts da nix zu kritisieren: Interessant und witzig zu lesen, so eine philosphierende Sonnenbrille! :D :thumbsup:

Was ich hingegen kritisieren will, ist die Ausdrucksweise dieser Sonnenbrille. Durch ihre Art zu philosophieren wirkt sie doch recht intelligent und so frage ich mich, warum sie keine schöneren Sätze formuliert? Wolltest Du sie als dumm darstellen, hättest Du sie ja nicht so nachdenken lassen, drum würde ich ihr doch ein besseres Deutsch verpassen. ;)


Hier mal ein paar Anmerkungen (es ist mir jetzt zu spät, um alles, was Barde schon zitiert hat, einzeln aus meiner Liste rauszusuchen - was ich oberflächlich gefunden hab, hab ich gelöscht):

»sich somit als kleines nichts zu fühlen.«
- als kleines Nichts

»vereinzelt krabbelt einmal eine Ameise auf mich drauf«
- entweder krabbeln sie vereinzelt oder es nur einmal eine Ameise, die krabbelt – würde schreiben: „vereinzelt krabbeln Ameisen auf mir. Sie merken aber bald, ... verschwinden wieder.“

»Was auch wieder nicht stimmt ist kaum, kaum hieße es geht noch einigermaßen, was aber wirklich nicht stimmt.«
- wäre schön, wenn Du Deine Gedanken etwas klarer formulieren könntest, nicht so frisch aus dem Sinnieren heraus, sondern danach auch für andere verständlich formulieren

»sicher eingehackt hinter den Ohren eines Menschen.«
- :eek: - Du meinst wohl eingehakt... :lol:

»Das schlimmste kommt ja noch.«
- Das Schlimmste

»der mich gefunden hat, mich zwar zu seinem Eigen gemacht hat, mir aber einen Sinn gegeben hat
- Wortwiederholung „hat“
- ebenso ein wenig ausformulierter Satz, der einem das Lesen schwer macht

»Ich bekam den Sinn und ich verlieh ihm Schutz«
- Ich bekam Sinn und verlieh ihm Schutz

»und noch dazu verleiht ihm meine Anwesenheit zu einer schönen Ausstrahlung.«
- entweder „verleiht ihm meine Anwesenheit eine schöne Ausstrahlung“ oder „verhilf ihm meine Anwesenheit zu einer schönen Ausstrahlung“

»Die Frage kreist immer wieder über mir, in mir und durch mich durch, ist meine Zeit gekommen Abschied zu nehmen?«
- ... durch: Ist meine Zeit gekommen, Abschied ...

»Immer war die Sonne unsere Gemeinsamkeit, haben die Sonnenzeit gemeinsam geteilt, kann das denn vorbei sein?«
- wir haben die Sonnenzeit (würde außerdem „gemeinsam“ weglassen)

»Fragen, Fragen, Fragen und ich habe Angst schreckliche sogar.«
- besser: Fragen, Fragen, nichts als Fragen – und ich habe Angst, schreckliche sogar.

»Antworten werde ich keine finden, wie auch, was weiß ich denn schon wirklich über Menschen, sie sitzen neben mir und ich weiß nichts, weiß nicht, wie es mit mir weitergeht.«
- Du solltest weniger in einem Satz hintereinanderreihen, lieber kürzere Sätze machen, z.B.: „Antworten werde ich keine finden. Wie auch, was weiß ich denn schon wirklich über Menschen? Sie sitzen neben mir und ich weiß nicht, wie es mit mir weitergeht.“ (Die Wiederholung hab ich weggelassen, da Du meiner Meinung nach zu oft etwas wiederholst, um es hervorzuheben. Zu viel davon wirkt aber dann mehr wie Stottern.)

»Und ich warte, mittlerweile schon so lange, dass endlich was passiert, dass ich endlich wieder an meinen Platz zurück darf und alles so ist wie früher, ...«
- nach „mittlerweile schon so lange“ würde man sich eher eine Beschreibung, wie lange schon, erwarten – ich würde so umformulieren: Ich warte mittlerweile schon so lange darauf, dass endlich etwas passiert, ... und alles so wird wie früher, ...

»nach hause getragen«
- nach Hause

»So, eines von den zweien. Was passiert, was passiert hier?«
- Vorschlag: „Eins von beiden. Was ... Was passiert hier?“

»Was geschieht, ich werde vorbeigehoben an meinem Menschen.«
- besser nach „Was geschieht“ ein Fragezeichen
- schlage Dir ein Umstellen des zweiten Satzes vor, weil es so besser klingt: „Ich werde an meinem Menschen vorbeigehoben.“

»Ich freue mich zu früh, ich darf nicht zurück und ...«
- würde das zweite „ich“ weglassen

»Aber ich habe plötzlich keine Angst mehr, die Angst ist verschwunden, dieser neue Mensch den ich nicht kenne, was hat er vor?«
- besser nach „verschwunden“ einen Punkt machen
- D(d)ieser neue Mensch, den ich nicht kenne was hat er vor? (Den Gedankenstrich fände ich hier schöner)

»Die neue Umgebung wird, das neue Gesicht, es wird mir immer vertrauter, von Minute zu Minute.«
- besser ohne wird: Die neue Umgebung, das neue Gesicht (Vorschlag-->), das mir von Minute zu Minute vertrauter wird

»Passe ich doch nur auf das Gesicht meines Menschen, dachte ich zumindest.«
- Ich passe doch nur ...

»Er wird mich behalten und mich retten, vor meinem aus, ...«
- vor meinem Aus, ...

Alles liebe,
Susi

 

ich danke euch für eure kritik, das gleich zu beginn. ausserdem freut es mich, dass ihr spaß beim lesen hattet. ja, das mit der betonung von meinen sätzen ist wahrscheinlich ein problem, wenn ich das lediglich durch beichstriche mache. werde versuchen, das in zukunft besser zu machen und mehr rufezeichen einsetzen. danke, für das aufmerksam machen, meiner stilistischen fehler und formfehler.

 

Hallo sonah,
zuerst dachte ich du wolltest auf Arbeitslosigkeit hinaus, aber dann habe doch schnell bemerkt, dass du eine Sonnenbrille meinst.
Meine Vorgänger haben dich ja schon auf die orthografischen Fehler hingewiesen.
Interessant, was eine Sonnenbrille doch für eine Meinung von Menschen hat :) Hoffentlich macht sie noch mehr gute Erfahrungen mit der Menscheit.

LG
Goldene Dame

 

und die moral von der geschicht..?


Und nun? Take Action! Sitzen, warten.
Verbliebene Freunde raten zum Reboot des Systems. Das Fleisch stirbt. Formlose weißrosa Masse dürstet nach ein bisschen Zuwendung. Filterkaffee soll helfen, sie wieder zum Leben zu erwecken.
Die Erinnerung schmerzt, die Erinnerung ist nicht mehr. Lachen ist aber auch nicht mehr, das Häuflein Elend ist nur noch in der Lage kunden- mitarbeiter- und pressefreundlich zu grinsen. Leben tut es nicht. Das schwarze Loch ist nicht eindeutig definierbar. Ist es das Herz, ist es die Welt, wer weiß das schon?
Geschichten über Fundgegenstände vermitteln Hinweise, das kalte Haut darauf warten könnte, von einem neuen Besitzer gnadenhalber in Besitz genommen zu werden.
Keine Gnade bitte. Besser noch mal Filterkaffee. Und einen Filter drehen.
Und nun? Take Action! Sitzen, warten.
Alles eine Frage der Einstellung. Später wieder grinsen.
Wish. Du und ich gegen die Welt. Aber wo ist das Du? Das Du ist irgendwo am Weg verlorengegangen. Suche starten, Suche einstellen.
Systemdateien können nicht gelöscht werden.

 

danke, für das aufmerksam machen, meiner stilistischen fehler und formfehler.
Darf ich Dir dann zusätzlich noch den "Bearbeiten"-Button vorstellen? - Er ist rechts unterhalb Deiner Geschichte, und wenn Du da draufklickst, kannst Du alles, was Du willst, ändern. ;)

Alles liebe,
Susi

 

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