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Alltägliche Welt

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07.05.2001
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Alltägliche Welt

Episode 1: Die Mitarbeiterin gegenüber
Erst versucht sie, schwungvoll die Tür zu öffnen und knallt dagegen, weil sie sich nur nach innen öffnet. Dann lacht sie. Schließlich sagt sie: „Macht ja nichts. Das nächste Mal weiß ich’s.“ Eine halbe Stunde später, wenn sie sich auf den Weg macht, um sich einen Kaffee zu holen, den sie bei ihrer siebten Zigarettenpause an diesem Morgen genießen will, knallt sie wieder dagegen. „Ha! Macht ja nichts. Beim nächsten Mal weiß ich’s.“

Episode 2: Der Junge am Bahnsteig
Er geht langsam. Er lässt sich Zeit. Er bleibt kurz stehen und schaut sich um. Er entschließt sich, sich auf eine Bank zu setzen. Er klettert auf die Lehne, stellt seine Füße auf die Bank und spuckt zwischen seine Füße auf das Holz. Er wartet kurz und schaut nach oben. Er spuckt noch einmal. Er packt sein Handy aus, schreibt kurz eine SMS und spuckt kurz. Als die Bahn ankommt, steht er auf, geht zur Tür, spuckt auf den Boden und steigt ein.

Episode 3: Die Dame an der Kasse
Sie sieht schon weitem ihre Bekannte nahen und begrüßt diese aufgeregt. „Helga! Helga! Hier sitze ich! Helga!“ Helga winkt ihr zu und macht sich auf den Weg. Sie packt ihre Sachen auf das Band. Und weil sie sich so sehr freut, ihre Freundin wiederzusehen, erzählt sie ihr aufge-regt eine Geschichte: „Lore, Du glaubst nicht, was mir gestern auf dem Heimweg von unse-rem Frauenabend passiert ist. Ich hab mich grad von Euch verabschiedet gehabt und geh die Straße runter, da kommt mir doch tatsächlich die Frau vom Doktor Herzberg entgegen. Du, Du wirst es nicht glauben, die hat mich nicht mal angesehen! Wo ich ihr doch neulich noch die Tür aufgehalten hab als ich zu ihrem Mann in die Praxis gegangen bin.“ In der Zwischen-zeit reihen sich schon eine ganze Menge anderer Kunden hinter Helga auf. Lore hingegen weiß kaum, was sie dazu sagen soll: „Was? Ehrlich? Ach, das ist ja wohl ne Unverschämtheit! Also, ob ich da noch mal hingehe...“ Seltsamerweise scheint Lore die anderen Kunden nicht zu bemerken. Sie ist so entsetzt über das Verhalten von Frau Herzberg, dass sie für einige Minuten völlig ihre Arbeit vergisst. Gesagt hat ihr das aber niemand. Erst als Helga beginnt, Ihr Kleingeld zu zählen, gehen einige zur Kasse nebenan, die noch völlig leer ist.

Episode 4: Wo sind meine Schlüssel?
„Schatz, hast Du meine Schlüssel gesehen? Wie? In der Schublade? Wie kommen die denn dahin? Da tue ich sie nie rein. Hast Du die denn da reingelegt? Schatz? Wo hat sie denn... Da sind sie aber nicht! Was? Im Bad? Wieso im Bad? Was zum Henker haben meine Autoschlüs-sel im Bad zu suchen? Oh, Menschenskind, jetzt hat sie die Tube mit der Zahnpasta wieder offen gelassen. Ich hab Dir doch schon tausendmal gesagt, dass die Zahnpasta austrocknet, wenn Du sie offen lässt! Ja mir tut’s auch leid! Wo sind denn jetzt die Schlüssel? Was? Wo? Im... im Handschuhfach? Im Auto? Ja, aber... Schatz!

Episode 5: Der Mann an der Kasse
Er steht da und hat alles sorgsam auf das Band gelegt und seinen Klappkorb schon hingestellt. Er räumt alles fein säuberlich ein, ordnet alles, damit man nichts einfach obendrauf legen muss. „Warten Sie mal, ich glaube, ich habe es passend. Was brauchen Sie denn? Zwanzig Pfennig? Neun Pfennig? Neun Pfennig habe ich nicht, aber zehn. Hier bitte. Können Sie mir ein Fünfmarkstück rausgeben? Danke.“ Er schaut sich den sehr langen Einkaufszettel an. Un-tersucht jede Preisangabe genau. „Entschuldigung, Frau ähm... ich glaube, das hier stimmt nicht.“ Die Kassieren sieht sich den Zettel an. In der Schlange hinter dem Mann werden eini-ge Kunden unruhig. Die Kassiererin muss auf einem speziellen Tableau nachschauen. Sie bestätigt den Preis. „Ah, ach so, alles klar.“ Er überprüft die Liste weiter. „Aber hier, sehen Sie mal, Frau ähm... ich glaube, hier stimmt es aber wirklich nicht.“ Die Kassiererin kümmert sich erst um den Kunden am Band. „Hallo? Frau äh... hallo?“ Die Kassiererin dreht sich zu ihm um und schenkt ihm einen bösen Blick. „Sehen Sie, hier.“ Sie schaut noch einmal nach und bestätigt wiederum den Preis. „Ist Ihre Lesemaschine auch nicht kaputt? Ich glaube, am Regal hinten steht „3 Mark und 25 Pfennige“ aber Ihr Gerät liest „3 Mark 29 Pfennige“, ich glaube, Sie sollten mal nachfragen.“ Die Kassiererin fragt nach. Ihr Chef bestätigt den Preis. „Na gut, danke. Tschüs.“ Der Mann geht nach draußen. Nach etwa einer Minute kommt wie-der rein. „Entschuldigung...“

Episode 6: Das Kind und der Storch
Der Junge geht mit seiner Klasse in den Park. Es ist ein großer Park mit einer sehr aufwendi-gen Anlage. Die Kinder sehen sich alles an, das Gewächshaus, das Tropenhaus, die Schmet-terlinge. Sie machen auch eine Bootsfahrt. Gegen Mittag entscheiden die Lehrerinnen, das es an der Zeit wäre, etwas zu essen. Sie suchen sich ein schattiges Plätzchen unter einem Baum, um dort ein paar Happen zu essen. Während sie ihr Essen zu sich nehmen, schreitet langsam ein Storch an ihnen vorüber und betrachtet sich das Geschehen aus der Ferne. Eines der Kin-der ruft: „Hallo Oskar!“ Die anderen wundern sich. „Das ist Oskar. Passt auf, der beißt Euch. Der nimmt Euch das Essen weg!“ Der Storch kommt langsam näher. Er bleibt kurz stehen und geht wieder weg. Er wechselt zu einem anderem Baum ganz in der Nähe, unter dem ein junges Paar gerade ein Picknick macht. Sie füttern den Storch. Die Kinder kommen angelau-fen und warnen vor der Bissigkeit und dem Hunger des Tieres. Eines der Kinder beginnt, den Storch zu scheuchen. Die junge Frau ärgert das sehr: „Hör gefälligst auf, so was macht man nicht!“ Das Kind hört nicht auf. „Ich hab gesagt, Du sollt aufhören, sonst passiert was!“ Das Kind, das den Storch schon kannte, stellt sich vor die junge Frau: „Mein Vater arbeitet hier im Park.“ Das Pärchen sieht sich an. „Schön für Dich.“


Copyright © 2001 bei Sebastian Fischer

 

hm, da hat sich wohl wer an einer satire versucht.
problem: alles nur angedeutet. style is standard, hätte jeder schreiben können. nichts prägnantes, herausstechendes.
erinnert an die blau-weiß geschichten auf dem zdf.
also äußerst ausbaufähig.

 

Episode 7: Der gelangweilte Leser
Er liest eine der Alltagsgeschichten und denkt sich unentwegt: "Ja, gut, und weiter?", ist gelangweilt und klickt ganz schnell zu einer anderen Geschichte.
Denn beim nächsten Mal weiß er´s ja! :)

 

In Deinen Geschichten fehlt mir etwas der Plot. Sie sind "nur" eine Aneinanderreihung von Situationen ohne Spannungsbogen etc. Vielleicht ist dies aber auch von Dir beabsichtigt (siehe Titel "Alltägliche Welt").

Die Art Deiner Schreibe gefällt mir allerdings recht gut, mach' mal mehr.

ca
Pat

 

Hmmm, du hast es unter Humor reingesetzt, aber hätte es nicht besser unter die Rubrik "Alltag" gepaßt? ;)

 

Hi!
Ich muss auch zugeben, ich habe schon besseres von dir gelesen, aber ganz so schlecht, wie in den Bewertungen finde ich die Geschichte auch wieder nicht. Allerdings fehlt leider tatsächlich etwas, das die einzelnen Episoden verbindet. Schade.

 

Ich hoffe mal, das fällt jetzt nicht unter die >Müll<-und-dergleichen-kommentiere-ich-nicht - Kategorie, aber- was ist der Witz an der Sache?
Ich verstehe ihn nicht.

Nichts für ungut.

 

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