Was ist neu

Am Klavier

Mitglied
Beitritt
31.12.2002
Beiträge
34

Am Klavier

Selbst wenn ich noch so angestrengt nachdenken würde, ich könnte mich nicht mehr an den Tag zurückerinnern, an dem ich die Entscheidung traf.
Tja, das nenn ich mal Ironie des Schicksals:
Tausende von gut durchdachten Entscheidungen werden tagtäglich von tausenden Menschen nach endlosen Stunden in Beraterkreisen gefällt.
Aber die wichtigste Entscheidung von allen, die alles ändern- oder besser gesagt zerstören- sollte, habe ich ganz nebenbei gefällt.
Ganz spontan und unbedacht, so wie man sich noch in der Warteschlange überlegt ob man heute ‘nen Hamburger oder nur ‘ne Cola will.
Und nun hänge ich hier oben, in meinem durchaus geräumigen Gefängnis, und kreise unentwegt.
Die Sterne ziehen unendlich langsam ihre Bahnen hinter den luftdicht verschlossenen Lucite Fenstern.
Meine Pflanzen ziehen unendlich langsam Nährstoffe aus dem Boden, und die Bäume lassen ihre knorrigen Hände starr ins Leere greifen.
So etwas natürlich anmutiges und erdenhaft vergängliches schmiegt sich an einen Hintergrund aus schwarzer Unendlichkeit, und fern leuchtenden Welten.
Die Erde selbst sieht von hier oben aus, wie sie aussehen sollte:
Gutmütig grün und mit einem Blau, wie es nur Leben spendendes Wasser haben kann.
Eine schwangere, fruchtbare Kugel umarmt von Scharen weißer Wolkenfetzen.
Wenn sich die Nacht über eine Hälfte spannt, bietet sich ein beunruhigender Anblick, denn die Millionen von Lichtern, die vor wenigen Monaten noch ein spöttisches Spiegelbild für die gleichgültigen Sterne waren, sind inzwischen langsam aber sicher verschwunden.
Als ich hier oben ankam, zusammen mit meinen besten Freunden, bot die Nacht noch ein schroffes, strahlendes Lichtermeer aus unzähligen Lichterhaufen.
Ich finde es sah aus, als hätte die Erde ein Loch, durch das man auf das Firmament blicken konnte, so unlogisch sich diese Vorstellung auch anhören mag.
Als mein Plan dann schließlich Wirkung zeigte, wurde dieser Hain der Lichter nach und nach kahl.
In Europa schloss sich die Dunkelheit vorerst nur über Norwegen, Schweden und anderen nördlicheren Ländern.
Weiter drüben erlosch Kanada, als Afrika schon längst nicht mehr leuchtete, und in Asien schienen die Lichter am hartnäckigsten zu sein.
Ballungsräume, kristallisierten sich heraus, Shanghai, Peling, New Mexiko...
Seattle erstarb, Berlin, Dublin, Brazilia, Sydney...
Washington, Brüssel,...
Die ganze Menschheit, existierte nur noch in meiner Erinnerung.
Als ich zum ersten Mal am Glas hockte- zusah wie der Terminator die Nacht über die Erde zog, und die Dunkelheit auffraß- und kein Licht mehr auszumachen war, breitete sich ein schweres Gefühl wie eine dicke Decke in mir aus.
Ich atmete tief ein und aus, während ich mein Werk betrachtete.
Ich fühlte mich allmächtig, ich fühlte mich als einzig intelligentes Wesen im ganzen Sonnensystem.
Ach was, in der ganzen Galaxis, ach was soll’s:
Als einziges Stück Klugheit und Charakter, als letztes Fünkchen Intelligenz in einem ganzen Universum voller Dunkelheit.
Ich hatte nicht nur zugesehen wie eine Spezies, die Jahrtausende lang regiert hatte, ihr letztes Lebenslicht ausgeblasen hatte, nein dem noch nicht genug.
Ich hatte die ganze Menschheit in meinem Kopf, in meinem Verstand, dort existierte sie und nirgends sonst.
Und ich hatte eine übermächtige Spezies von Milliarden von Rassenvertretern vernichtet.
Ich hockte da und spürte wie ein mächtiger Strom der Gefühle durch mich floss.
Mein Atem kondensierte an der Scheibe, hinter der ein ganzer Planet voller Leichen schwebte.
Unzählige Leichen mußten es sein, die da im Dunkeln lagen. Einsame Landstriche, Geisterstädte, wilder Wein der langsam anfing ganze Hochhäuser zu überwuchern, und vielleicht sogar noch einzelne Überlebende die zaghaft anfangen, die Leichenteile ihrer toten Familienmitglieder aufzufressen. Ich bekam die mächtigste Erektion meines bisherigen Lebens.
Ich saß eine ganze Weile da, bis ich endlich mit schwerem Herzen und feuchten Augen aufstand.
Ich nahm die Tür bei der Klinke und verließ das Beobachtungszimmer, ließ meine Schritte durch leere Korridore schreiten, und erreichte schließlich das Gewächshaus mit meinen Freunden.
Dort setzte ich mich hin und starrte durch die transparente Außenwand, diesmal den Sternen entgegen. Ich fühlte mich so geil und kreativ wie nie zuvor, ich war beflügelt von galaktischer Inspiration.
Ich klappte den Schoner hoch und fing an zu spielen.
Und damit fängt meine Geschichte erst an.

Ich bin sicher dass sie meine Geschichte glauben werden, wenn Sie darüber in er Zeitung lesen. Eine derartige Story wird bestimmt irgendwann in den Medien auftauchen, zumindest in den gedruckten.
Mit Sicherheit werden die hiesigen Revolverblätter darüber berichten, denn diese Story ist einfach zu unglaublich um von Seriösen Magazinen abgedruckt zu werden, also zögern sie nicht mal einen Blick auf die Schlagzeilen von „Weekly World News“ oder dergleichen zu werfen. Sie könnten sonst die Sensation ihres Lebens verpassen.
Sie denken sich bestimmt Sie wären so schlau, und hätten mich gerade bei einem Denkfehler ertappt.
Dem ist nicht so, denn wenn ich meine momentane Zwangslage betrachte fällt es mir schwer optimistisch über meine Zukunft nachzudenken.
Aber bevor meine Schriften an der falschen Stelle aufhören, beeile ich mich doch lieber mit meiner Niederschrift.
Also wo waren wir stehengeblieben? Ach ja, das Klavierspielen, der wichtigste Teil von allen:

Also ich fing an zu spielen, wie ich es schon tausende Male zuvor getan habe, doch diesmal etwas,... anders.
Ich schwang geradezu in dem Strom, in dem Ozean meiner eigenen Kreativität, die Ideen strömten geradezu in mich hinein wie ein rasender Güterzug in einen Tunnel.
Das Blut rauschte in meinem Kopf, und obwohl das ansonsten ein sicheres Anzeichen für hämmernde und lähmende Kopfschmerzen gewesen wäre, fühlte ich mich diesmal umso wohler, angetrieben.
Es schien als ob die geheimnisvolle Inspiration ewig andauern würde, und falls sie einmal kurz ausfiel, was nicht oft geschah, so brauchte ich nur meinen Kopf ein wenig zur Seite zu neigen und die Sterne hinter dem Fenster zu betrachten.
Millionen, Abermillionen, Unendlich viele, und ihr Licht schwamm um mich herum, in meinen Kopf in meine Finger wo es wunderbare Klänge erzeugte..
Ich muss tagelang dort gesessen haben.
Und selbst das wäre eine Untertreibung.
Als ich aufhörte, war die Stille lauter als es ein Klavier jemals gewesen sein könnte, und übertönte das Rauschen in meinem Kopf.
Ich hielt inne, saß eine Weile lang mit gebeugtem Rücken auf dem Hocker und starrte meine Hände an.
Ich fühlte mich ausgelaugt und verbraucht doch auch auf eine gewisse Art...befriedigt.
Sie wissen bestimmt was ich meine.
Sachte hob ich meine Hände von den Klaviertasten, und betrachtete sie als wären sie zwei große, geschliffene Diamanten, die ich in zufällig gerade beim Unkrautjäten gefunden hatte.
Wieviel Geld hätte ich mit meiner Fähigkeit machen können?
Meine Fähigkeit, einem Klavier Töne zu entlocken, wieviel wäre sie in einer Welt voller Menschen wert gewesen? Gebildete ältere Herren in Anzug, mit kräftigem Kinn und silbergrauen Strähnen im Haar, Musikliebende junge hübsche Studentinnen, Sensible musizierende Damen über vierzig, die manchmal still und heimlich immer noch über Mozarts Tod weinen.
Welche Achtung hätte er von solchen Leuten empfangen, welche Bewunderung.
Welche, und dieses Wort stammelte ich leise in den Raum: „Annerkennung“
Die Stille floh kurz vor diesem Wort, und kehrte dann zurück.
Ich wollte mich gerade wieder meinen unglücklichen Phantasien hingeben, als ich plötzlich ein Geräusch vom anderen Ende des Raumes her vernahm.
Ein Geräusch! Zehntausend Meter über einer menschenleeren Erde, das Vakuum in einer winzigen Sardinenbüchse durchschwebend!
Unmöglich dachte ich mir vorerst, doch unmöglich ist eine Wahrscheinlichkeitsrechnung die niemals zutrifft.
Schon gar nicht im Weltraum.
Ohne den Schoner herunterzuklappen, erhob ich mich sachte von meinem Hocker, mein Arsch schmerzte höllisch dabei.
Er hatte sich auf ein Leben voller Arbeit eingestellt.
Ich biss die Zähne zusammen, als derselbe Schmerz in mein Rückrat fuhr.
Ich bin alles andere als alt, aber spielen sie mal ein paar Tage lang durchgehend Klavier. In dem Moment fiel mir auf, wie merkwürdig voll sich mein Magen anfühlte.
Ich hielt kurz inne, ohne den Blick zu wenden, und überprüfte meinen Magen- Nichts, kein Hunger, keine Leere...merkwürdig oder?
Nun ich will es ihnen erklären wie man tagelang ohne zu Essen satt bleiben kann, aber nicht jetzt.
Ich wollte das Geräusch gerade wieder als einen kleinen Streich meiner lärmgeplagten Ohren abtun, da sah ich plötzlich, wie sich ein Schatten am Gang draußen bewegte.
Auf der Erde war von hier aus gesehen Nacht, und ich hatte in meinem Komponiereifer gänzlich auf künstliches Licht verzichtet, also mußte ich mich in der dunkelvioletten Dunkelheit zurechtfinden.
Aber es war immer noch hell genug um eines mit Sicherheit zu sagen:
Ich war nicht mehr alleine, auf meiner kleinen Raumstation.
Plötzlich spürte ich eine Art von dunkler Angst, wie ich sie zuletzt vor rund zwanzig Jahren verspürt hatte, als ich noch in Aberdeen wohnte, und ohne es zu wollen sprang diese Erinnerung aus dem Schutt der Zeit, wie ein Vision in mein Bewußtsein.
Ich war damals noch ein Kind und ich wohnte zusammen mit meinen Eltern in einem alten Einfamilienhaus, am Rande der Stadt.
Es war die Art von altem Haus in dem es nie vollkommen still war, egal ob Sommer oder Winter, irgendwo schien sich immer etwas zu regen, zu tropfen oder zu knarren.
Im Winter war es das Schmelzwasser vom ersten Schnee, dass von der Dachrinne tropfte, und durch die dunklen verborgenen Schluchten in den Wänden und im Keller floss, wo es dreckig war, und nach Sägespäne roch.
Ich kann mich heute noch ganz genau erinnern, wie der stämmige Balken über meinem Bett aussah, der das Dach hielt.
Ich schlief damals in einem Stockbett- eine Investition für einen Bruder der nie geboren werden sollte, so sehr es meine Eltern auch versuchten- und der Balken verlief keinen halben Meter über mir.
Es war so stockdunkel, wie es nur im Winter sein kann, als das Geräusch anfing.
Zuerst waren es die üblichen Maus- Geräusche:
Scharren, Kratzen, Trappeln, Als würden die Mäuse ein Wettrennen im Balken veranstalten.
Ich konnte davon nicht einschlafen, also drehte ich das Licht auf, stand auf und klopfte fest gegen das Holz, so wie ich es immer schon gemacht habe. Für gewöhnlich hörten die Mäuse davon eine Zeit lang auf zu nerven, und ich hatte genug Ruhe um einzuschlafen.
Doch diesmal gab das Holz plötzlich krachend nach, und Späne und etwas das wie Sägemehl aussah rieselte aus einem faustgroßen Loch.
Ich konnte IN den Balken sehen.
Ich sah etwas das aussah wie ein fetter, schwarzer Blutegel, der sich gerade im Balken vorwärts schob, als ich dagegen geklopft hatte.
Er zog sich über dem Loch zusammen und schleppte sich fort, als würde hinter irgendetwas herjagen- einer Maus vielleicht- ich weiß bis heute nicht was das für ein Vieh war.
Mir raubte es jedenfalls vor Furcht den Atem. Ich habe diese Geschichte noch nie jemandem erzählt, noch nicht einmal den Leuten, die Sie ‘Freunde‘ nennen würden.
Und genau dieses Gefühl hatte ich in diesem Augenblick, als sich der Schatten hinter der Tür bewegte, dieses „Was zum Teufel ist das?!“- Gefühl.
Und ich dachte, es wären alle tot außer mir.
Sachte tastete ich in der Dunkelheit nach einer Waffe, irgendetwas mit dem ich mich verteidigen konnte: eine Gartenschere!
Der Mörder ist immer der Gärtner, hoffentlich traf dieses Sprichwort wenigstens heute zu.
Langsam löste ich den Sicherheithaken- eine Sicherheitsvorkehrung für Kinder die nicht mehr existierten, Messer Gabe Schere Licht- und spreizte die Klingen in die Dunkelheit. Ich hatte sechs Milliarden Menschen getötet, auf einen mehr oder weniger kam es auch nicht mehr an. Plötzlich erfaßte mich eine grauenvolle Vorstellung: Was wäre wenn diese Person die sich da so unauffällig an mich heranzuschleichen versuchte, jemand wäre den ich kannte?
Jemand der meinen Plan kannte bevor er ausgeführt wurde, vielleicht auch einfach jemand dem mein Verhalten in letzter Zeit merkwürdig vorgekommen war, und der mich deshalb verfolgte- bis in mein Raumschiff, bis hier her.
Jemand der die ganze Zeit über hier gewesen war, und sich vor mir versteckte und mich beobachtete.
Der zusah, wie ich aus dem Fenster gaffte, während unten die Menschheit starb, der meiner Musik lauschte...
Was wenn es meine Mutter war, mein Bruder, mein Onkel, ein ‘Freund‘ von mir?
Das nenne ich doch mal Ironie des Schicksals, Leute- dieser Typ hat gerade die ganze Menschheit grauenvoll verrecken lassen, und jetzt wo einer seiner Verwandten auftauchte bekam er Torschusspanik.
Das kann es doch nicht sein, oder? Ich atmete tief ein, nicht zu laut nicht zu laut, und bewegte mich langsam vorwärts, wie ein Kreuzer in einem Meer voller Eisberge.
Sachte schob ich mich an der Wand entlang, und näherte mich so der Tür von der Seite, von hier aus konnte ich sogar den Hauch von einem Schatten sehen, den der Eindringling auf die angelehnte Tür warf, doch es war unmöglich daraus irgendwelche Schlüsse zu ziehen.
Was meine Attacke betraf- Die Defensive Offensive, wie es Fussballtrainer ausdrücken würde, der mal eben einen auf intellektuell macht-
So entschied ich mich auf eiskalte Konfrontation, den Sprung ins kalte Wasser. Die Furcht strömte jetzt wie Batteriesäure durch meinen Körper, und ein Schweißausbruch folgte dem anderen. Ich war der Tür so nah, dass ich glaubte, ich könnte meinen Feind riechen.
Ich kam am Türrahmen an- und wirbelte herum.
Der nächste Augenblick, hat sich in mein Gedächtnis eingeprägt, wie das gebranntmarkte Emblem einer amerikanischen Farm in das Fell einer Kuh.
Ich sah mich einem Schrecken gegenüber, wie er größer nicht sein könnte.
In der ersten Schrecksekunde- einen Moment lang konnte ich mir buchstäblich selbst beim Durchdrehen zusehen- verspürte ich wohl das, was man einen Reflex nennt.
So wie ein Fuß automatisch nach oben schnellt, wenn er auf einen scharfen Kiesel tritt, so schüttelte es mir sämtliche Gliedmaßen, und der Schock schleuderte mich einen Meter zurück.
Ich verlor das Gleichgewicht, landete plumpsend auf meinem Hintern und starrte die ganze hundertstel Sekunde lang, dieses ... ‘Ding‘ das da vor mir stand.
Ein solches Vieh dürfte es nicht geben.
Ein Haufen von Augen, von glotzenden, nackten Augäpfeln, die allesamt größer waren als Wagenräder.
Das größte von ihnen maß rund einenhalb Meter, und alle hatten sie dieses lauernde, stumpfsinnige Starren als wären sie gekommen um sich von mir Antworten zu holen, die niemand jemals beantworten könnte.
Es war nicht zu erkennen wie es sich fortbewegte, bis es sich endlich entschloss aus dem Schatten- auf mich zu!- zu kriechen.
Unter dieser gallertartigen Masse aus weißem Fett und schwarzen Pupillen, zappelte ein Bündel aus dünnen behaarten Spinnenbeinen.
Das kann nicht sein- so etwas gibt es nicht!
Ich umklammerte meine Gartenschere um so fester. Ich versuchte mir vorzustellen wie es wohl wäre, von einer Missgeburt wie dieser, aufgefressen und verdaut zu werden.
Mit den Augen einer hilflosen Beute starrte ich es an, auf dem Boden kauernd, und versuchte es mit meinem Blick zu fixieren.
Ich erinnerte mich an ein altes Spiel, das ich immer in der Grundschule gespielt hatte: Zwei Kinder starrten sich solange an, bis einer von den beiden blinzelte- und verlor.
Soweit ich mich erinnern kann, bekam der Verlierer eine Kopfnuss. Ich war in diesem Spiel immer recht gut, aber vor mir stand der absolute Champion.
Meine Damen und Herren, ich präsentiere ihnen den Weltmeister: Das Auge!
Schließlich kam es doch näher, und obwohl es im ganzen Raum dunkel war, konnte ich jetzt beinahe den gesamten Körper erkennen.
Renn weg!
Irgendwo hinter diesem Berg von Augen, sirrten hauchdünne Insektenflügel, die jedoch nicht aussahen als wären sie imstande diesen fetten schweren Körper in die Lüfte zu tragen.
Trotzdem- Hau ab!
Wieder hievte es sich vorwärts, und nun konnte ich es sogar riechen, so nah war es, und als es schließlich so furchtbare nah rückte, wie es nur die Lähmung des Schocks zulassen konnte, tropfte ein Patzen einer undefinierbaren, schleimigen Flüssigkeit auf meinen Kopf .
Das löste die Starre.
Schreiend hüpfte ich auf die Beine- aus dieser Perspektive sah es gar nicht mehr so groß aus- und hieb mit der Gartenschere darauf ein- Wenn ich nur gewußt hätte wie harmlos dieses Tier eigentlich war, und welche Konsequenzen nichtsdestotrotz ein Kampf mit ihm haben würde!
Eine Spitze bohrte sich in das Eiweiß wo es sofort zu tropfen und zu fließen begann, die andere stach ihm genau in die Pupille.
Das Vieh quiekte laut auf, und erhob sich vor lauter Schmerz, wobei es sich bewegte wie ein außerirdischer Gehirnsauger aus einem Film den ich mal gesehen habe: „Starship Troopers“
Ich dachte schon der Kampf wäre gewonnen, als plötzlich eines der Spinnenbeine unerwartet von unten hervorschoss und mich mit einer Kraft von mehreren kräftigen Männern nach hinten schleuderte.
Mein Rücken krachte gegen das lamentierte Holz des kostbaren Klaviers.
Noch im Flug mußte sich mein Griff gelockert haben, den die Gartenschere entzog sich meinen Fingern und flog klirrend gegen die Saiten- hätte ich Tölpel doch nur nicht den Flügel offengelassen.
Am Rande einer Bewußtlosigkeit konnte ich hören wie eine der Saiten durchtrennt wurde.
Mein Lieber Leser, wenn auch all dies schwer zu glauben war so stelle ich Sie jetzt erst vor eine wirklich schwierige Vertrauensprobe.
Was jetzt kommt werden Sie mir mit ziemlicher Sicherheit nicht glauben, aber verzeihen Sie mir wenn ich sage: Es ist mir egal. Ich muss all das einfach los werden, sonst werde ich noch verrückt. Oder bin ich es schon? Ach es ist zum aus der Haut fahren. Aber hören Sie doch selbst mein treuer Leser:
Kurz nachdem ich hörte wie sich die Klaviersaite verabschiedete, verfiel ich in eine Art Trance, ich wurde Bewußtlos, denn all das was in den letzten Tagen passiert war, war einfach zu viel für mich: Das Klavierspielen, die Einsamkeit, die ich mir nicht eingestehen wollte, das Ausrotten der Menschheit im allgemeinen.
Ach ja: haben Sie sich schon gefragt, wie ich es getan habe? Wie ich die sechs Milliarden Menschen auf einmal ermordet habe, und auch noch überlebte?
Nun ich muss Sie enttäuschen denn: Ich weiß es nicht!
Denn nach einer unbestimmten Zeit, die ich in Trance verbracht habe, erwachte ich plötzlich in meiner schäbigen Holzhütte.
Ein Teil des Traumes schien zumindest wahr gewesen sein: Das Klavier war kaputt, ein paar Saiten waren zerrissen.
Mit brummendem Kopf stemmte ich mich hoch auf die Füße, und verstand mit einem
Mal was passiert war.
Wußten Sie das Pflanzen schneller wachsen wenn man ihnen Musik vorspielt?
Mozart, Brahms, Bach, Beethoven,... am besten funktioniert es angeblich mit indischer Musik.
Nun ein anderer Teil meines Traumes muss ebenfalls wahr gewesen sein: Ich muss wie verrückt Klavier gespielt haben, denn die Pflanze in meinem Zimmer- es war nur eine- war größer als Sie es sich vorstellen können, gewachsen an meiner Kreativität- ich fühlte mich irgendwie ausgenutzt.
Mächtige Knospen reichten bis an die Decke, Blätter hatten sich über den ganzen Boden ausgebreitet, und die Stengel waren so dick wie Oberschenkel.
Ich konnte es nicht fassen, ich war tagelang in Trance verfallen, und hatte dadurch ein Monster geschaffen! Denn das was da vor mir emporwuchs gehörte mit Sicherheit nicht zu Gottes Plan.
Ich vernahm einen stechenden Geruch.
Verwirrt kniete ich mich nieder- wobei ich versuchte Nase und Mund so gut es ging abzudecken, was auch immer diese Pflanze getan hatte um mir diese Traumwelt vorzugaukeln, sie konnte es wieder tun- und begutachtete die Blätter die zu meinen Füßen lagen.
Breiter als mein Oberkörper waren sie, und sie bedeckten den Fußboden der gesamten Hütte, sie bildeten einen wahren Teppich aus grünen Blättern.
Ich hob ein paar der grünen Lappen auf- einer davon war so groß wie ein Ohr von einem afrikanischen Elephanten- und erlebte den nächsten Schock:
Eine Leiche. Ein halb verwester Körper von dem was mal ein Kind gewesen sein mußte! Schauernd erinnerte ich mich an die Kinder die immer in der Nähe vom Haus verstecken spielten.
Dann traf es mich wie einen Donnerschlag, als ich die Saugnäpfe an der Unterseite der Blätter entdeckte. Plötzlich erhob sich die Pflanze vor mir und da konnte ich sehen, das sie von oben bis unten mit diesen Saugnäpfen übersät war- sie bedeckten sie zu hunderten.
Wie Augen.
Ich öffnete meinem Mund und schrie.
Ich konnte nicht mehr damit aufhören.

Jetzt sitze ich in dem Kleiderschrank, der gleich gegenüber von dem Klavier steht. Und der Pflanze.
Ich kann es mir selbst nicht erklären, aber folgendes muss geschehen sein:
Irgendwie hat es diese Pflanze geschafft in mein Haus einzudringen, und mich in Trance zu versetzten- möglicherweise mit irgendeinem Duftstoff.
Der Traum überschwemmte mich mit inspirierenden Bildern, und so war ich im Stande Gefühle am Klavier auszudrücken, wie ich es sonst nie geschafft hätte, was wiederum das Wachstum der Pflanze beschleunigte. Als das Klavier dann zu Bruch ging, ließ es mich erwachen.
Das würde auch erklären, wie sie unbemerkt in mein Zimmer eindringen konnte: Sie muss am Anfang wirklich klein gewesen sein.
Aber jetzt...
Ich kann durch den Spalt zwischen den Türen stieren, wenn ich ein Auge schließe, und was ich dort draußen sehe, gefällt mir überhaupt nicht.
Und trotzdem muss ich es alles aufschreiben- Gott sei Dank bewahre ich in diesem Schrank meine Schreibmaschine, und die Papierblöcke auf.
Sie schleppt ständig neue Kinder an. Sie lässt ein paar ihren Arme aus dem Haus gleiten, und nach einer Zeit zieht sie sie wieder ein, und jedesmal ist irgendetwas in den Blättern eingewickelt.
Hasen, Katzen, Hunde, Kinder. Männer die angezogen sind als wären sie Bettler.
Und alle werden sie verdeckt und verdaut, so wie das Kind das ich gefunden habe.
Doch seit gestern scheint ihr das nicht mehr zu genügen, denn es hat eins der Kinder ans Klavier gesetzt, und es spielt immer besser.
Offenbar obwohl ein paar Saiten gerissen sind.
Es versucht auch immer öfter seine Blätter durch die Ritzen und Spalten im Kasten zu mir hereinzuschieben, und ich bekomme jedesmal einen halben Herzinfarkt, wenn ich eins der Blätter sehe, wie es unter dem Türspalt durchkriecht.
Und wenn ich erst die Augen sehe.
Langsam bekomme ich Hunger hier drinnen, aber was soll ich machen.
Ich sehe sie versucht es gerade wieder, ich muss versuchen, zu vernichten was immer auch durch diese Spalten kommt. Aber was ist DAS?
Es It zko8888888usss.mutiersssseeeeeeeeeiuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuu

 

Tja das war dann wohl mein Comeback.
Ich bleib jetzt übrigens bei dem passwort, hab's mir auch wirklich eingeprägt.
Eintätowiert und so.
Unter meinem Namen gibt's noch die ein oder andere Srory hier also begrüßt mich bitte nicht, mit an Bord zu sein oder so. Falls euch das Ende nicht gefallen hat, ihr seit nicht alleine denn ich bin damit ebenso unzufrieden- hat ja auch fast schon einen Hauch von Satire.
Naja das wollt ich nur mal gesagt haben.
Man sieht sich
Matt

 

Hallo Matthias


Meine Pflanzen ziehen unendlich langsam Nährstoffe aus dem Boden, und die Bäume lassen ihre knorrigen Hände starr ins Leere greifen.
Hört sich irgendwie an, als wären auch die Bäume in seinem Zimmer.

strahlendes Lichtermeer aus unzähligen Lichterhaufen.
Statt "Lichtermeer" würde "Meer" genügen. Denn es bezieht sich ja auf die Lichter am Ende des Satzes.

Ich bin sicher dass sie meine Geschichte glauben werden, wenn Sie darüber in er Zeitung lesen
Ein "d" bei der Zeitung fehlt. ;)

Also wo waren wir stehengeblieben
Die ganze Zeit schreibst du in der Ich-Erzählform.
DU erzählst. Warum plötzlich dieses "Wir" ?

geschliffene Diamanten, die ich in zufällig gerade beim Unkrautjäten gefunden hatte.
Das Wörtchen "in" ist zuviel.

Er zog sich über dem Loch zusammen und schleppte sich fort, als würde hinter irgendetwas herjagen
Als würde "er" hinter irgendwas ....

Messer Gabe Schere Licht
Gabel

Ich atmete tief ein, nicht zu laut nicht zu laut, und bewegte mich langsam vorwärts
Ja, nur nicht zu laut. :D
Da waren deine Finger beim tippen wohl schneller als du nachkamst.

und starrte die ganze hundertstel Sekunde lang, dieses ... ‘Ding‘ das da vor mir stand.
Hast du es angestarrt oder daraufgestarrt? So oder so, da fehlt ein entscheidendes Wort.

Eine Spitze bohrte sich in das Eiweiß
Die Beschreibung dieses "Wesens" ist mir zu ungenau. Wenn du "Eiweiß" schreibst, sieht dieses Ding für mich aus wie ein großes Spiegelei mit Spinnenbeinen. Das Auge wäre dann das Eigelb.

Ein Haufen von Augen, von glotzenden, nackten Augäpfeln
Das Auge!
die andere stach ihm genau in die Pupille.
Du erwähnst hier abwechselnd mal EIN Auge, dann wieder mehrere. Entscheide dich doch mal, wieviel Augen das Ding nun wirklich hat.
Und wenn es mehrere Augen hat, dann solltest du besser schreiben "stach ihm genau in eine seiner Pupillen".


„Starship Troopers“
...grins... Jetzt ist meiner Phantasie vollkommen offen
gestellt, dieses "Ding" mit den Wesen aus dem Film zu vermischen.
Nur schlecht für jene Leser, die den Film nie gesehen.
haben. Die werden weiterhin rätseln dürfen, wie das Ding nun wirklich aussieht etc.

Mein Rücken krachte gegen das lamentierte Holz des kostbaren Klaviers
Sorry, hab ich da jetzt was falsch mitbekommen? Ich dachte, er sei einen Gang entlang gegangen und durch eine Tür durch.
Wie kann er dann plötzlich wieder beim Klavier sein, wo ja sein Startpunkt auf der Suche nach dem Monster war?
Ist zwar schon klar, daß sich das auf das anschließende Geschehen bezieht, aber es ist trotzdem unlogisch.

Mein Lieber Leser, wenn auch all dies schwer zu glauben war so stelle ich Sie jetzt erst vor eine wirklich schwierige Vertrauensprobe.
Was jetzt kommt werden Sie mir mit ziemlicher Sicherheit nicht glauben, aber verzeihen Sie mir wenn ich sage: Es ist mir egal.
Wahrhaftig. Ich habe so einige Probleme das alles zu glauben. ;)
Liegt einfach daran, daß bis hierher die Geschichte sehr verworrwen ist, im Sinne von: Es wiederspricht sich einiges. (Oder bin nur ich es, der das so sieht?)
Aber dem Erzähler ist es ja egal. ;)

Das würde auch erklären, wie sie unbemerkt in mein Zimmer eindringen konnte.
Stehe ich auf der Leitung? Ich kapier den Zusammenhang nicht wie die Pflanze nun tatsächlich in das Zimmer eindringen konnte.

Es sind noch ein paar Grammatik und Rechtschreibfehler, die du bestimmt noch selbst finden wirst.
Im Großen und Ganzen fand ich Deine Geschichte zwar nicht berauschend, aber auch nicht wirklich schlecht.
Die Idee war gut (obwohl sie so ne Mischung aus "Der kleine Horroladen", "Aliens" und ... na, wie heißt doch gleich der dritte Film? ... war).
Der Gruseleffekt kam bei mir nicht auf. Vielleicht bin ich da ja aber schon zu abgebrüht für sowas. ;)

Ich gebe auch ehrlich zu, daß ich den Zusammenhang zwischen Anfang und Ende nicht kapiere.
Selbst wenn er durch die Pflanze in eine Art "Trance" versetzt wurde, passt die Erzählung der ersten Abschnitte mE nach nicht zum Rest.
Und irgendwann zwischendrinn hast du mal geschrieben, die Aufklärung, wie man tagelang ohne Essen auskommen kann, würde später noch kommen. Da kam aber nie eine.

Über ne Stunde für meine Kritik dürfte ja wohl erahnen lassen, daß ich mir wirklich Mühe gab da durchzusteigen, oder? :)

Gruß
LoC

 

Hi! Und danke für die detaillierte Kritik.
Die stilistischen Punkte die du bemängelt hast, sind aber größtenteil unbegründet (jetzt zahl ichs dir heim ;) )

Hört sich irgendwie an, als wären auch die Bäume im Zimmer
das soll es auch


Die ganze Zeit schreibst du in der Ich-Erzählform.
Der Erzähler spricht den Leser an und zieht sich mit ein. Wie wenn ein Lehrer in seinem Redefluss unterbrochen wird, und dann den Faden wieder aufnimmt.

...grins... Jetzt ist meiner Phantasie vollkommen offen gestellt, dieses "Ding" mit den Wesen aus dem Film zu vermischen.
Nur schlecht für jene Leser, die den Film nie gesehen.
haben. Die werden weiterhin rätseln dürfen, wie das Ding nun wirklich aussieht etc.

aber für die die den Film gesehen haben ist es eine Hilfe, also isses gut so.

Sorry, hab ich da jetzt was falsch mitbekommen? Ich dachte, er sei einen Gang entlang gegangen und durch eine Tür durch. Ist zwar schon klar, daß sich das auf das anschließende Geschehen bezieht, aber es ist trotzdem unlogisch.

Hab ich geschrieben dass er ausm Zimmer raus ist?
Ich glaube nicht oder?


Stehe ich auf der Leitung? Ich kapier den Zusammenhang nicht wie die Pflanze nun tatsächlich in das Zimmer eindringen konnte

Das steht im nächsten Satz: Sie muss am Anfang sehr klein gewesen sein.
Hast du die Geschichte wirklich ganz gelesen? Ich hab sicher erklärt, dass die Musik das Wachstum beschleunigt. Vielleicht zu selten, oder zu missverständlich? Hmmm...

Naja trotzdem danke für die Kritik, das restliche Zeugs werd ich morgen noch richtigstellen, jetzt muss ich Platz vorm Computer machen.

Danke für die Mühe!
Ciao

 

Jawoll, zahl es mir heim. Gib mir Tiernamen. :D

Ich kam am Türrahmen an- und wirbelte herum.
Ok, hier könnte man noch annehmen, das "Ding" ist innerhalb des Raumes hinter ihm.
Jedoch hier:
näherte mich so der Tür von der Seite
bin ich der Meinung, das Wesen ist außerhalb des Raumes.
Oder ist er da schon aus dem Raum rauß und schaut wieder rein?
So oder so. Für mich ist es nicht ersichtlich ob er im Raum ist oder das Wesen außerhalb antrifft.
Darum meine Kritik auf Jenes bezogen.

Trotzdem bleib ich bei meiner Meinung, was ich an Kritiken angebracht habe. So, jetzt hast du's. :p

L.G.
LoC

 

Man kann sich einer Tür auch nähern ohne den Raum zu verlassen. Schach Matt. :p

Aber im Ernst: Ich versteh echt nicht was du meinst: Er geht nicht direkt auf die Türe zu sondern geht an der Wand entlang, sprich: nähert sich ihr von der Seite.
Er wirbelt herum weil er mit dem Rücken zur Wand steht.
Schade dass das scheinbar so unklar ist, ich hab mir dabei nichts weiter gedacht.

Naja ich bin froh dass du meine Geschichte wenigstens gelesen hast. Ich gebe ja zu, dass sie ziemlich weit hergeholt ist,
aber mir selbst gefällt dir Idee. Jaja Eigenlob stinkt ich weiß...

Man sieht sich
Mat

 

Ok, belassen wir es dabei. Er war IM Zimmer. :)

Wenn dir deine eigene Geschichte, bzw. eben die Idee, gefällt, ist es doch in Ordnung. Viel schlimmer wäre es, wenn du hier eine Geschichten posten würdest die du selbst total daneben findest. Denn dann kannst du auch mit Kritiken nicht wirklich etwas anfangen.

So long
und viele gute Ideen für deine nächste Story.
LoC

 

Hallo Matthias (oder wie du auch heißt:cool: )

Ich habe deine Story gelesen und als ich im ersten Drittel war, kam Neid in mir auf. Nicht wegen des Stiles, den du pflegst, der ist ziemlich aufgeregt und hektisch. Ein wenig Gelassenheit könnte ihm guttun, glaube ich.

Aber die Idee, der Ausgangspunkt von der ausgelöschten Menschheit, ließ Gänsehaut entstehen bei mir. Doch als du diesen uneleganten Schwenk vollzogest, von einer Story zur anderen, da war es aus, keine Spannung mehr, keine Aufmerksamkeit.

Wenn du dich umsiehst in diesem Forum, dann wirst du die verschiedensten Typen von Autoren entdecken. Der eine kann dies besser, dem anderen liegt jenes viel mehr. Schau dir Poncher zum Beispiel an. Der macht dir aus einer Scheiß-Idee eine passabele Geschichte. Rainer, glaube ich, versteht sich ganz gut darauf, langsam und stetig zu erzählen, oder Jack Torrance kann aus gar nichts eine witzige Story zaubern.
So geht das eine ganze Weile, alle nicht Aufgezählten mögen nicht böse sein, hat nichts mit ihrem Können zu tun.
Dir scheint es zu liegen, Grundideen zu ersinnen, knallige Ausgangslagen. Denn beide Basen - die in der Raumstation und auch die mit der Pflanze (obwohl sicher nicht neu) - haben mir sehr gut gefallen.
Aber das Ergebnis!

Vielleicht würde es helfen, wenn du in deiner Arbeitsweise etwas änderst. Ich weiß nicht, wie du vorgehst, aber ich fand es immer sehr sinnvoll, eine Art Fahrplan zu erarbeiten, Szene für Szene schon vorher zu skizzieren, um dann, bevor man beginnt zu schreiben, das Ergebnis einigermaßen kennt.

Aber so schlecht, wie sich das hier anhören mag, war der Text bei Gott nicht.

Würde mich freuen, von dir zu hören, wie du über die Vorschläge denkst.

Viele Grüße!

 

Hey danke vielmals!
Natürlich ist mein Stil noch alles andere als ausgefeilt, aber das is ja klar, immerhin fang ich gerade erst an und habe null Übung.
Ich glaub das kommt schon noch mit der Zeit.
Danke für die Tipps- du spielst eigentlich nur auf den Stil an oder?
Der Übergang und die Hektik. Kann schon sein, dass das ganze etwas hektisch ist, aber ich hab das ganze wie im Fieber geschrieben.
Ich halte viel von den Vorschlägen, aber ich bin ehrlich gesagt zu faul das ganze zu überarbeiten, ich werde mich anfangs eher dem schreiben an sich widmen und nicht dem Ausbessern.
Wenn mein Stil mal etwas lockerer wird, werde ich vielleicht wieder auf die Geschichte zurückkommen.
Oder lernt man beim Verbessern auch?
Was meinst du mit Ergebnis? Das Ende?
Und was ist alles andere als neu?
Das eine Pflanze mordet, oder dass eine Pflanze jemanden zwingt für sich Klavier zu spielen?

Fragen über Fragen die du hoffentlich beantworten kannst, ich wäre dir ehrlich sehr angetan!
Ich glaube aber auch, dass die Geschichte einen entscheidenden Mangel an Dialogen hat. Oder lieg ich da falsch?
Mich selber kann man ohne Dialoge nicht hinter dem Ofen hervorlocken.

Naja ich schwafel zu viel.
Nochmal vielen Dank, hat mich echt gefreut.

Ciao Matt

 

Hi Matthias,

muss meinen Vorrednern leider rechtgeben. Auch ich kann mit dieser wilden Mischung nicht wirklich etwas anfangen.
Das erste Kapitel hat mit seiner Grundidee wohl jeden gepackt. Da sitzt also jemand in seiner Raumstation und vernichtet aus irgendeinem Grund die ganze Menschheit. Interessant und spannend. Und jetzt stellt man sich natürlich als Leser die Fragen nach dem wie, wo, was und v.a. warum?

Ab dem Satz

Und damit fängt meine Geschichte erst an.
wird's schon irgendwie ungemütlicher, unrunder. Der ganze Quatsch mit den Leser direkt ansprechen und "Sie werden es ja nicht glauben, aber..." und der ganze Pipapo, macht die Stimmung aus dem ersten Kapitel irgendwie zunichte oder drückt sie zumindest schon mal runter.
Irgendwann muss man sich eingestehen, vom Autor brutal von der Ausgangssituation weggerissen worden zu sein und wahrscheinlich nie wieder hinzugelangen, aber ein Fünkchen Hoffnung bleibt ja noch.
Bis zu diesem gottverdammten Satz
Ach ja: haben Sie sich schon gefragt, wie ich es getan habe? Wie ich die sechs Milliarden Menschen auf einmal ermordet habe, und auch noch überlebte?
Nun ich muss Sie enttäuschen denn: Ich weiß es nicht!
Ab da fühlt man sich nur noch verarscht. Die ganze Pflanzenscheiße langweilt nur noch und steigert die eigenen Aggressionen, angesichts dieses brutalen Verrats am Leser.

Also was zur Hölle hast du dir dabei gedacht?! :bonk:
Waren die Pflanzen und das Alien die ganze Zeit Teil deiner Story oder hast du nach dem ersten Kapitel nicht recht weitergewusst und dir einfach irgendetwas aus den Fingern gesogen?
Wenn ersteres der Fall ist, dann isses eine Käsestory.
Bei zweiterem find ich's unendlich schade, dass du nicht drangeblieben bist, an diesem Szenario. Ich will verdammt noch mal wissen, wer dieser Typ ist, warum er die Menscheit vernichtet, wie er es tut und v.a. was danach kommt! Da hab ich doch, nach so einer Einleitung, ein Recht darauf oder?

Bin jetzt stinksauer. :xxlmad:
Visualizer

 

Hey, hey cool down Visualizer du altes Arschloch! :aua:
Hm, nachdem ihr euch ja scheinbar alle einig darüber seit, dass ich eine gute Anfangssituation voll verschissen habe, will ich doch mal aus der Verteidigung kriechen und euch die Scheiße voll vor den Latz ballern (mit Ausnahme von Visualizer, der soll sich seine eigene Scheisse aufs Brot schmieren)

Also: Ich hatte da diese Idee, von der ich immer noch sehr angetan bin- ein Typ hängt in einer Raumkapsel fest und die einzige Möglichkeit zu überleben, ist, eine künstliche Biosphäre aufrechtzuerhalten, indem er das Wachstum von ein paar Pflanzen mit Musik anregt. Gegen Ende sollte dann eine der Pflanzen irsinnig fett werden, oder mutieren und den Typen auffressen.
Ich fand die Idee toll, war aber momentan auf 'nem abgefahrenen Horrorschreiberling Trip, und wollte auf keinen Fall eine Sci- Fi Story schreiben.
Also experimentierte ich damit ein wenig rum, warf sie zusammen mit ein paar anderen Ideen oder Ideefragmenten (und wenns auch nur 'n paar Brocken Scheisse waren) in 'nen riesen Mixer und schüttelte das ganze doch mal eben kräftig durch!

Tja, Experiment mißlungen, das erbärmliche Überbleibsel, eine unkontrollierte genetische Kreuzung, seht ihr heute vor euch.
Nun ja, nachdem das ganze nun endlich unter Bergen von verspielter Zeit begraben ist, kann ich es nunmehr objektiv betrachten und euch allen recht geben.
Ich habe beschlossen die ganze Stephen King scheisse auf den Müll zu kippen, und mir seinen beschissenen Einfluss wie einen Knoblaucheinlauf in den Arsch zu schieben.
Hoffentlich hälts mein Darm aus.
Die nächste Geschichte wird mit Sicherheit im glänzenden Sternbild der "Sci- Fi" geboren werden, und keine gräßliche Fehlgeburt sein, die hoch oben vom stilistischen Stammbaum der Möchtegern- Poes heruntergeschissen wurde.

P.S.: Visualizer
Nimm mir meinen Zynismus nicht übel, ich war froh über deine Kritik und überhaupt nicht beleidigt.
Aber um ins Detail zu gehen:
Als Leser hat man einen Scheiss auch nur IRGENDEIN Recht, auf irgendetwas das im Laufe der Geschichte passieren soll, nur weil man es so will.
Alles andere wäre Mangel an künstlerischer Freiheit, und nichts als Einengung.
Es wäre kein Dialog zwischen Leser und Schreiber, sondern nichts weiter als eine Vergewaltigung dessen, was Kunst an sich eigentlich sein sollte.
Wenn man aufhört zu experimentieren, Wendungen einzubauen oder einfach nur seine Gefühle auszudrücken, dann verpennt man seine Station und endet an der erbärmlichsten alle Haltestellen: der mit dem Namen: Massenware, oder Einheitsbrei, oder Fließbandfabrik oder vielleicht auch Kommerz.
Deine Meinung in Ehren, dass meine Story scheisse ist, aber DU als Leser solltest irgendein Recht haben?
Ebensowenig wie es ein Muster für Qualität, oder eine Schablone für ein gutes, ausdrucksstarkes Gemälde gibt.
Oder auch nur einen tiefen Kern, von dem alles ausgeht was eine gute Story ausmacht.
Nämlich einen Scheiss. :stoned:

 

Na dann sind wir uns doch einig, dass das "Experiment misslungen" und eine "grässliche Fehlgeburt" ist. Ist doch schön! Freuen wir uns, fallen einander in die Arme und haben einander wieder ganz doll lieb. :D

Mit dem "Recht" stimm ich insofern mit dir überein, als es darum geht, die Erwartungen des Publikums, ohne Rücksicht auf Verluste, zu befriedigen, wenn es sich um den Fortlauf einer Geschichte handelt.
Was ich meinte war, das man als Leser das "Recht" (meine Güte, wenn man nicht alles unter Anführungsstriche setzt, versteht einen echt kein Schwein), dass man also als Leser das "Recht" - nach ungeschriebenem Gesetz - hat, mit einer "tollen" (wie immer das jetzt jeder für sich auch auslegen mag) Story belohnt zu werden, wenn man erst einmal, anhand einer tollen Einleitung, Blut geleckt hat. Und weißt du auch warum der Leser dieses "Recht" hat? Weil dem Autor sonst das Publikum ausbleibt. Es liegt also im Interesse des Autors(!), seinem Leser dieses Recht einzuräumen. Es sei denn, er legt keinen Wert auf Publikum, weil er sich lieber als exzentrischer Künstler in seinem eigenen Licht badet. (Was ich dir hier nicht unterstellen möchte.)

Nun kann man dir (wie auch sonst keinem hier) eine schlechte, oder sagen wir mal etwas misslungene Geschichte, nicht wirklich zum Vorwurf machen. Dazu sind wir ja alle hier, um zu experimentieren, verschiedene Ideen, Ansätze oder auch Stilrichtungen auszuprobieren, um aus Kritik zu lernen und selbst zu lesen und von anderen zu lernen.

Ich an deiner Stelle, würde mein erstes Posting an dich, eher als Lob lesen, auch wenn es vielleicht nicht danach klingt. Denn im Grunde war ich ja von deiner Einleitung begeistert. Dass sich meine "Kritik" etwas verschroben angehört hat, lag eben nur in der Enttäuschung, nicht in gleichem Stil weiter verwöhnt worden zu sein.

Aber auch das ist ja nur meine persönliche Meinung. Vielleicht gibt es ja unzählige Leute da draussen, die deine Geschichte, so wie sie ist, ganz toll finden und nur (noch) nicht gepostet haben.

In diesem Sinne
Visualizer

 
Zuletzt bearbeitet:

Alles in Butter, Alter.
Auch wenn das Wort "Recht" (Auch wenn man es unter Anführungszeichen setzt- diese niedlichen kleinen vier Dinger können den Sinn eines Wortes zwar verbiegen, aber eben auch nicht über die dritte Dimension hinaus)
hier ziemlich fehl am Platz ist.
Ein besserer Ausdruck wäre: Unterhalte oder du bleibst links liegen!
Außerdem: denkst du nicht, dass die Geschichte gut hätte bleiben können, OHNE das ich enthülle wie, womit, wann und wo er die Welt zur Hölle schickt?
Unerfüllte Erwartungen sind in dieser Beziehung eine feine Sache:
Man man kann das Ende offen lassen, jedoch hinter einem dichten Schleier des Mysteriums verbergen- und man muss sich noch nicht mal die Mühe machen irgendetwas zu erklären, oder sich irgendetwas einfallen zu lassen! Das ist doch toll!
Nur weil die Geschichte scheisse ist (oder in eine dieser unendlich vielen Feinabstufungen zwischen Kohlefarbener Scheisse und dschungelgrüner Scheisse geordnet gehört)
heißt das nicht, dass fehlende Erklärungen schuld sind.
Ach ja: Außerdem habe ich das ganze doch erklärt- es ist gar nicht passiert!
Wenn ich da nur an diese hochgelobte Kurzgeschichte auf kg.de denke, in der am Ende auch "alles nur ein Traum war"...

P.S.: Ich verstehe auch nicht, was an der "Idee" so toll sein soll: Typ bringt die Erde um die Ecke- als ob's sowas nucht e schon 23094324 Mal gegeben hätte!
Das is doch längst keine Idee mehr, das grenzt schon an eine Art abgekautes Mikrowellen- MassenPlagiat.

 

Nur weil die Geschichte scheisse ist (...) heißt das nicht, dass fehlende Erklärungen schuld sind.
Richtig. Hab ich auch in meinem letzten Posting so geschrieben.
Was ich meinte war, das man als Leser das "Recht" (...) - nach ungeschriebenem Gesetz - hat, mit einer "tollen" (wie immer das jetzt jeder für sich auch auslegen mag) Story belohnt zu werden, wenn man erst einmal, anhand einer tollen Einleitung, Blut geleckt hat.
Deswegen geht es mir nicht zwingend um die Einlösung der oben gestellten Fragen nach dem wie, wer, was etc., wenn - ja wenn dann etwas folgt, mit dem ich auch etwas anfangen kann, das ebenso spannend und interessant klingt, wie der Anfang.
War aber, nach meinem persönlichen Empfinden, dann eben nicht der Fall. Kein Grund, die eigene Story jetzt in Grund und Boden zu schimpfen.

Grüße
Visualizer

 

Hmmm vielleicht sollte ich die Geschichte ins Korrekturcenter verschieben lassen, wenn ich mal wieder Zeit für irgendwas habe.

 

Letzte Empfehlungen

Neue Texte

Zurück
Anfang Bottom