Was ist neu

sonstige

Genre: sonstige

  1. Bis es ruhig wird

    Mara ist unruhig. Sie spürt die Unruhe in ihrer Brust, in der es sich anfühlt, als wenn ihr Herz Flügel bekäme und anfinge zu flattern. Ihre Atmung wird schneller, und in ihren Beinen spürt sie, wie die Nerven in ihren Waden zucken, gestreckt und gedehnt werden wollen, wie sie sich ständig...
  2. Bildermeer

    Bei ihr ist alles voller Zettel und Papierbögen mit Zeichnungen, sie liegen kreuz und quer überall verstreut. "Sieh dir so viele an wie du willst", sagt sie. Ich nehme einige, greife fast gierig zu wie beim Schlussverkauf, was mir peinlich ist. Aber ich werde zu ihnen hingetrieben, will sie...
  3. Vibration

    Wir hören einen Podcast über die Hexenjagd im Mittelalter. Friedlich döse ich gegen das Fenster des Flixbusses gelehnt, ihre Finger streicheln meine Stirn. Ich fühle sie hinter verschlossenen Augen, den leichten Druck. Ein Lächeln, wenn ich davon kurz erwache. In der Hoffnung, dass sie es sieht...
  4. Meer

    „Warte doch! So schnell bin ich nicht!“ „Wir müssen aber weiter!“, rief ich ihr zu. Die Sonne brannte auf uns nieder. Über die Dünen, die uns umgaben, zog ein unregelmäßiger Wind. Mal nur ein leichtes Lüftchen, mal mit einer Kraft, die einen umwehen konnte. Widerwillig blieb ich stehen und nahm...
  5. Railway

    "Railway" Manche Leute behaupteten, der Tod selbst bedeute Freiheit! Das Schlimmste sei das Sterben. Man stehe der Angst, den eigenen Gedanken schutzlos gegenüber und sei dazu gezwungen, sich mit sich selbst auseinanderzusetzen. Allerdings hatten besagte Menschen nie an jener Schwelle...
  6. In der Falle

    Dienstag Ein Mann betritt die Doppelgarage und bleibt wie angewurzelt stehen. Ein Standbild in Weiß-Grau-Beige. „Hallo? Hören Sie mich?" Seine Stimme ist fest, fast befehlend. Keine Reaktion. „Hören Sie mich?!“ Der befehlsgewohnte Ton bricht, wie der Rest des Mannes, in sich zusammen. Er kniet...
  7. Die Wahrheit im Stroh

    I. Anfang Dezember musste Mascha sterben. Schuld daran war das Wetter: Es fiel so viel Schnee, dass die Laster auf der Straße, die vom Tal zum Seniorenheim heraufführte, nicht mehr fahren konnten. Bald musste der Leiter des Seniorenheims, Wassili Bulakov, sein eigenes Schwein schlachten, weil...
  8. Die Äußerung des Innersten

    „Hallo Lena, ich komm gleich runter!“ „Is gut! – Ach, Paula?" "Ja?" "Bringste bitte meinen Schirm mit?“ "Mach ich." „So, hier ist er.“ „Danke dir. Gehen wir heute mal ins Café Schubert?“ „Oh ja – da gibts doch diese tolle Sacher-Torte!“ Die siebzig Jahre alte Frau hakt sich bei ihrer Gefährtin...
  9. Schattenhedda

    I Jeder im Dorf kennt die Hedda mit dem Strick um den Hals. Aber nur der kleine Ruben weiß Bescheid. Dass man die alte Hedda schon vor dreihundertunddreiundvierzig Jahren zum Tod am Galgen verurteilt hat. Sie aber nicht sterben wollte. Sie nicht mal mit den Beinen gezappelt hat, nur die Lippen...
  10. Sarah

    Robert Chen öffnete die Augen zum Klang der morgendlichen Straßenbahn, die wie gewohnt vor seinem Apartment in der Kastanienallee 47 vorbeifuhr. Es war 7:15 Uhr. Der Tag versprach strahlend schön zu werden, und das goldene Licht, das durch die cremefarbenen Vorhänge fiel, malte spielerische...
  11. Schattenfedka

    Auf dem Trampelpfad liegt eine Leiche … die Birken tanzen wie dumm … gehetzte Gedanken. Ich packe zu, als könnte ich Bäume erdrosseln, wenn ich nur wollte. In meiner Vorstellung geht hier einer lang. Mit kläffendem Köter. Mit Hut auf und Stock in der Hand, und er sieht alles, er denkt sich...
  12. Das erste Mal

    Sie erinnert sich genau an den faszinierenden Moment, als sie das Meer das erste Mal sah. Ihre Reise an die See begann am Abend vorher mit einer Kindergruppe aus Sachsen, die in ein Kinderferienlager der Baumwollspinnerei Mittweida auf Usedom fuhr. Sie fuhr als Ferienbetreuerin mit. Gemeinsam...
  13. Vielleicht liest der Meister himself das ja auch mal

    “Mit meinem Verhältnis treffe ich mich immer im Auto auf einem Parkplatz. Ich liebe zwar meinen Freund. Aber ohne mein Verhältnis wäre meine Beziehung auch vorbei, da mir der Sex zu wenig ist.” sagt eine Frau mit unverkennbar sächsischem Dialekt. “Sprich dich aus, du weißt ja, wir sind unter...
  14. Wettstreit der Gefühle

    Sie kam gerade aus der Metzgerei, als sie ihn sah. Ihn, der sie einst hatte schwanger sitzen lassen, weil sie angeblich seiner Karriere im Wege gestanden hatte. Ihn, der sich kurz darauf die reiche Erbin einer Hotelkette geangelt, aber nie auch nur einen Pfennig Unterhalt gezahlt hatte. Er stieg...
  15. Vêtue de ta couleur qui est vie

    Der Himmel ist gelb wie der Sand auf dem Platz, gelb wie der gebrochene Putz drüben an den Fassadenwänden. Ich sitze auf der Mauer, die Stofftasche unter den Arm geklemmt, das Buch zugeklappt auf den Knien, den Daumen zwischen den Seiten. Zu Hause werde ich sagen, dass es hier, wenn der Sand die...
  16. Hundstage

    Mit jedem Kilometer, den sie weiter aus der Stadt fuhren, spürte sie selbst im klimatisierten Auto, dass die Außentemperatur sank. Natürlich war das pure Einbildung, aber sie hatte einen ermüdenden Tag in ihrer überhitzten Wohnung hinter sich. Arbeiten bei diesen Temperaturen von beinahe 30 Grad...
  17. Hochzeit der Zikaden

    Die Sonne verteilt zaghaft späten Frühling über dem Park. Spaziergänger flanieren: eine Knochengestalt, die sich über den Rollator beugt, den Kopf schüttelt, ein Pärchen, das einander an den Händen hält, während die Hüften sich beim Wiegen ihrer Schritte berühren. Auf der Bank unter der Esche...
  18. Dann sind wir schlimm zueinander

    [Wurde veröffentlicht]
  19. Seelenwellen Maysalun

    Seelenwellen: Maysalun Im Schatten der düsteren Morgenstunden, auf dem Hügel von Maysalun, ragte Mohammed, ein junger Mann von erstaunlicher Größe und schlanker Statur, mit breiten Schultern und einem kräftigen Körperbau, unter den Männern hervor. Sein Gesicht, hell und glatt, strahlte eine...
  20. Verloren gewusst

    Wäre der Vogel dort oben, ein Falke, glaube ich, damals, in diesem Moment sterbend zur Erde fahren, sein letzter Blick finge unsere beiden Leiber ein… Schweigend lagen wir auf dem nach Freitagabend duftenden Gras; und nur ich weiß jetzt, wie ein Freitagabend riechen muss; so übervoll wie das...

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