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AdoRE

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06.07.2003
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AdoRE

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Da war es deren typisch Klagegesang, der mein Herz erfüllte. Die hermaphroditen Meereswesen schwebten mit dem rauschenden Blau näher an mich heran, um gleichan wieder zu feinem Nebel zu verblassen. Ihr Lied nicht in meinem Ohr, doch als Schmerz die Knochen zerbrechend. Mein Spiegelbild im stehenden Wasser verzieht sich zur Grimasse. Sprich doch, wenn du nur Worte kennst!! Blut entrinnt meinen Augen, färbt den kalten Sand rot.
Fremde Finger in meinen Augen, ich wende mich ab, doch das Rot fließt weiter... Das Blatt Papier wird vom Wind aus meiner Hand gelöst, flattert davon. Meine Habseligkeit. Der letzte Rest von Dir. Gehst -und alles was Du mir lässt, sind wenige, leere Phrasen auf farblosem Papier. Du siehst mich gerne leiden, nicht? Selbst jetzt noch... Jaja, was hielt mich bloß an Dir?!
„Wieso regst du dich so auf, es hatte doch nichts zu bedeuten.“ Noch nicht einmal hier hattest Du die geringste Emotion in der Stimme. Wozu auch? Du warst unfehlbar! Schillernde Gottheit und ich kroch auf knien zum Altar Deines hochmütigen Sadismus. Webtest ein Netz für mich aus schwarzem Samt und Geistergestalten. Ich hing gern darin, während Du mich gegessen hast.
„Tu`s doch für mich! Nur dieses eine Mal...“ Mein Gewissen schrie, doch Dein Blick war stärker... Ich beichtete sogar, in der Hoffnung diese Bilder vergessen zu können! Weites Feld, lange Grashalme, das Flüstern meines Gottes in dieser Seele, doch ich gehorchte nur der eigenen Selbstsucht... Das angsterfüllte Gesicht. Glaube mir, es war nicht meine Absicht, ich habe es lediglich ausgeführt. Werkzeug mit Seelenhauch doch ohne Gesicht. Noch sehe ich das Blut des Menschen von den Grashalmen tropfen. Nicht einmal einen Namen hatte sie. Wäre es denn einfacher gewesen, totes Geschöpf, hätte ich gewußt, wer du warst? Oder hätte die Schuld bloß noch schwerer gewogen? Warst du ein „guter“ Mensch? Die Augen so tief, sie wollten mich mitreißen... Hinab in den Tod. Wieso bin ich deren Verlockung nicht gefolgt? So wäre ich nun bei Dir...
Sehnsucht macht mich wahnsinnig. Der salzige Wind klebt in meinem Haar wie meine Tränen an jenem Tag in Deinen Haaren. Für Dich war die Tat nichts weiter als ein Spiel. Ein Spiel und ich als Protagonist. Du hast gelächelt.
Schritt für Schritt nähere ich mich dem kühlen Wasser. Weiche Dämmerung umgibt mich. Jegliches Gefühl entsagt sich meinem Körper, ich sehe Dein Blatt Papier in der ferne aufs weite Meer hinaustreiben. Das Wasser berührt meine Füße, ich laufe weiter, langsam, Schritt für Schritt der Dunkelheit entgegen. Ich habe für Dich getötet. Ein weiterer Schritt. Die Flüssigkeit reicht mir bald bis zum Hals. Doch ich schreite stets weiter... Bedeutet habe ich Dir dennoch nichts. Es wird mir unmöglich zu atmen, doch Dein Gesicht verblasst nicht. Es wird für immer meine Träume durchwandern.
Für immer...

 

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