Abstimmungsergebnis zur Challenge "Auf der Mauer stand mit Kreide"

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Kinder, Seltsam, Sonstige

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  1. #1
    snif ist offline Mitglied
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    Aktuelles Buch: Gary Larsons gesammelte Werke


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    Doktor Brändli und die Suche nach der Zeit

    „Heute musst du nicht aufstehen, Doktor Brändli.“
    Normalerweise hätte Doktor Brändli mit einem Warum? geantwortet.
    Wenn er wach gewesen wäre.
    War er aber nicht.
    „Hallo? Doktor Brändli?“ Tiger rüttelte an dem plumpen Klumpen unter der Daunendecke.
    „Grmglnchmal. Was ist?!“ Doktor Brändli hatte kein Verständnis für solche frühmorgendlichen Zärtlichkeiten.
    „Nichts ist. Ich wollte dir nur kurz sagen, dass du heute nicht aufstehen musst.“ Tiger stand neben dem Bett und lächelte. Seine schneeweissen Zähne blitzten und seine Augen leuchteten. Er sah aus, als wollte er sich ein Kompliment abholen, so im Sinne Wow. Das ist aber nett von dir, dass ich nicht aufstehen muss oder Was für eine gute Nachricht, Tiger. Herzlichsten tausendfachverdoppelten Dank oder so. Da aber seitens Doktor Brändli nur ein zweites Grmglnchmal! folgte, doppelte Tiger nach: „Du musst heute nicht aufstehen. Ich habe nämlich die Zeit gefressen.“
    Jetzt war Doktor Brändli wach.
    Er wollte nachfragen, aber Tiger hatte schon längst rechts-umkehrt gemacht und rutschte gerade das Treppengeländer hinunter.
    Also doch Zeit, um aufzustehen. Und wenn auch aus reiner Neugier.

    Als Doktor Brändli die Küche betrat, stockte ihm der Atem. Die vorabendliche Feier hing wie ein ekliger, klebriger Fliegenfänger im Raum. Der Latz vergnügte sich mit seinem Zitronenjoghurt, Tiger stapelte einen Turm aus den Chips, die überlebt hatten, und der Vorhang hing im Pijama rum, während der Dosenöffner döste.
    „Um Himmels willen, räumt denn niemand hier auf?“ Doktor Brändli riss das Fenster auf.
    „Keine Zeit“, raunzte Tiger kurz und balancierte Chips den Vierzehnten auf der Spitze seines Turmes. Voll konzentriert mit ausgestreckter Zunge.
    „Hallo? Was heisst hier keine Zeit? Ich darf doch bitten.“
    „Keine Zeit heisst keine Zeit. Sie ist nicht mehr da. Ich habe sie gefressen. Sagte ich doch.“ Chips der Vierzehnte wackelte, aber hielt sich.
    Doktor Brändli schnappte nach Morgenluft und Kaffee. „Zeit gefressen? Was soll das? Zeit kann man doch nicht fressen.“
    „Tiger schon. Tiger fressen alles. Das habe ich vom Latz gelernt.“
    Doktor Brändli nippte am Kaffeeschaum und drehte sich zum Latz. Der Latz winkte dem letzten Rest Zitronenjoghurt auf seinem Löffel zu und liess ihn in seinem Schlund verschwinden. Erst jetzt bemerkte er das fragende Augenpaar, das sich in seine Welt bohrte.
    „Ifwaf?“, fragte er mit vollem Mund.
    Tiger sprang ein. „Also. Das war so. Als ich aufstand, wollte ich aufräumen. Ich sagte dem Latz, er solle helfen. Er sagte, er habe keine Zeit. Ich fragte, warum er keine Zeit habe. Er sagte, weil ich ein Zeitfresser bin. Ich würde ständig seine Zeit fressen, sagte er. Ich sagte, ich habe noch nie Zeit gefressen. Er sagte, Tiger fressen alles. Und das stimmt.“ Tiger nickte nachdrücklich. „Und plötzlich wurde mir klar, dass auch ich keine Zeit hatte, weil ich versehentlich meine mitgefressen hatte.“ Tigers grosse Augen rangen um Verständnis.
    „Hm.“ Doktor Brändli wischte den Kaffeeschaum vom Schnurrbart. „Habe ich das jetzt richtig verstanden. Ihr alle ...“, Doktor Brändlis Augen wanderten vom Latz, über Tisch und Stühle, über Toaster und Wasserkocher, über Topf und Kaffeemaschine, über Kühlschrank, Fleischermesser und wackelndem Chipsturm, hinüber zu Tiger, „ ... ihr alle hattet keine Zeit zum Saubermachen, weil Tiger die Zeit gefressen hatte. Hm?“
    Alle nickten und schwiegen.
    Auch die Küchenuhr.
    Doktor Brändli gab der Stille Raum. Nur das Ticken der Uhr war zu hören.
    Tiktaktiktak.
    „Das Ticken heisst nicht, dass ich Zeit habe“, verteidigte sich die Uhr. „Das ist nur so ein Tick von mir.“
    Doktor Brändli sippte an der Kaffeetasse. „Verstehe. Verstehe.“ Er nahm einen grossen Schluck. „Na dann habe ich auch keine Zeit.“ Er nahm den letzten Schluck. „Ratzeputz leergefressen meine Zeit. Ich gehe wieder schlafen.“
    Doktor Brändli streckte sich, knetete seinen grauen langen Bart kurz weich, gähnte, zog seine Morgenmütze über und verliess die Küche.
    Der Latz und Tiger hörten die Treppe quietschen und die Schlafzimmertüre dumpf schliessen.
    Das war noch nie passiert. Noch nie hatte Doktor Brändli sich nach dem Aufstehen nochmals in die Schlafwolle zurückgezogen. Aber was soll's. Das Aufräumen war vertagt.
    Das hätte eigentlich nach Sieg schmecken müssen. Aber beide ahnten es - irgendetwas war flau.

    -

    „Was machen wir jetzt?“, fragte Tiger nach einer halben Stunde. Chips der Dreiundzwanzigste war nicht schwindelfrei und hatte den Turm zum Einstürzen gebracht.
    „Was heisst wir? Du siehst, ich bin beschäftigt.“ Der Latz schaute nicht mal auf.
    „Beschäftigt? Du liest die Rückseite einer Müesli-Packung.“
    Der Latz wollte sich erst rechtfertigen. Aber er brauchte nicht lange, um festzustellen, dass ein grüner Frosch mit Baseballmütze ihm kaum schlüssig erklären konnte, weshalb fünf komische Vitamine diese völlig überzuckerten Weizenpops in ein nahrhaftes Müesli verwandeln und ihm auch noch Kraft für den ganzen Tag spenden sollten.
    Er legte die Packung beiseite.
    „Zeitfressen ist doof.“ Tiger stützte seinen schweren Kopf mit beiden Tatzen.
    Auch der Latz hatte sich dabei ertappt, wie er sich jedes Mal freute, wenn der keuchende Zeiger der Küchenuhr eine Viertel Umrundung geschafft hatte.
    „Wir könnten dich ja aufschlitzen, die Zeit rausholen und zunähen“, schlug der Latz vor und zwinkerte dem Fleischermesser zu.
    Tiger warf mit der Turmruine nach ihm. „Spotte nur. Ich gehe nach oben und wecke Doktor Brändli.“ Er stürmte zur Treppe, nahm drei Stufen auf einmal und stürzte ins Gemach von Doktor Brändli.
    Nach kurzem Zögern entschloss sich der Latz, ihm zu folgen.
    „Uaaahh. Ahhh. Da haben wir ja unseren Zeitfresser.“ Doktor Brändli drehte sich auf die andere Seite, kuschelte sich in die Decke und mimte den Schnarcher.
    Tiger rüttelte an ihm. „Doktor Brändli. Bitte steh auf. Ohne Zeit ist es langweilig.“
    Doktor Brändli schnarchte noch lauter. Er überlegte kurz, ob er zu einer fulminanten Schnarch-Arie ansetzen sollte, aber stattdessen richtete er sich auf, klopfte das Daunenkissen auf, legte es hinter seinen Rücken an die Bettwand und drehte Däumchen. „So, so. Langweilig ist es.“
    „Unausstehlich langweilig.“ Tiger doppelte nach und riss an der Bettdecke. „Steh auf. Bitte.“
    „Tja. Was soll ich machen. Die Zeit ist weg. Gegessen, gefressen, futsch, fort. Ohne Zeit kann ich euch ja nicht mal zum Aufräumen schicken.“ Doktor Brändli kratzte sich am Bart und fügte leise hinzu: „Wir müssten sie zuerst finden, … die Zeit.“ Er strich seinen Bart zurecht. „Genau. Wir müssen sie suchen.“
    „Au ja!“ Tiger war begeistert. „Wie sieht Zeit aus?“
    „Gute Frage“, antwortete Doktor Brändli, rutschte etwas zur Seite, öffnete die Schublade seines Nachttischchens und holte das schlaue Buch heraus. „Hm. Stichwort Zeit.“
    Tiger und der Latz waren beide zur Stelle. Sie liebten das schlaue Buch mit all den Namen und Nummern darin.
    Doktor Brändli wühlte in den vergilbten Seiten und schlug es auf unter Brändli(-Barth) Rosa, 081 623 15 14.
    „Ist das deine Uroma mit dem rosa Bart?“ Der Latz lachte.
    Doktor Brändli sah ihn scharf an. „Psst. Keine Spässe. Das hier ist äusserst interessant und geheimnisvoll. Hier steht nämlich: Zeit. Mancheiner meint, Zeit sei immer und überall. Zeit lässt sich jedoch rauben, vergessen und fressen. Siehst du, Tiger? Das Letztere ist dir passiert“, flüsterte Doktor Brändli. „Weiter im Text: Niemand ist jedoch gänzlich zeitlos. Wie findet man Zeit, wenn man keine zu haben scheint? Löse das Rätsel:

    Nimm Kreide weiss
    und Diwan rot
    sei still und leis
    das a ist tot

    such Mauern die
    die Kreide schätzen
    bemale sie
    beherzt mit Saetzen“


    Doktor Brändli schloss das Buch und hob die Augen.
    „Hä?“, meinte Tiger. Bis Kreide war er mitgekommen.
    „Ein Rätsel, ein Rätsel. Schlag auf und lies nochmal vor.“ Jetzt hatte sogar der Latz angebissen.
    Doktor Brändli wiederholte das Rätsel.
    „Hm. Also, eine weisse Kreide. Haben wir weisse Kreide?“, fragte der Latz ungeduldig.
    „Hier.“ Doktor Brändli zog eine kleine Schachtel aus der Schublade.
    „ … und Diwan rot ...“, wiederholte der Latz.
    „Die Wand rot? Super. Wir malen die Wand rot.“ Tiger wollte schon Farbe holen.
    „Nicht die Wand, du Tigerhirn. Diiiiwaaaan“, klärte der Latz auf. „Ein Diwan ist so etwas wie ein Sofa.“
    „Stimmt“, bestätigte Doktor Brändli.
    „Im Keller steht eines.“ Tiger rannte los und kam mit dem Sofa auf dem Buckel zurück. Wenn Tiger Fahrt aufnahm, konnte er Bärenkräfte entwickeln. Das machte dem Latz Eindruck. So heimlich.
    „Und jetzt?“, hetzte Tiger.
    „Jetzt müssen wir mit Kreide und Sofa losziehen, Mauern suchen und Sätze darauf kritzeln. Dann finden wir die Zeit.“
    „Na gut. Wenn ihr meint.“ Doktor Brändli erhob sich. „Dann nichts wie los.“

    -

    Das war ein Bild. Tiger buckelte den roten Diwan. Der Latz folgte ihm beschwingt mit der weissen Kreide in der Hand und Doktor Brändli überschaute die Angelegenheit von hinten.
    Die erste Mauer, die ihnen über den Weg lief, war die Mauer des Friedhofes.
    „Darf man Friedhofsmauern bemalen?“, fragte Tiger vorsichtig.
    Die Friedhofsmauer nickte. „Klar. Das liest hier eh keiner.“
    Tiger liess sich nicht lange bitten. Er klaute ein Stück Kreide und kritzelte mit schwungvollen Bewegungen etwas Weisses an die Wand.
    „Schön ist es geworden, dein weisses …. Ding.“ Der Latz lachte und schüttelte den Kopf.
    Tiger holte nochmals aus und schrieb darunter: Das ist ein Tortenkopf.
    „Das heisst Totenkopf, du Weichschädel“, korrigerte der Latz.
    Tiger überlegte.
    Doch die Friedhofsmauer war begeistert. „Cool, ein Tortenkopf. Tausend Dank!“ Sie zog weiter und stellte überall ihr neues Tattoo zur Schau.
    Tiger hielt inne und schaute sich um. „Aber, ... wo ist sie, die Zeit?“
    „Mir scheint, wir müssen noch mehr Mauern bemalen“, meinte der Latz, steckte die Kreide ein und zog los. Tiger hievte den Diwan auf die Schultern und trottete hinterher. Doktor Brändli folgte schmunzelnd.

    Die drei waren in Fahrt. Sie kritzelten was das Zeug hielt. Auf der Mauer des Schulhauses stand Morgenstund hat Mundgeruch. Am Eingang der Bank Geld alle macht nicht glücklich, beim Fussballstadion Eine Schwalbe macht noch keinen Elfmeter, an der Uni Kopieren geht über studieren, am Wirtshaus Steter Tropfen höhlt den Kopf und an der Pforte des Theaters Wer zuletzt lacht, hat's zuletzt kapiert.
    Die drei hatten eine Menge Spass. Sie kritzelten und kicherten und waren inzwischen wieder bei Doktor Brändlis Haus angekommen. Ihr eigentliches Ziel, die Zeit zu finden, hatten sie komplett vergessen.
    Doch Doktor Brändli nahm den Faden wieder auf. „Noch immer keine Zeit in Sicht. Irgendetwas haben wir übersehen? Wie hiess das Rätsel? Da war doch etwas mit einem a ...“
    Er öffnete das Buch und zitierte: „Mit Kreide weiss und Diwan rot, … sei still und leis, das a ist tot.
    „Ein totes a ...“, sinnierte der Latz. „Und warum schleppen wir diesen Diwan die ganze Zeit mit uns herum?“
    Doktor Brändli hielt den Zeigefinger in das Buch. „Das Wort Sätzen ist übrigens mit ae geschrieben, nicht mit ä.“
    „Mit ae? Das könnte das tote a sein. Wenn man das a streicht, heisst es Setzen, nicht Saetzen. … Such Mauern, die die Kreide schätzen, bemale sie beherzt mit Setzen.“ Der Latz leuchtete. „Klar! Wir müssen keine Sätze auf die Mauern malen, sondern das Wort Setzen.“
    Tiger stellte den roten Diwan neben die Gartenmauer, griff zur Kreide und schrieb in grossen Grossbuchstaben auf die Mauer SETZEN.
    Die Botschaft war allen klar. Erst setzte sich der Latz auf den roten Diwan, dann Tiger und zuletzt Doktor Brändli.
    Sie sagten nichts. Sie sassen nur da. Und lauschten. Sie hörten den sanften Wind in den Blättern des Zwetschgenbaumes. Sie hörten das wirre Lied des Gefieders und das einsilbige Summen der Wirbellosen. Sie hörten den lieblichen Klang der wachsenden Gartengurken.
    Der Latz fasste sich ans Kinn. „Jetzt verstehe ich. Da ist sie ja wieder, unsere liebe Zeit.“
    Sogar Tiger wusste, was er meinte. Er nickte wortlos.
    Doktor Brändli schmunzelte, liess die Ruhe ausklingen und meinte: „Jetzt da die Zeit uns wieder hat, könnten wir sie nutzen, um das Fest vorzubereiten. Was meint ihr?“

    -

    Alle halfen mit. Im Nu war die Küche sauber. Die Zeit waltete wieder ihres Amtes. Tiger erklärte allen, wie sie die Zeit wiedergefunden hatten. Er erzählte, dass er sogar das Grillen der Zirpen hören konnte. Und nicht einmal der Latz korrigierte ihn.

    Doktor Brändli setzte sich auf den roten Diwan, beobachtete vergnügt seine ausgelassen feiernden Hausgenossen, lehnte sich zurück und genoss die Flugkünste der Zeit, während sie im Nu schlicht und einfach verging.
    Geändert von snif (10.12.2016 um 12:24 Uhr)

  2. #2
    jobär ist offline Senior-Mitglied
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    Aktuelles Buch: Nina George - Das Lavendelzimmer

    Hallo snif,

    gerne gelesen, deine "seltsame" Geschichte. Am Anfang hatte ich ein wenig Schwierigkeiten, zu merken, wer oder was alles lebte, sich bewegte und sprach. Ich nehme mal an, dass Kinder es einfacher haben, insoweit der Geschiche zu folgen.

    Die Schwierigkeit, die ich sehe: Die Zeit. Die verstehen ja Erwachsene kaum. Und diese Vorstellung, dass die Zeit weg sein soll und wieder gefunden wird, ist schon abwegig. Man könnte ja sagen: Die Zeit war gar nicht weg, die Handelnden haben sie nur nicht mehr wahrgenommen und brauchten deshalb diese Reise, um die Zeit wieder bewusst zu bemerken. Aber ist das (oder auch eine andere Erklärung) noch kindgerecht?

    Ich habe deine Geschichte jedenfalls gerne gelesen

    Jobär

  3. #3
    RinaWu ist offline Mitglied
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    Aktuelles Buch: GEISTERFJORD / Yrsa Sigurðardóttir

    Hallo @snif,

    ich wollte eigentlich schon längst Schluss machen für heute, aber dann habe ich deine Geschichte hier gesehen und war neugierig. Was soll ich sagen? Du hast mich verzaubert. Ohne Wenn und Aber – einfach verzaubert. Von dem flapsigen Tiger, über den Kartoffelchip mit Höhenangst, die Friedhofsmauer, die sagt "liest ja eh keiner", bis hin zu der Auflösung "schreibt SETZEN auf die Mauern". Das war einfach ein tolles Leseerlebnis. Absurd und charmant. Lustig, ohne aufdringlich zu sein. Und eine Beschreibung der Zeit, die kaum greifbar ist, deshalb ist sie aber auch so treffend. Ganz klar ein Favorit für mich, vielen Dank für diesen Text.

    Liebe Grüße
    RinaWu

  4. #4
    Ane ist offline Moderatorin
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    Hej snif,

    ich fand die Geschichte sehr vergnüglich und bin sofort unheimlich neidisch auf Doktor Brändli. Ich will auch einen Tiger haben, der ab und an die Zeit frisst, damit ich morgens länger schlafen kann.

    Ich hab erwartet, dass es schwierig werden würde, die fehlende Zeit zu zeigen aber dann funktioniert das
    für mein Empfinden ziemlich gut und ich fand die Lösung einfach und durch die Vorgeschichte trotzdem keineswegs banal.

    Nur den Latz hab ich nicht kapiert. Ist das ein ... Latz? Ein Frotteelappen? Weil er Zitronenjughurt isst und sich am Kinn kratzt ... so ausdrücklich.
    Ist der doch etwas anderes? Ich weiß ja nicht einmal welche Farbe er hat. Hängt er dem Tiger um den Hals?

    Wegen der vielen Feiern geh ich mal davon aus, dass die irgendwie beruflich damit zu tun oder an jedem Tag im Jahr Geburtstag haben.

    Sehr gern gelesen.

    Gruß
    Ane

  5. #5
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    Aktuelles Buch: Thomas Mann, Doktor Faustus

    Hallo @snif,

    eine wunderbar schnurrige Geschichte für Kinder und Erwachsene, die Rätsel mögen und sehr gerne wörtlichen wie übertragenen Bedeutungen von Wörtern nachjagen.

    Wie schön, wenn man dafür Zeit findet, und wie schön, wenn einem, auf dem Diwan sitzend, die Zeit entschleunigt vergeht.

    Für Erwachsene noch ein Hinweis: Doktor Brändli, der doch bestimmt Branntwein liebt, hat nicht nur einen Kater, sondern einen Tiger.

    Sehr gern gelesen
    wieselmaus
    Geändert von wieselmaus (26.11.2016 um 12:16 Uhr)

  6. #6
    svg ist offline Mitglied
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    Aktuelles Buch: James Krüss, die glücklichen Inseln hinter dem Winde

    Hi Snif,
    ich mache es kurz, meine es aber genauso wie hier geschrieben: Großartige Geschichte, wirklich zauberhaft, so wie die anderen Teile übrigens auch. Es wird so viel Mist im Kinder- und Jugendbuchbereich gedruckt, das hier würde ich als Buch sofort kaufen und mit großen Vergnügen vorlesen. Mehr Komplimente habe ich derzeit nicht!

    LG svg

  7. #7
    snif ist offline Mitglied
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    Aktuelles Buch: Gary Larsons gesammelte Werke

    Liebe wortkrieger

    Danke für eure lieben Kommentare. Meine späte Reaktion ist sehr unhöflich, ich weiss. In der Suche nach Musse und Muse war ich noch nie sehr erfolgreich ...

    --

    Hey jobär

    Am Anfang hatte ich ein wenig Schwierigkeiten, zu merken, wer oder was alles lebte, sich bewegte und sprach.
    Verstehe ich. Die Geschichte ist Teil einer kleinen Serie und es liest sich etwas einfacher, wenn man die Vorgängergeschichten kennt.

    Die Schwierigkeit, die ich sehe: Die Zeit. Die verstehen ja Erwachsene kaum. ... Aber ist das (oder auch eine andere Erklärung) noch kindgerecht?
    Darauf war ich auch gespannt, ganz ehrlich. Meinen persönlichen Elchtest, auf den ich sehr viel Wert lege, hat die Geschichte nur ansatzweise bestanden. Als ich sie meiner Tochter vorlas, war sie zwar von der gefressenen Zeit irgendwie fasziniert, aber nicht minder verwirrt. Ich hätte gerne ein paar Fragezeichen weniger in ihrem Gesicht gelesen.

    (Übrigens: So ein Jobär liesse sich eigentlich auch noch gut in die Brändli-Geschichten integrieren ... )

    --

    Hey RinaWu

    Du hast mich verzaubert. Ohne Wenn und Aber – einfach verzaubert. ... Absurd und charmant.
    Oh. Danke. Dein Kommentar geht runter wie Öl. Ich liebe die Kombination der beiden Worte "absurd und charmant". Das bringt irgendeine Saite in mir ins Schwingen. Herzlichen Dank.

    --

    Hey Ane

    Ich will auch einen Tiger haben, der ab und an die Zeit frisst, damit ich morgens länger schlafen kann.
    So ein gezielter Vorschlaghammerschlag auf den Wecker soll übrigens auch Wunder wirken ...

    Nur den Latz hab ich nicht kapiert. Ist das ein ... Latz? Ein Frotteelappen? Weil er Zitronenjughurt isst und sich am Kinn kratzt ... so ausdrücklich.
    Ist der doch etwas anderes? Ich weiß ja nicht einmal welche Farbe er hat. Hängt er dem Tiger um den Hals?
    Du weisst gar nicht, wie gerne ich diese Fragen einfach offen lasse. Ich bin immer wieder fasziniert davon, welches Bild die Kinder, die den Latz kennenlernen, mit diesem frechen Ding assoziieren. Das gibt interessante Kinderzeichnungen ...

    Danke für deinen Kommentar.

    --

    Hey wieselmaus

    schnurrige Geschichte für Kinder und Erwachsene
    Diese Formulierung mag ich.

    Doktor Brändli, der doch bestimmt Branntwein liebt, hat nicht nur einen Kater, sondern einen Tiger.
    Ich könnte mir auch gut vorstellen, dass Doktor Brändli nachts leise aufsteht, wenn das ganze Haus schläft, um sich einen Branntwein zu genehmigen. Aber das müssen die Kinder ja nicht unbedingt wissen ...

    Auch dir danke fürs Kommentieren.

    --

    Hey svg

    Es wird so viel Mist im Kinder- und Jugendbuchbereich gedruckt, das hier würde ich als Buch sofort kaufen und mit großen Vergnügen vorlesen.
    Dass du die Geschichten mit grossem Vergnügen vorlesen würdest, finde ich ein tolles Kompliment. Ich lese auch dann am liebsten vor, wenn mir das Buch als Erwachsener Vergnügen bereitet. Das ist wirklich wahr. Und die Kinder haben doch viel mehr vom Vorlesen, wenn Ma oder Pa mitleben, anstatt einfach Buchstaben fliessend aneinander zu reihen.

    Dir auch herzlichen Dank.

    --

    Liebe Grüsse an alle
    snif

  8. #8
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    Aktuelles Buch: Stephen King - Es

    Hallo snif,

    ich finde dir ist eine äußerst lebendige und kreative Geschichte gelungen. Mir ist allerdings nicht ganz klar, welche Altersgruppe du ansprechen willst (@Webmaster , da wolltest du doch was umsetzen ) ... und deshalb habe ich auch Probleme, eine gescheite Kritik zuverfassen, aus der du etwas mitnehmen kannst. Ich glaube nämlich, dass du die Geschichte sprachlich noch feiner gestalten solltest. Dazu aber mehr, wenn du eine entsprechende Altersgruppe genannt hast.

    Fürs erste mal folgendes:

    Ich finde den Einstieg klasse, das ist für mich der stärkste Teil. Nur muss ich @Ane rechtgeben und würde der Beschreibung des 'Latzes etwas mehr Raum widmen. Ich habe mir nun einen schwebenden Babylatz vorgestellt und das mit dem Kinn habe ich dann überhaupt nicht verstanden. Kinder können das aber vielleicht auch verstehen, ich bin mir da noch nicht ganz sicher, warum sollte ein sprechender, schwebender Latz auch kein Kinn haben?

    Sowenig erstmal von mir ... ich melde mich aber nochmals

    Beste Grüße,

    Sonne

  9. #9
    snif ist offline Mitglied
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    Aktuelles Buch: Gary Larsons gesammelte Werke

    Hey schwarze Sonne

    Mir ist allerdings nicht ganz klar, welche Altersgruppe du ansprechen willst
    Die Altersgruppe 6-12 Jahre, würde ich sagen, ... wobei es mir wichtig ist, dass auch Erwachsene beim Vorlesen Freude an den Geschichten finden sollen.

    Nur muss ich @Ane rechtgeben und würde der Beschreibung des 'Latzes etwas mehr Raum widmen. Ich habe mir nun einen schwebenden Babylatz vorgestellt und das mit dem Kinn habe ich dann überhaupt nicht verstanden. Kinder können das aber vielleicht auch verstehen, ich bin mir da noch nicht ganz sicher, warum sollte ein sprechender, schwebender Latz auch kein Kinn haben?
    Wie ich im Kommentar von Ane andeutete, ist es mir wichtig, der Beschreibung des Latzes nicht mehr Raum zu widmen. Kinder hatten beim Vorlesen noch nie Probleme damit, Körperteile dem Latz zuzuordnen. Ihr Bild, das sie von ihm haben, wandelt sich manchmal ein wenig. Aber ich liebe es, wenn die Kinder nach einer Geschichte mir erzählen, wie der Latz in ihrer Phantasie aussieht. Deswegen vermeide ich es, das Aussehen des Latzes näher zu beschreiben.

    Ich glaube nämlich, dass du die Geschichte sprachlich noch feiner gestalten solltest.
    Ich bin gespannt auf dein Feedback.

    Danke, schwarze Sonne, fürs Kommentieren.

    Lg
    snif

  10. #10
    Friedrichard ist offline Senior-Mitglied
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    Aktuelles Buch: Curtis: The North American Indian, 1907/1930

    „Das Ticken heisst nicht, dass ich Zeit habe“, verteidigte sich die Uhr. „Das ist nur so ein Tick von mir.“
    „Es blitzt ein Tropfen Morgentau
    Im Strahl des Sonnenlichts;
    Ein Tag kann eine Perle sein
    Und ein Jahrhundert nichts“,

    lauten vier Verse aus Gottfried Kellers „Die Zeit geht nicht“, an die ich erinnert werd durch die Wiederkunft des Dr. Brändli nebst des Haushaltes der analogen Dinge von Tiger & Co., fern jedes zu hackenden Haushaltes der digitalisierten Dinge der grauen Männer von Maikrosoft, Guu(r)gel und des strahlenden VerÄpplens. Da darf selbst noch eine Uhr nervöse tics zeigen, ohne gleich in die geschlossene Anstalt zu geraten, und der Vorhang darf sich – seiner Berufung angemessen hängen lassen und Dosen solidarisch mit ihrem Öffner dösen,

    lieber snif,

    und die Altersklasse kann ruhig bis 66 erhöht werden - wobei ich ja eigentlich ein Jung-68-er bin und eigentlich wegen der Albernheit Albert heißen müsste, lieber@schwarze sonne;

    Paal Schnitzel, wie del Kinese ohne Kontlabass so sagt:

    Also doch Zeit[,] um aufzustehen.
    Aber er brauchte nicht lange[,] um festzustellen, dass ...
    (dass Du es besser weißt hinsichtl. der Infinitivsätze zeigt gleich das letzte Zitat an)

    Der Latz vergnügte sich mit seinem Zitronenjoghurt, Tiger stapelte einen Turm aus den Chips, die überlebt hatten[,] und der Vorhang hing im Pijama rum, während der Dosenöffner döste.
    Wie im richtigen Leben haben Sätze, ob Haupt- oder neben-beruflich - Anfang und Ende. Hier wurde - vermutlich durchs "und" das Ende des Relativsatzes vergessen, die Konjuktion führt die Aneinanderreihung von Hauptsätzen fort. Hier will's der Zufall oder das Schicksal genau anders
    Die drei waren in Fahrt. Sie kritzelten[,] was das Zeug hielt.
    Mal nix Komma, nee, mit kommen jetzo
    Bis Kreide war er mit gekommen
    (besser „mitgekommen“ zusammen im Gegensatz zum realen Vorfall, dass einer die Kreide mit zu Dr. B. brächte, auf dass sie mit (zu Dr. B. eben) gekommen wäre.)

    Da ist der Beweis für oben
    „Jetzt[,] da die Zeit uns wieder hat, könnten wir sie nutzen, um das Fest vorzubereiten. Was meint ihr?“
    Gern gelesen vom

    Friedel

  11. #11
    GoMusic ist gerade online Moderator
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    Aktuelles Buch: G.R.R. Martin, G. Dozois: Königin im Exil

    Hallo @snif,

    ein nimmersatter Schlabberlatz, nicht schwindelfreie Kartoffelchips und die Uhr hat auch noch einen Tick. Einfach fantastisch!

    Der Latz wollte sich erst rechtfertigen. Aber er brauchte nicht lange um festzustellen, dass ein grüner Frosch mit Baseballmütze ihm kaum schlüssig erklären konnte, weshalb fünf komische Vitamine diese völlig überzuckerten Weizenpops in ein nahrhaftes Müesli verwandeln und ihm auch noch Kraft für den ganzen Tag spenden sollten.
    Normalerweise mag ich den erhobenen Zeigefinger nicht so sehr, aber hier finde ich das richtig gut gemacht.

    Tiger warf mit der der Turmruine nach ihm.
    2 x der

    Jetzt hatte sogar der Latz angebissen.
    Nur eine von vielen schönen Formulierungen/Wortspielen.

    Der Latz folgte ihm beschwingt mit der weissen Kreide in der Hand
    Anstatt "in der Hand halten" hätte ich vielleicht geschrieben "in seiner Tasche" (dieses umgenähte Stück Stoff, in dem sich Essensreste/Krümel sammeln).
    Aber so ist es auch okay, schließlich soll sich jeder sein eigenes Bild machen.

    Vielen Dank für diese lustige Geschichte. Finde ich sehr schön.

    Liebe Grüße,
    GoMusic

  12. #12
    Novak ist offline Moderator
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    Aktuelles Buch: Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki, Murakami

    Danke für eure lieben Kommentare. Meine späte Reaktion ist sehr unhöflich, ich weiss. In der Suche nach Musse und Muse war ich noch nie sehr erfolgreich ...
    SETZEN

    Sofort

    Auf den roten Diwan!!!



    Hallo snif,
    ich hab so gelacht über deine Geschichte. Das gibts gar nicht. Ich kannte deine Geschichten bisher nicht so richtig, ich glaube, ich hab auch noch nie eine kommentiert.
    Die hier hat mich jedenfalls ganz wunderbar amüsiert.
    Dein Tiger erinnert mich ein bisschen an den Comictiger Hobbes, der zwar nur für seinen sechsjährigen Besitzer zum Leben erwacht, und auch sonst ganz ganz anders ist als deiner, überhaupt ist in den Comics alles ganz anders, aber gemeinsam ist, dass auch in deiner Geschichte so wunderbar skurrile und anarchische Elemente eingebaut sind. Nur schon allein das wunderbare Personal dieser Geschichte. Ein Latz! Ich hab mich echt weggeschmissen.
    Überhaupt fängt die gesamte Küche ja an zu leben für Momente, der nicht schwindelfrei Chips Nummer dreizehn - oder war es vierzehn? Oder der dösende Dosenöffner.

    Oder wenn die ganze verrückte Sippe aus Tiger Brändli und Latz immer das Passende auf alle möglichen Wände schmiert. Das ist verflucht süß. Und nett. Und witzig.
    Und insofern ist meinem Lieblingscomictiger Hobbes und deinem Tiger auf recht allgemeine Weise gemeinsam, dass beide so wunderschön einen Bereich der "Erwachsenenwelt" karikieren, hier eben Zeitmangel und Hektik. Ja, ich freue mich sehr, dass einer meiner Lieblingscomics einen äußerst eigenständigen und ebenbürtigen Geschichtenpartner gekriegt hat.

    Deine Geschichte klingt, als hättest du beim Schreiben viel viel Spaß gehabt, und ganz ehrlich dir ist es gelungen, mir als deiner Leserin wahrscheinlich noch viel mehr Spaß zu bereiten.

    So langsam aber sicher hätte ich gerne ein paar mehr Stimmen
    Viele liebe Grüße von Novak

  13. #13
    snif ist offline Mitglied
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    Aktuelles Buch: Gary Larsons gesammelte Werke

    Lieber Albert, ... äh Friedel

    Ein Kommentar von dir ist für mich immer ein bisschen "Chilbi" (Kirmes, Jahrmarkt). Auf die Chilbi habe ich mich immer gefreut, da war laute Musik, da leuchtete und blinkte alles bunt es roch nach gebrannten Mandeln und Magenbrot und als Kind wuschelte man sich durch das Gemenge und Gewirr von Erwachsenenbeinen. Bei deinen Kommentaren ist das ähnlich. Ich freue mich jedes Mal darüber. Es blinkt und leuchtet und man weiss nie genau, was da auf einen zukommt. Danke dafür. Sie machen wirklich Spass.

    "Ein Tag kann eine Perle sein
    Und ein Jahrhundert nichts“
    Wunderschöne Worte, einfach wunderschön.

    die Altersklasse kann ruhig bis 66 erhöht werden
    Das freut mich sehr. Ich liebe es, wenn Omas und Opas ihren Enkelkindern vorlesen.

    Also doch Zeit[,] um aufzustehen.
    Aber er brauchte nicht lange[,] um festzustellen, dass ...
    Hm. In der Schule, vor ein paar Jahrzehnten, hatte ich noch gelernt, dass das Komma bei "um zu" erst gesetzt wird, wenn neben "um zu" und dem Verb noch mehr angehängt wird. Aber das scheint veraltet (oder mein Gedächtnis ist rostiger als ich denke). Danke für die Richtigstellung.

    besser „mitgekommen“
    Stimmt. Klar. Danke.

    ... und nochmals "Danke" für deine bunten, lebendigen Kommentare.

    --------------------------------

    Hey GoMusic

    Normalerweise mag ich den erhobenen Zeigefinger nicht so sehr,
    Danke, dass du das geschrieben hast. Du bist nicht der Erste, der diesen Zeigefinger in den Geschichten findet, ... und ich hasse das eigentlich. Der Zeigefinger ist nur zum Nasebohren da ...

    Anstatt "in der Hand halten" hätte ich vielleicht geschrieben "in seiner Tasche" (dieses umgenähte Stück Stoff, in dem sich Essensreste/Krümel sammeln).
    Gute Idee. Der Latz hat inzwischen bei mir ein solches Eigenleben entwickelt, dass ich manchmal vergesse, dass er ein Latz ist.

    Den Rest korrigiere ich dann auch noch. Danke fürs Lesen und Kommentieren, GoMusic.

    --------------------------------

    Hey Novak

    Dein Kommentar hat mich irgendwie aus den Socken gehauen. Ich möchte dir kurz erklären, warum.
    Ich llliiieeebbbeee Calvin und Hobbes. Wirklich. Ich mag Calvins Schneemann-Massaker, seine Reklamationsschreiben an den Weihnachtsmann, seine ewigen Kämpfe mit der Babysitterin Rosalie, seine Zeitmaschinen und Multiplikatoren, die er aus Pappschachteln bastelt, ... einfach alles. Nur, ... ich war mir noch nie bewusst, dass diese Cartoons einen Einfluss auf meine Geschichten haben mögen. Die Doktor Brändli-Geschichten haben sich aus Gutenacht-Geschichten entwickelt, die ich meinen beiden Ladys immer erzählt habe. Sie durften jeweils irgendetwas nennen, was in der Geschichte vorkommen sollte. Bei der allerersten Geschichte, die ich erzählt habe, hat meine Jüngste den Tiger gewählt, meine Nichte den Doktor und meine ältere Tochter einen Latz. So ist das ganze eigentlich entstanden. Aber ich kann nicht leugnen, dass "mein" Tiger gewisse Ähnlichkeiten mit Hobbes hat, vor allem was das Temperament betrifft. Obwohl Hobbes viel cleverer ist, als "mein" Tiger ... Auf jeden Fall hat mich die Verbindung zu Calvin und Hobbes, die du gemacht hast, fasziniert ... und hat mir auch geschmeichelt. Herzlichen Dank.

    Deine Geschichte klingt, als hättest du beim Schreiben viel viel Spaß gehabt, und ganz ehrlich dir ist es gelungen, mir als deiner Leserin wahrscheinlich noch viel mehr Spaß zu bereiten.
    Es stimmt. Ich liebe es, diese Geschichten zu schreiben. Wenn sie anderen Spass beim Lesen bereiten, ist das ein tolles Supplement.

    SETZEN

    Sofort

    Auf den roten Diwan!!!
    Ja. SETZEN. Ich weiss. Auf den roten Diwan.
    Zum Schreiben muss ich mich in meine Welt abkapseln. Gleichzeitg möchte ich für den Welten meiner Familie erreichbar sein. Es ist nicht immer einfach, die Balance zu finden.

    Danke nochmals für diesen Kommentar. ... und Calvins Mutter tut mir leid.

    lg
    snif

  14. #14
    Kanji ist gerade online Mitglied
    Mitglied seit
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    Beiträge
    717

    Aktuelles Buch: Haruki Murakami 'Von Beruf Schriftsteller'

    Hej @snif,

    die Suche nach der Zeit besänftigte mich an sich schon und weil du sie humorvoll angegangen bist, habe ich mich wunderbar amüsiert. Das Abstrakte greifbar machen zu wollen, ist immer eine Geschichte wert. Seit Michael Endes "Momo" liebe ich solche Gedankenspiele und deine ist wundervoll.

    Traurig wird der Gedanke an "gefressene Zeit" erst dann, wenn es nicht um Entschleunigung geht, sondern um die Zeit, die endlich ist, aber das wäre eine andere Geschichte.

    Du hast hier sehr viel kindliche Phantasie bewiesen und auf alltägliche Dinge gezeigt, die so betrachtet ziemlich lustig sind (Frösche auf Lebensmittelverpackungen).

    Sie hörten den lieblichen Klang der wachsenden Gartengurken.
    Mein Lieblingssatz, falls du eine challenge derart starten solltest.

    Vielen Dank, dass du uns an deiner Geschichte teilhaben lässt.

    Freundlicher Gruß, Kanji

  15. #15
    snif ist offline Mitglied
    Mitglied seit
    30.05.2013
    Beiträge
    62

    Aktuelles Buch: Gary Larsons gesammelte Werke

    Hey Kanji

    die Suche nach der Zeit besänftigte mich an sich schon und weil du sie humorvoll angegangen bist, habe ich mich wunderbar amüsiert.
    Besänftigt - wow. Ist mir lieber, als wenn du eingeschlafen wärest.

    Traurig wird der Gedanke an "gefressene Zeit" erst dann, wenn es nicht um Entschleunigung geht, sondern um die Zeit, die endlich ist, aber das wäre eine andere Geschichte.
    Stimmt. Irgendwann will ich mich auch an diese Seite wagen. Meine melancholische Ader ist ziemlich ausgeprägt ...

    Sie hörten den lieblichen Klang der wachsenden Gartengurken.
    Mein Lieblingssatz
    He. Meiner auch, in dieser Geschichte.

    Danke für deinen Kommentar.

    Lg
    snif

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