Abstimmungsergebnis zur Challenge "Auf der Mauer stand mit Kreide"

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Ergebnis 31 bis 40 von 40
  1. #31
    Schwups ist offline Moderator
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    01.01.2010
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    836
    Hallo gibberish

    Deine Geschichte wollte ich schon lange lesen und kommentieren, aber momentan hab ich auch nur wenig Zeit, daher jetzt etwas verspätet mein Kommentar.

    Was mir positiv aufgefallen ist, die Geschichte ist kurzweilig erzählt und du schaffst es auch, dass der Text den Leser fesselt. Vor allem im Mittelteil fand ich es auch sehr spannend:

    „Es gibt da ein Problem mit der toten Italienerin.“ Buckel-Ben klang angespannt.
    „Woher hast du meine Nummer?“
    Ben schwieg kurz, sagte dann: „Stehst im Telefonbuch.“
    „Und was für ein Problem gibt es?“
    „Schwer zu erklären. Am besten, du kommst her. Jetzt sofort. Es ist verdammt dringend.“
    Hier legst du ein enormes Tempo vor, da macht der Text richtig Spaß, und man merkt, du verstehst es, den Leser bei der Stange zu halten. Sprachlich sauber, ich bin nirgends hängengeblieben, da kann man sich dann auf das Inhaltliche konzentrieren.

    Und das ist leider auch der Schwachpunkt des Textes. Tut mir leid dass ich es sagen muss, aber die Handlung dieser Geschichte finde ich völlig abstrus. Das ist alles zu konstruiert und zu weit hergeholt. Die Figuren bleiben blass, das mache ich zum Beispiel daran fest, dass ihre Handlungen überhaupt nicht nachvollziehbar sind. Heiko wirkt ja recht bodenständig mit schwangerer Frau zuhause und Bürojob, ich seh da keine Verbindung zu einem Gangsterboss (von wegen Sandkastenfreunde) ... und dann sind sie erst so gute Freunde, dass Heiko Kopf und Kragen riskiert mit dem Abtransport der Leiche, keine zwei Tage später aber verrät er Lukasz ohne mit der Wimper zu zucken an die Italiener und schickt damit ihn (und Laura) in den sicheren Tod.

    Und warum benutzt er dann noch heimliche Codes um Lukasz zu warnen? Dann kann er ihn auch direkt ausliefern ... und die Italiener, warum wissen die alles, nur nicht wo sie Lukasz finden können? Die haben immerhin die Tochter des Bussards auch zu ihm geschickt. Und warum lassen sie Heiko am Leben, wo er sie doch identifizieren kann und alles? Und warum geht Alexa kurz vor der großen Aufführung in Urlaub? Und warum hat Laura keine Ahnung, was Lukasz so treibt (in der ersten Szene erschießt Lukasz immerhin im Raum nebenan eine Frau, und Laura bekommt das nicht mit?) Also für mich geht das alles hinten und vorne nicht auf.

    Unterhalten hat es mich trotzdem, das gebe ich zu, aber gerade weil du manche Dinge auch sehr gut machst (Stichwort Spannungsbogen) und ich auch deine anderen Geschichten kenne, traue ich dir da einfach mehr zu was glaubhafte Handlung und Figuren angeht. Hier agiert und reagiert halt jeder so, wie du es als Autor brauchst, um diese Geschichte zu schreiben - nachvollziehbar finde ich vieles davon nicht.

    Als wäre sie ein Mädchen von nebenan, das in einer Dorfdisco ausschenken würde und nicht an einem Ort, wo Geschäftsmänner und Greise ihre Schwänze in junge Nutten steckten.
    Find ich unpassend - wer sagt das, wer wertet hier?

    „Egal, du hast mir geholfen, als es mir dreckig ging. Bin dir was schuldig. Aber dann sind wir quitt.“
    Das kommt auch so völlig aus dem Nichts. Ich fand diesen Wandel schon seltsam. Immerhin gehts hier darum, eine Leiche im Auto von A nach B zu kutschieren ... muss ihm doch klar sein, wenn er damit erwischt wird wars das mit seiner Freundin und seiner Freiheit. Warum geht er ein solches Risiko ein? Hier einfach zu sagen: Du hast mir auch mal geholfen als es mir dreckig ging, also mach ich den Job - da machst du es dir viel zu einfach.

    Das hatte er in einem Film gesehen, das machten Verbrecher so.
    Hier rutscht der Text irgendwie ins Komische ab. Ich bin ja auch mehr so der normale Typ, wenn ich mir vorstelle ich fahr nachts mit meinem Auto und einer ermordeten Frau im Kofferraum zu einer verlassenen Gießerei an einem Waldrand - ich würde wahrscheinlich überhaupt keinen klaren Gedanken mehr fassen können, ganz zu schweigen von: Ich mach jetzt mal das Licht aus, weil das Verbrecher ja so machen. Ganz ehrlich, damit macht man sich erst recht verdächtig!

    Er hatte sich geschüttelt, sich vor der fahlen Haut geekelt. Und vor sich selbst.
    Hier hab ich mich gefragt, wie sie die Leiche überhaupt in den Wagen bekommen haben. Ohne dass Laura und sonst jemand was davon mitbekommen hat.

    Enzo ließ den Arm sinken und sagte: „Na, es wird wieder dasselbe sein. Wir wollen ins Prostitutionsgeschäft einsteigen, die Polen wollen uns fertigmachen, eins führt zum anderen.
    Wie praktisch, dass er das alles erklärt

    Also gibberish, auch wenn ich jetzt gemeckert habe, ich hatte schon Spaß mit dem Text. Ist ein bisschen wie wenn spät nachts einer von den alten Bond-Filmen läuft - da ist die Handlung auch völlig verrückt, aber die Filme machen Spaß. So ähnlich war es auch mit deiner Geschichte. Als kurzer Happen zwischendurch ist das ok, aber so richtig ernst kann ich sie eben nicht nehmen.

    Ich wünsch dir ruhige und erholsame Feiertage, mach es gut und bis zum nächsten Mal.

    Grüsse,
    Schwups

  2. #32
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    Aktuelles Buch: Cormac McCarthy - No Country for Old Men

    So, jetzt muss ich aber endlich antworten, habe schon ein verdammt schlechtes Gewissen.

    Lieber @Achillus,

    Die Konstruktion hat für mich ein paar Schwächen.
    Ja, da hast du sicher recht, da sind viele Wendungen und plot devices drin, die ziemlich konstruiert sind. Schwups hat da auch noch vieles berechtigterweise angemerkt. Ich habe das Ding halt auf Spannung und Unterhaltungswert hin geschrieben und dabei eine plausible Handlung vernachlässigt. So kommt es dann auch, dass die Tochter des Bussards einfach ungeschützt zur Konkurrenz geht, und Luke plappert einfach drauflos. Ich bin ehrlich, da habe ich mir während des Schreibens weniger Gedanken drum gemacht, als ich vielleicht hätte sollen. Da müsste ich jetzt sehr vieles ändern, die ganze Handlung nochmal umkrempeln, aber ich weiß nicht, ob mein Kopf dafür momentan frei genug ist.

    Du hast da schon gute Vorarbeit geleistet, aber beispielsweise Lucky Luke bleibt ziemlich blass. Da könnte man noch nachlegen.
    Da werde ich definitiv noch dran schrauben, auch wenn mir spontan nichts einfällt. Aber nach einer Kanne Kaffee und ein paar Gedankenspielen werde ich schon was finden.

    Von diesen kleineren Ungenauigkeiten abgesehen, finde ich das Ganze spannend und anschaulich beschrieben. Die sprachliche Ebene wirkt schon ziemlich gut ausgearbeitet, vor allem finden sich keine oder nur wenige fragwürdige Wendungen im Text.
    Das zu hören, freut mich sehr. Wenn Sprache und Spannung stimmen, motiviert das enorm. Allein deshalb hat sich die Challenge für mich persönlich schon sehr gelohnt.

    Vielen Dank für deinen Kommentar, Achillus. Freut mich sehr, dass du deine wertvolle Zeit meiner Gangster-Story hier gewidmet hast. Und natürlich wünsche ich dir ein frohes Fest.

    Liebe Grüße
    gibberish

    ---

    Liebe @Kanji,

    das Interessante an so einer Challenge ist auch, Geschichten zu lesen, die man sonst umgehen würde.
    Das stimmt. Ich habe auch so manchen Text gelesen, den ich unter normalen Umständen wohl nicht gelesen hätte. Aber ich finde das schön, man kommt mal aus seinem gewohnten Metier raus, erweitert den Horizont, und vielleicht springt dabei ja Inspiration für künftige Geschichten bei raus.

    Ich habe eine ganze Weile benötigt, um mich einzulesen in diese beschriebene Welt im Untergrund. Schon mit dem Namen assoziierte ich von Beginn eine Persiflage auf die berühmte Comicfigur. Dieser Gedanke machte es mir verstärkt nicht so leicht.
    Ja, wenn man mit solchen Geschichten nicht vertraut ist, fällt es natürlich schwerer, reinzukommen, das stimmt. Und die Parallele zu Lucky Luke war natürlich auch ein bisschen gewollt. Beide schießen schnell. Umso mehr bin ich dankbar, dass du trotz der Hindernisse weitergelesen und mir sogar einen Kommentar dagelassen hast, liebe Kanji.

    Leicht dagegen fiel mir deine Sprache. Sie führte mich durch das Geschehen und alles ging klar. Und nachdem ich mich "eingelebt" hatte, wurde ich mutig.
    Freut mich riesig, dass dir die Sprache gefällt. Das Handwerkliche richtig zu machen, ist mir natürlich sehr wichtig, und wenn das am Ende alles stimmig ist, fällt mir immer ein Stein vom Herzen.

    Die Stellen, die du angesprochen hast, habe ich mir nochmal angesehen und ausgebessert. Danke für's aufmerksame Lesen.

    Hab Dank für deine Zeit und Mühe und ich wünsche dir ein besinnliches Weihnachtsfest.

    Liebe Grüße
    gibberish

    ---

    Lieber @Geschichtenwerker,

    Ich mochte Deine Geschichte. Sie hat mich gut unterhalten, auch wenn ich immer mal das Gefühl hatte, eine "beliebige" Mafiageschichte zu lesen. Aber ich finde mit solchen Geschichte ist es wie mit Schottenkaros: verdammt schwierig etwas zu entwickeln, was trotzdem Schottenkaro ist, sich aber von allen anderen eindeutig und auf den ersten Blick unterscheidet.
    Wirklich schön, dass sie dir gefallen hat, obwohl ich natürlich zugeben muss, dass du recht hast, da sind viele altbekannte Versatzstücke drin. Rotlichtmilieu, Mafiosi, Leichenentsorgung, Folter, Vendetta - das kennt man alles schon aus dem ein oder anderen Film oder Buch. Da ist es schwer, neue Akzente zu setzen, das stimmt. Ich habe es versucht, indem ich das Ganze etwas abstruser gestalte und ein bisschen trockenen Humor reinbringe. Ist jetzt natürlich auch nichts Neues, aber ja, das ist in dem Genre verflucht schwer.

    Übrigens erschien es mir ein wenig unrealistisch, dass Heiko so einfach laufengelassen wurde. Da fände ich noch eine weitere Wendung toll.
    Da ist es wieder, das Ende. Anfangs war es relativ eindeutig, dass Heiko und Alexa sterben, dass sie von den Männern, die da auf sie zugehen, abgeknallt werden, dass die Italiener jegliche losen Enden kappen, Heiko doch nicht davonkommt. Auch wenn ich das so explizit nie geschrieben habe. Aber es war doch recht offensichtlich. Später habe ich das Ende dann geändert, immer wieder ein bisschen modifiziert und umgeschrieben, bis es jetzt so ist, wie es da steht. Ich überlege, den letzten Satz rauszunehmen und das Ende wieder offener zu gestalten, sodass beide Möglichkeiten offen bleiben. Aber so war das Ende der Geschichte hier auch schon mal, und auf Feedback hin habe ich mich dann für die aktuelle Variante entschieden. Also ich weiß nicht, welche nun die beste ist, wirklich nicht, aber mit dem momentanen Schluss bin ich ganz zufrieden.

    Danke für die gute Unterhaltung.
    Ich habe zu danken.

    Liebe Grüße und eine schöne Bescherung
    gibberish

    ---

    Liebe @Fliege,

    Erst mal toi, toi, toi für deine Prüfungen.
    Danke für's Daumendrücken. Wird schon irgendwie werden. Wenn ich vorher vor lauter Paragraphen nicht den Verstand verliere.

    Schreiben kannste, das weißt Du, Spannung aufbauen auch. Das ist eine solide, gut zu lesende und unterhaltsame Geschichte. Gar keine Frage.
    Sowas ist Balsam für die Autorenseele. Wenn Spannung und Sprache klappen, bin ich schon sehr zufrieden. Den Inhalt kann man später immer noch modifizieren, aber wenn die Sprache Murks ist, kann auch die beste Handlung das nicht mehr rausreißen.

    Zum einen entgleiten Dir die Dialoge, wenn Du Inhalt über sie vermitteln willst. Dialoge und Emotionen ja, Inhalte - nein. Ich such Dir gleich noch zwei, drei Beispiele dazu raus.
    Ich bin den Text nochmal durchgegangen und habe mir sämtliche Dialoge vorgeknöpft, hier gekürzt, da etwas umgestellt. Da habe ich vermutlich noch einiges übersehen, aber ich glaube, er fliest schon etwas besser. Danke für diesen Hinweis. War doch noch vieles streichenswert.

    Lass sie eine Truppe in der Off-Szene gefunden haben, die in einem Off-Theater sechs Vorstellungsabende geben dürfen.
    Gesagt, getan. Ich habe nicht wirklich Ahnung vom Theater, und ich hätte wohl mehr recherchieren sollen, was den Urlaub vier Wochen vor einer Aufführung betrifft. Hab Dank, Fliege.

    Hehe Und auf einmal geht auch richtig die Post ab. Und sag mal, der Buckel Ben - der ist pervers, stimmts? Der hat ganz seltsame sexuelle Vorlieben ... Tat mir gleich gar nicht mehr um ihn leid.
    Der Buckel-Ben ... naja, also der beste Liebhaber ist er nicht unbedingt. Zumindest, wenn man noch lebt. Und dass du kein Mitleid mit ihm hattest, ist nachvollziehbar.

    Hat er Lukes verraten? Vorher hat er ihm doch noch das Stichwort gegeben. Ich schnall es nicht. Auch nicht den Luke auf dem Beifahrersitz. Und wer jagdt ihn am Ende, Lukes Leute, die italienische Mafia, alle beide? Ich weiß, da in Rügen niemand, aber Friede wird er ja wohl nicht haben. Er kann sich mit dem Verrat vielleicht von der Mafia freikaufen, aber die wollen sicher auch keine Zeugen für Buckel-Ben.
    Also Heiko hat den Luke schon verraten, das Stichwort war dazu da, ihn in falsche Sicherheit zu wiegen, sodass er bei der Laura bleibt. Und zudem seine Männer in den Puff schickt, um da die Italiener aufzuhalten ... die aber nicht kommen werden und stattdessen zu Laura gehen. So war es zumindest gedacht. Ich habe die Stelle noch etwas ergänzt, ich hoffe, das ist nun etwas deutlicher.

    Das Ende lässt mir keine Ruhe, egal wie es aussieht, irgendwer wünscht sich immer ein anderes. :/ Anfangs wurde Heiko von Italienern gejagt, dann von Polacken, momentan sind es Einheimische, die Heiko für Polen hält. Gejagt wird er eigentlich von niemanden, nur von seinem Gewissen. Er hat seinen Sandkastenfreund "umgebracht" und kann das nicht verarbeiten, deshalb der Geist. Frieden hat Heiko so oder so nicht.

    Vielleicht habe ich auch einfach zu viele Filme gesehen, wo immer alle am Ende sterben müssen. Außer einer. Aber so die Nebendarsteller, die sterben halt immer. Die laufen am Ende nicht romantisch am Strand umher. Oh Mann, was sind wir alle Medienversaut in unseren Erwartungshaltungen.
    In meiner ursprünglichen Version sind auch alle gestorben. Wie du sagst, das erwartet man eben von einer solchen Story. Und diese Erwartungen wollte ich nicht enttäuschen, aber es ist doch auch mal nett, den Protagonisten zu verschonen. Es ist schon bemerkenswert, in wie vielen Filmen und Büchern die Protagonisten am Ende draufgehen. Besonders im Krimi-Genre. Vielleicht wollte ich einfach mal vergleichsweise nett zu dem Protagonisten sein. In meiner letzten "originalen" KG (also Copywrite ausgenommen) habe ich meinen Protagonisten zum Krüppel gemacht. Da wollte ich Heiko zum Ausgleich einen romantischen Strandspaziergang gönnen. Inklusive schlechtes Gewissen eines Mörders.

    Entspannte Feiertage (bisschen Zeit halt) und beste Grüße
    Das wünsche ich dir auch, liebe Fliege. Feier schön im besinnlichen Kreis und lass es dir gutgehen.

    Liebe Grüße
    gibberish

    ---

    Lieber @Schwups,

    Was mir positiv aufgefallen ist, die Geschichte ist kurzweilig erzählt und du schaffst es auch, dass der Text den Leser fesselt.
    Freut mich sehr, dass er dich fesseln konnte. Anfangs hatte der Text fast 6.500 Worte (mittlerweile "nur noch" 5.800 und ein paar Zerquetschte), da war es mir natürlich wichtig, Spannung aufzubauen und auch zu halten. Wirklich schön, dass mir das gelungen ist.

    Tut mir leid dass ich es sagen muss, aber die Handlung dieser Geschichte finde ich völlig abstrus. Das ist alles zu konstruiert und zu weit hergeholt. Die Figuren bleiben blass, das mache ich zum Beispiel daran fest, dass ihre Handlungen überhaupt nicht nachvollziehbar sind.
    Leider muss ich dir zustimmen. Ich sehe jetzt mit ein bisschen Distanz, dass das Ding schon ziemlich konstruiert ist, die Wendungen ein bisschen an den Haaren herbeigezogen sind. Klar, ich wollte das Ganze auch etwas abstrus gestalten, keine Frage, aber hier und da hätte ein bisschen Feinarbeit bei der Handlung nicht geschadet. Bei allem, was du anmerkst, kann ich nur nicken und sagen: "Ja, da hat der Schwups recht, das ist ein bisschen bescheuert gelöst." Die Handlung könnte noch so einiges an Überarbeitung vertragen, ganz klar, so viel, dass ich momentan nicht wüsste, wo anfangen. Und bis Ende der ersten Januarwoche bin ich im Lernstress, und langsam kommen auch wieder andere Ideen zu Kg's dazu, die durch meinen Kopf spucken, sodass ich nicht weiß, wann ich die Handlung hier in dem Ausmaß überarbeiten werde, damit am Ende glaubhafte Charaktere und Geschehnisse rauskommen. Sorry, wenn ich dich da vertrösten muss; das heißt aber nicht, dass ich mir deinen tollen und umfangreichen Kommentar nicht zu Herzen nehme. Es bedeutet mir viel, dass du dir so häufig Zeit nimmst, um meine Geschichten zu kommentieren, und ich kann dir nicht genug dafür danken, lieber Schwups.

    Unterhalten hat es mich trotzdem, das gebe ich zu, aber gerade weil du manche Dinge auch sehr gut machst (Stichwort Spannungsbogen) und ich auch deine anderen Geschichten kenne, traue ich dir da einfach mehr zu was glaubhafte Handlung und Figuren angeht.
    Wenn es dich unterhalten hat, ist schon was gewonnen. Und dass du anderes von mir kennst und mir auch mehr zutraust, das motiviert enorm.

    Die von dir angemerkten Stellen habe ich mir angesehen, zwei davon schon überarbeitet, zu den anderen muss ich mir erst noch ein paar Gedanken machen. Auf jeden Fall danke ich dir wie immer sehr für das aufmerksame Lesen.

    Ist ein bisschen wie wenn spät nachts einer von den alten Bond-Filmen läuft - da ist die Handlung auch völlig verrückt, aber die Filme machen Spaß. So ähnlich war es auch mit deiner Geschichte. Als kurzer Happen zwischendurch ist das ok, aber so richtig ernst kann ich sie eben nicht nehmen.
    Ich glaube, das ist die beste Beschreibung dieses Textes. Wie die Bond-Filme der Moore-Ära. Es war auch gar nicht meine Absicht, diesmal einen ernsten Text zu schreiben, und man sollte den Text auch nicht ernst nehmen. Aber ein bisschen Arbeit an Charakteren und Wendungen kann nicht schaden. Irgendwann werde ich das sicher nochmal angehen, und wenn ein völlig anderer Text dabei rauskommt, dann soll es so sein.

    Ich wünsch dir ruhige und erholsame Feiertage, mach es gut und bis zum nächsten Mal.
    Das wünsche ich dir auch, lieber Schwupps. Ich weiß zwar nicht, wann das nächste Mal sein wird, diese hier und das Copywrite war immerhin meine einzige KG's in diesem Jahr, aber vielleicht liest man sich schon bald wieder. Motiviert hast du mich auf jeden Fall sehr. Und vielleicht lesen wir uns ja mal unter einem Schwups-Text.

    Schöne Feiertage und liebe Grüße
    gibberish
    Geändert von gibberish (24.12.2016 um 12:55 Uhr)

  3. #33
    lakita ist offline Moderatorin
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    Aktuelles Buch: Walter Kempowski Echolot

    Hallo @gibberish,


    was für eine herrlich durchgeknallte Story!

    Zum Titel: Den finde ich hochspannend, weil die Kombination aus Lady und Bussard neugierig macht.
    Also erreichst du eigentlich bei mir als potentielle Leserin, dass ich gerne wissen möchte, was es damit auf sich hat. Am Ende der Geschichte ist es aber so, dass ich den Titel dann doch nicht so passend fand.

    Vom Bussard habe ich nicht viel in der Geschichte gelesen, und mit Lady könntest du einerseits die Lebensgefährtin meinen, denn die ist eine Lady, aber die trägt nicht die Geschichte, sondern vermutlich meinst du die Mafiatochter, aber die ist keine Lady.
    Insoweit ist es mit dem Titel problematisch, denn Versprechen müssen gehalten werden und das klappt hier leider nicht so ganz.

    Beim Challengethema stehe ich leider komplett auf dem Schlauch. Wo bitte steht da was geschrieben und wo in der Geschichte passiert etwas, das mit dem Thema zusammenhängt? Ich habe nichts in Erinnerung, das mich darüber stolpern ließ.

    Ansonsten mein Kompliment: manche Autoren hätten daraus einen ganzen Roman gemacht, was du in diese durchaus überschaubar lange Geschichte gepackt hast.
    Ich habe gerne gelesen, welche Wendungen du jeweils vornimmst, sobald man sich als Leser zu wohl in deiner Geschichte fühlt. Da hast du ein gutes Händchen bewiesen, den Leser an der Nase herumzuführen und Überraschungen zu präsentieren.

    Insgesamt ist der Plot allerdings eine Melange aus vielen Krimis, die man so kennt, wobei ich als Krimileserin auch bei vielen anderen Krimiautoren darunter leide, dass so arg viele nach einem gewissen Strickmuster entstehen und man im Grunde genommen nichts Neues erlebt.

    So leider auch hier. Dass die Mafia sich rächen wird, dass der Protagonist und seine Lebensgefährtin bedroht werden, ist alte Mafiaschule. Der Bordellbesitzer ist jemand, denn man schon zu kennen meint, der Typ in der Fabrik ist genau diese Art Faktotum, das sich ein kriminell angehauchter Bordellbesitzer oder anderer Krimineller halten würde und und und.
    Im Grunde genommen kannst du mit dieser Geschichte nur dann gut den Leser unterhalten, wenn es einer ist, der noch kaum solche Krimis kennt. Dann dürftest du damit recht erfolgreich sein.

    So aber hat man eine muntere Geschichte gelesen, bei der es auch viele interessante Wendungen gab, aber am Ende fragt man sich, wozu das nun alles gut war.

    Eine Sache allerdings hat mich richtig doll erfreut, nämlich wie es dir gelingt, das Thema der Lebensgefährtin, die für die Theaterprobe einen bestimmten Ausdruck sucht, auch noch am Ende sauber einzusetzen und zwar perfekt ins Ende zu bringen. Absolut gelungen! Nicht so gelungen fand ich allerdings, diesen Übergang
    Alexa stand im Badezimmer, sah in den Spiegel, richtete sich die Haare.
    Das kommt so brutal unvermittelt, so ohne Vorwarnung.


    Ich könnte mir vorstellen, wenn ich erlebe, wie geschickt du immer wieder der Geschichte eine Wendung gegeben hast, dass es dir gelingen könnte, eine supergute Geschichte zu schreiben. Du müsstest dein Phantasiepotential nicht auf die Neumischung altbekannter Handlungsstränge fokussieren, sondern auf das Ersinnen eines neuen, wirklich neuen Krimiplots. Ich bin sicher, das könnte dir gut gelingen und dazu möchte ich dich ermuntern.

    Lieben Gruß

    lakita

  4. #34
    Mitglied seit
    11.05.2014
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    Aktuelles Buch: Cormac McCarthy - No Country for Old Men

    Liebe @lakita,

    verzeih die späte Antwort, aber zwischen den Feiertagen habe ich leider keine Zeit gefunden, und die Semesterprüfungen rücken auch immer näher.

    was für eine herrlich durchgeknallte Story!
    Das lese ich gerne, denn das war auch meine Absicht. Mal einen weniger ernsten Text schreiben.

    Den finde ich hochspannend, weil die Kombination aus Lady und Bussard neugierig macht.
    Also erreichst du eigentlich bei mir als potentielle Leserin, dass ich gerne wissen möchte, was es damit auf sich hat. Am Ende der Geschichte ist es aber so, dass ich den Titel dann doch nicht so passend fand.
    Ich gebe zu, dass ich den Titel im Zusammenhang mit dem ersten Satz gewählt habe, um gleich zu Beginn Spannung zu erzeugen. Dennoch finde ich nicht, dass der Titel unpassend wäre. Die Lady (Alexa) und der Bussard sind ja die treibenden Kräfte hinter Heikos Handeln, quasi die beiden Faktoren, die ihn überhaupt agieren lassen. Ohne sie, wäre ja nach der Bordell-Szene mit Luke Schluss.

    Beim Challengethema stehe ich leider komplett auf dem Schlauch. Wo bitte steht da was geschrieben und wo in der Geschichte passiert etwas, das mit dem Thema zusammenhängt? Ich habe nichts in Erinnerung, das mich darüber stolpern ließ.
    Die Vendetta-Schmiererein auf den Wänden, jeweils mit dem Blut von Buckel-Ben und später mit Lukasz'. Ist doch ne Botschaft, oder nicht? Also mir kam es jetzt nicht so vor, als hätte ich damit das Thema verfehlt.

    manche Autoren hätten daraus einen ganzen Roman gemacht, was du in diese durchaus überschaubar lange Geschichte gepackt hast.
    Ich habe gerne gelesen, welche Wendungen du jeweils vornimmst, sobald man sich als Leser zu wohl in deiner Geschichte fühlt. Da hast du ein gutes Händchen bewiesen, den Leser an der Nase herumzuführen und Überraschungen zu präsentieren.
    Das freut mich sehr. Bei mir muss immer so einiges passieren in meinen Kurzgeschichten, demzufolge sind sie auch recht lang und beinhalten so einige Wendungen (meistens, hoffe ich). Ich kann einfach nichts kurzes schreiben, da würde mir immer was fehlen, ich will immer weiter ausholen. Da hab ich wohl einen Knicks weg, und das Schreiben eines Romans hat das nicht besser gemacht. Daher freut es mich riesig, wenn die Leser trotz der Länge dranbleiben und sich unterhalten fühlen. Mehr könnte ich mir nicht wünschen. Vielen vielen Dank für das Kompliment.

    Insgesamt ist der Plot allerdings eine Melange aus vielen Krimis, die man so kennt, wobei ich als Krimileserin auch bei vielen anderen Krimiautoren darunter leide, dass so arg viele nach einem gewissen Strickmuster entstehen und man im Grunde genommen nichts Neues erlebt.
    Ja, das stimmt. Aber es ist auch verdammt schwer, da neue Impulse zu setzen. Krimis zählen ja zu den meistgelesenen und -geschriebenen Genres, da gibt's alles mögliche, alles schon dagewesen. Und wenn man viele Krimis liest, dann gibt's wenig Überraschendes, das stimmt. Ich wollte das mit dem Abstrusen etwas auffrischen, habe aber die Handlung vernachlässigt. Darf nicht passieren, wird nicht mehr passieren ... hoffe ich. Ich habe momentan zu viel um die Ohren. Studium und Ideen zu anderen KG's, aber ich bin mir sehr sicher, dass ich mich bald wieder ins Krimi-Feld begeben werde. Danke für die motivierenden Worte, lakita.

    Eine Sache allerdings hat mich richtig doll erfreut, nämlich wie es dir gelingt, das Thema der Lebensgefährtin, die für die Theaterprobe einen bestimmten Ausdruck sucht, auch noch am Ende sauber einzusetzen und zwar perfekt ins Ende zu bringen.
    Zu Bett - das sind die letzten Worte von Lady Macbeth in dem Theaterstück, das wollte ich unbedingt einbauen. Ursprünglich waren das auch die letzten Worte in meiner Kg hier, da war eindeutig, dass Alexa und Heiko wohl am Strand sterben würde. Einge Änderungen später sterben sie nicht mehr, und der neue letzte Satz kam hinzu. Jedenfalls finde ich es schön, dass dir das aufgefallen ist und du es auch toll findest.

    Nicht so gelungen fand ich allerdings, diesen Übergang
    Alexa stand im Badezimmer, sah in den Spiegel, richtete sich die Haare.
    Das kommt so brutal unvermittelt, so ohne Vorwarnung.
    Ja, ist schon ein harter Schnitt. Ich habe die Stelle jetzt etwas umgestellt. Danke für den Hinweis.

    Ich könnte mir vorstellen, wenn ich erlebe, wie geschickt du immer wieder der Geschichte eine Wendung gegeben hast, dass es dir gelingen könnte, eine supergute Geschichte zu schreiben. Du müsstest dein Phantasiepotential nicht auf die Neumischung altbekannter Handlungsstränge fokussieren, sondern auf das Ersinnen eines neuen, wirklich neuen Krimiplots. Ich bin sicher, das könnte dir gut gelingen und dazu möchte ich dich ermuntern.
    Ermunterung geglückt. Etwas wirklich Neues zu finden, wird verdammt schwer, aber ich werde es versuchen. Dass du Vertrauen in meine Fähigkeiten hast, das bedeutet mir viel. Du warst immerhin die erste Person, die meinen ersten Text hier kommentiert hat.

    Vielen Dank für deine Zeit und Mühe, die du in den tollen Kommentar investiert hast. Und entschuldige nochmals die verzögerte Antwort, das tut mir echt leid.

    Ich wünsche dir einen schönen Start ins neue Jahr
    gibberish
    Geändert von gibberish (02.01.2017 um 13:26 Uhr)

  5. #35
    Novak ist offline Moderator
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    Aktuelles Buch: Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki, Murakami

    Lieber gibberish,

    von mir nur einen kurzen Kommentar.

    Ich finde die Geschichte mittlerweile rund und wirklich spannend. Ich liebte es, wie du es schaffst, die Spannung zu halten, und gleichzeitig den humorvollen Blick einzubauen, die parodistischen Einlagen besonders am Anfang sind ein echtes Zugpferd.
    Ein paar Sachen hast du vielleicht noch abgeändert, an Dialogen oder so (?) jedenfalls zieht der Text jetzt richtig stringent durch. Es stimmt zwar, dass es Ungereimtheiten gibt, die nicht zu einem ernsthaften Krimimnaltext passen, aber ich lese den Text auch anders, ich lese ihn eher wie eine parodierende Krimistory, die mit Versatzstücken des Genres spielt, Klischees zitiert und sich dadurch über sie lustig macht.
    Merkt man irgendwie schon an den Namen Lucky Luke, Buckel-Ben, dann die Facebook zitierenden Mafiaschergen Enzo. Dass es da auch manchmal hart oder ernster zur Sache geht, finde ich nicht unpassend, wenn es nur parodierend wäre, dann muss man das schon ganz schön superraffiniert hinkriegen, sonst wird es klamaukig. ich finde, du hast hier eine ganz gute Mischung erwischt.
    Echte Ernsthaftigkeit kann ich eigentlich nur in dem Verhältnis zwischen Heiko (allein der Name Heiko in einem Mafindingens ist ein echtes Sakrileg) und seiner Frau sehen, doch auch da musste ich schmunzeln. Und zwar habe ich mir immer vorgestellt, er erzählt ihr von dem Job bei Luke und wünscht sich dabei klammheimlich, dass sie ihm abrät. und dann rät die auch noch zu. Der arme Heiko.

    Bei dem Telefonat mit Luke glaube ich in Erinnerung zu haben, dass du irgendwo geschrieben hast, Heiko will Luke von vorneherein verraten. So hatte ich das nicht verstanden, sondern so, dass es ihm im Laufe des Telefonats klar wird, er muss so vorgehen, ihm bleibt nichts übrig als der Verrat. Aber ob das jetzt wesentlich ist? Keine Ahnung.

    Also gibberish, ich hab gebibbert und gelacht, ich finde, das ist ein gutes Fazit zu einer Geschichte.
    Ich finde es toll, dass Heiko und seine Alexca nicht sterben müssen. Es reicht ja schon, dass der arme heiko zeitlebens von seinen Erinnerungen verfolgt werden wird. Und das zeigt dieses Ende sehr schön.

    Alles Gute und viel Glück für Prüfungen und überhaupt.
    Novak

  6. #36
    Mitglied seit
    11.05.2014
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    253

    Aktuelles Buch: Cormac McCarthy - No Country for Old Men

    Liebe @Novak,

    Ich finde die Geschichte mittlerweile rund und wirklich spannend. Ich liebte es, wie du es schaffst, die Spannung zu halten, und gleichzeitig den humorvollen Blick einzubauen, die parodistischen Einlagen besonders am Anfang sind ein echtes Zugpferd.
    Das Lob freut mich sehr, und ich finde es toll, dass du Gefallen an dem Humor gefunden hast.

    Ein paar Sachen hast du vielleicht noch abgeändert, an Dialogen oder so (?) jedenfalls zieht der Text jetzt richtig stringent durch.
    Ja, einige Passagen habe ich rausgenommen oder gekürzt. Auch die Dialoge sind nach @Flieges Anregungen flotter geworden, da ist noch einiges rausgeflogen. Freut mich sehr, dass es wirkt.

    Es stimmt zwar, dass es Ungereimtheiten gibt, die nicht zu einem ernsthaften Krimimnaltext passen, aber ich lese den Text auch anders, ich lese ihn eher wie eine parodierende Krimistory, die mit Versatzstücken des Genres spielt, Klischees zitiert und sich dadurch über sie lustig macht.
    Merkt man irgendwie schon an den Namen Lucky Luke, Buckel-Ben, dann die Facebook zitierenden Mafiaschergen Enzo.
    Es war auch meine Intention, eine Parodie zu schreiben und einen eigentlich ernsten Plot, der aus recht bekannten Versatzstücken des Genres besteht (zugegeben, ein bisschen origineller wollte ich ursprünglich schon sein), mit Albernem zu verquicken. Die Namen zum Beispiel. Ja, ich musste beim Lesen auch schmunzeln, und ich finde es klasse, wenn sich das auch auf die Leser überträgt.

    Dass es da auch manchmal hart oder ernster zur Sache geht, finde ich nicht unpassend, wenn es nur parodierend wäre, dann muss man das schon ganz schön superraffiniert hinkriegen, sonst wird es klamaukig. ich finde, du hast hier eine ganz gute Mischung erwischt.
    Da hatte ich auch so meine Bedenken. Vor allem im Mittelteil, wenn es um Heiko und Alexa geht, wird der Text doch ziemlich ernst, und ich hatte befürchtet, am Ende weder Fisch noch Fleisch geschrieben zu haben. Ein bisschen Parodie, aber nicht ausreichend; ein bisschen ernst, aber doch zu oft zu albern. Da hätte es leicht sein können, dass der Text beim Leser wirkungslos verpufft. Mit diesem Spagat hatte ich Schwierigkeiten, aber deine Worte sind Balsam für meine zweifelnde Autorenseele.

    Und zwar habe ich mir immer vorgestellt, er erzählt ihr von dem Job bei Luke und wünscht sich dabei klammheimlich, dass sie ihm abrät. und dann rät die auch noch zu. Der arme Heiko.
    Der Gute hatte sicher seine Zweifel, und als Alexa sagte, er solle den Job annehmen, tja, da wusste er wohl, dass er aus der Sache so schnell nicht mehr rauskommt.

    Bei dem Telefonat mit Luke glaube ich in Erinnerung zu haben, dass du irgendwo geschrieben hast, Heiko will Luke von vorneherein verraten. So hatte ich das nicht verstanden, sondern so, dass es ihm im Laufe des Telefonats klar wird, er muss so vorgehen, ihm bleibt nichts übrig als der Verrat.
    Jeder liest das natürlich anders. Ich sehe das als eine Mischung von beidem. Heiko würde eher Luke verraten, als zu riskieren, dass Alexa und dem Ungeborenem etwas geschieht. Und während des Gesprächs wurde er nochmals mit Lukes kalter Berechnung konfrontiert und da erhärtete sich sein Entschluss noch. Aber ja, im Endeffekt macht es keinen großen Unterschied, wann er genau den Entschluss fasst, ihn zu verraten.

    Also gibberish, ich hab gebibbert und gelacht, ich finde, das ist ein gutes Fazit zu einer Geschichte.
    Das finde ich auch. Vielen Dank für diese Worte.

    Ich finde es toll, dass Heiko und seine Alexca nicht sterben müssen. Es reicht ja schon, dass der arme heiko zeitlebens von seinen Erinnerungen verfolgt werden wird. Und das zeigt dieses Ende sehr schön.
    Genau deshalb habe ich mich entschieden, sie, entgegen dem ursprünglichem Ende, nicht sterben zu lassen. Das Nichtvergessenkönnen als Konsequenz finde ich auch wirkungsvoll genug. Und man kann seine Protagonisten ja nicht immer sterben lassen.

    Alles Gute und viel Glück für Prüfungen und überhaupt.
    Vielen Dank. Ich wünsche dir auch alles erdenklich Gute, Novak.

    Liebe Grüße
    gibberish

  7. #37
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    Hallo @gibberish,

    deine Geschichte über einen Freundschaftsbeweis, die du im Milieu des organisierten Verbrechens ansiedelst, ist nicht unbedingt der Lesestoff, den ich mir freiwillig aussuchen würde. Aber im Challenge-Reigen hab ich die KG gelesen, und was soll ich sagen: Es war ein angenehmes Lesen, denn deine Erzählstimme ist klar und souverän, sogar mit humoristischen Einfärbungen. Da folge ich dem Erzähler gerne, wenn’s sein muss, auch an einen Tatort.

    Besonders scheint mir dein Schluss gelungen. Da kannst du noch mal so richtig Spannung aufbauen. Ich habe mich von dir auf die falsche Fährte locken lassen, denn ich glaubte, die beiden Männer am Strand seien das Exekutionskommando. Diese Ungewissheit, diese allgegenwärtige Bedrohung kannst du sehr gut vermitteln. Da kann man als Leser davon ausgehen, dass Heiko sein Leben lang, wohl mit der Angst leben wird.

    Dann ist mir noch aufgefallen und da denke ich nicht, dass mich meine Rechenkünste im Stich lassen: Die Geldscheine im Kuvert ergeben nur zweitausend und nicht wie gewollt zwanzigtausend Euro. Zähl halt noch mal nach.

    Er wirkte wie ein Fremdkörper, wie etwas, das nicht hierhergehörte, nicht zwischen lila Zierkissen, Umhängen mit Blümchenmustern und dem Geruch seiner Frau, der am Sofa haftete. „Blutgeld“, sagte Heiko.
    Da kann ich mir so gar nichts unter „Umhängen“ vorstellen
    Vielleicht kannst du mich erleuchten?

    Bis dahin liebe Grüße,
    peregrina
    Geändert von peregrina (07.01.2017 um 19:26 Uhr)

  8. #38
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    Liebe @peregrina,

    deine Geschichte über einen Freundschaftsbeweis, die du im Milieu des organisierten Verbrechens ansiedelst, ist nicht unbedingt der Lesestoff, den ich mir freiwillig aussuchen würde. Aber im Challenge-Reigen hab ich die KG gelesen, und was soll ich sagen: Es war ein angenehmes Lesen, denn deine Erzählstimme ist klar und souverän, sogar mit humoristischen Einfärbungen. Da folge ich dem Erzähler gerne, wenn’s sein muss, auch an einen Tatort.
    Ob im Rahmen der Challenge oder nicht, es freut mich sehr, dass du bei mir vorbeigeschaut und die Geschichte gelesen hast. Und deine Worte über die Erzählstimme freuen mich natürlich sehr, umso mehr, wenn dies nicht gerade dein Genre ist.

    Besonders scheint mir dein Schluss gelungen. Da kannst du noch mal so richtig Spannung aufbauen.
    Das Ende war so ziemlich die größte Baustelle beim Überarbeiten hier, und jetzt bin ich natürlich erleichtert, wenn die Stimmung passt und die Spannung gehalten wird. Danke für dein Lob, aber ohne die Wortkrieger wäre das Ende sicher ein anderes, weniger spannendes geworden.

    Dann ist mir noch aufgefallen und da denke ich nicht, dass mich meine Rechenkünste im Stich lassen: Die Geldscheine im Kuvert ergeben nur zweitausend und nicht wie gewollt zwanzigtausend Euro. Zähl halt noch mal nach.
    Da stand zwar hunderte und nicht hundert, aber ich habe auf deine Anmerkung hin ein anderes Wort gewählt, das vielleicht besser passt. Denn die Scheine zählen wird Heiko in der Situation ja nicht unbedingt.

    Da kann ich mir so gar nichts unter „Umhängen“ vorstellen
    Oh Mann, ich Schussel. Da muss natürlich Vorhänge stehen. Danke für's Aufmerksammachen. Selbst beim zwanzigsten Korrekturlesen schleichen sich immer noch solche Fehler ein.

    Freut mich sehr, dass du dir Zeit für meinen Text genommen hast, peregrina. Und Danke für deinen tollen Kommentar.

    Liebe Grüße
    gibberish

  9. #39
    zigga ist offline Mitglied
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    Peace gibberish,

    finde ich eine gute Geschichte. Flüssig erzählt, deine Figuren haben Gesichter und verhalten sich organisch, natürlich, das gefällt mir immer sehr gut. Auch der allergrößte Teil deiner Dialoge fand ich toll und natürlich. Die hab ich dir abgekauft. Also sprachlich hat sich das für mich echt weggelesen, und das ist immer viel wert. Im Plot gab es so ein, zwei kleine Ungereimtheiten für mich, weswegen der Text nicht die vollen 100% für mich sind. Das sind erstens: Wieso lassen die Italiener Heiko einfach so in der Gießerei sitzen, bzw. ihn laufen? Würden die das echt tun? Oder würden sie ihn nicht festsetzen/killen, so lange, bis sie Sicherheit haben, dass er ihnen keinen Bullshit erzählt hat? Das Zweite: Wenn ich mich in die Italiener hineinversetze, sehe ich keinen Sinn, nachdem ich Buckel-Ben verhört habe und er mir gesagt hat, dass Lukasz dahinter steckt, also da sehe ich keinen Sinn, weswegen ich Heiko herbestellen würde. Würden die das echt tun? Oder tun sie es nur der Geschichte wegen? Wäre es nicht viel logischer für sie, so lange vor Lukes Bar zu warten, bis sie ihn reingehen sehen, und dann verpassen sie ihm eine Kugel? Wieso der Umweg über Heiko? Also vllt hast du dafür ja eine schlüssige Erklärung, aber mir erschließt sich das jetzt nicht ganz. Ist nur eine kleine Ungereimtheit für mich, aber wäre das alles glatt und wäre ich nirgends drübergestolpert, wäre es eine sehr runde Geschichte für mich. Dann noch ein Punkt: Das mit Luke am Ende hab ich nicht verstanden, oder hab ich da was überlesen? Wieso ist er plötzlich tot auf dem Beifahrersitz? Das ist ein schlechtes Gewissen, oder? War ein wenig unklar im Text.

    Ein paar Dialogfetzen kamen mir unorganisch/unnatürlich vor (das ist jetzt wirklich evtl. etwas zu kleinkrämerisch, aber könnte dir weiterhelfen):


    „Tut mir leid, dass wir dich stören mussten.“
    „Hm, ihr könnt ja nichts dafür, wenn ein Freier durchdreht. Wo isse?“
    So ab und an packst du meiner Meinung nach zu viel Info in die Dialoge. Da sehe ich den Autor durchschimmern. Ich denke nicht, dass Buckel-Ben das mit dem Freier in der Situation erwähnen würde. Ist nur ein Gefühl. Es klingt nach Autor-Info, die er im Dialog verpackt mir als Leser verkaufen will

    „Was geschieht jetzt mit ihr?“, fragte Heiko.
    geschieht klingt sehr antik - "passiert" klingt zwar weniger elegant, aber ein Mann wie Heiko würde wohl eher das sagen, schätze ich

    Während sie das Parfüm auftrug, sagte Heiko: „Na, die Erstaufführung ist in vier Wochen. Bis dahin wirst du deine persönliche Note schon finden.“
    Wieder so ein bisschen zu viel Infodump, was diesen Dialogteil dann ins Hölzerne lenken lässt, für mein Empfinden. Heiko würde das mit der Erstaufführung doch nicht in der Situation sagen, oder? Das schaut für mich aus, als ob er es extra für mich, dem Leser, sagt

    Enzos Arm zuckte, Heiko schloss die Augen. Doch es ertönte kein Knall, er spürte keine Schmerzen. Enzo ließ den Arm sinken und sagte: „Na, es wird wieder dasselbe sein. Wir wollen ins Prostitutionsgeschäft einsteigen, die Polen wollen uns fertigmachen. Don Carrato will Blut sehen, und das wird er. Warum Lukasz und sein Luden-Daddy das getan haben, ist unwichtig.
    Wieder Infodump! Wie gesagt, ich mag deine Dialoge echt, ich finde sie zu 95% sehr flüssig und natürlich, wirklich sehr gut, aber ab und an wirkt mir das zu "gestellt". Hier wieder. Das sagt der Itaker nie im Leben. Das Unterstrichene sagt der Autor zu mir, durch Enzos Mund.

    „Woher wisst ihr das alles?“
    Enzo sagte: „Facebook.“
    sehr geil! Richtig fette Stelle, ich musste gerade echt lachen.

    Luke fragte: „Die Italiener?“
    „Ja.“
    „Hör zu, ich versteck mich bei Laura. Wir sind zusammen, weißte.“
    „Ich verstehe.“
    Noch eine leicht unlogische Stelle: Wieso lässt Enzo Heiko ohne Lautsprecher telefonieren? Neee. Das würden die Mafialeute nie machen! Der müsste den Lautsprecher anstellen, die wollen mithören. Meine Meinung.


    Jo gibberish, merze die paar kleinen Unstimmigkeiten deines Plots aus und feile noch etwas an deinen Dialogen, v.a. würde ich sie lieber natürlich klingen lassen und dafür weniger Information preisgeben, dann hast du eine richtig runde und sehr gut erzählte Geschichte. Ich habe sie echt gerne und mit Spaß gelesen, du hast eine gute Erzählstimme, finde ich.

    Gruß
    zigga

  10. #40
    Mitglied seit
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    Aktuelles Buch: Cormac McCarthy - No Country for Old Men

    Hey @zigga,

    Flüssig erzählt, deine Figuren haben Gesichter und verhalten sich organisch, natürlich, das gefällt mir immer sehr gut.
    Freut mich sehr, dass du das sagst. Und auch bezüglich der Dialoge. Da habe ich schon viel weggestrichen im Vergleich zur ersten Fassung, und wenn du dann sagst, das wirke natürlich, da sehe ich, das Kürzen hat sich gelohnt, das ist die richtige Richtung. Solches Feedback hilft mir sehr weiter, vielen Dank.

    Die angemerkten Infodumps habe ich rausgenommen, und ich werde den Text nochmal durchgehen und gucken, ob ich noch mehr streichen kann. Vielen vielen Dank für diesen nützlichen Hinweis, das werde ich mir merken.

    Im Plot gab es so ein, zwei kleine Ungereimtheiten für mich, weswegen der Text nicht die vollen 100% für mich sind.
    Ja, mea culpa. Du hast natürlich recht und ich kann nur zustimmen, wenn du sagst, diese und jene Passagen sind nicht ganz stimmig. Vieles habe ich halt einfach so gedeichselt, dass ich abstruse Szenen habe und am Ende trotzdem am Ziel angelange, dass ich angestrebt habe, also die Szene am Strand. Diese Ernsthaftigkeit des Plots und den Humor, den ich reinbringen wollte, da die Balance zu finden und alles organisch ablaufen zu lassen, das fällt mir schon schwer. Ich weiß nicht, ob ich es in mir habe, alle Unstimmigkeiten auszumerzen, das wäre ein hartes Stück Arbeit, denn da sind noch so einige Baustellen im Plot. Aber trotzdem hat sich diese Erfahrung für mich sehr gelohnt. Und auch dein Feedback hilft mir sehr. Ich werde schauen, ob mir da noch Ideen kommen, wie ich das ein oder andere verbessern kann, ohne gleich mit dem Rotstift rumzuwüten.

    Dann noch ein Punkt: Das mit Luke am Ende hab ich nicht verstanden, oder hab ich da was überlesen? Wieso ist er plötzlich tot auf dem Beifahrersitz? Das ist ein schlechtes Gewissen, oder? War ein wenig unklar im Text.
    Genau, das ist sein schlechtes Gewissen. Ist als kleine Anspielung auf Macbeth gedacht. Speziell die Bankett-Szene, wo Macbeth den Geist seines (ehemaligen) Freundes Banquo sieht, den er zuvor hat umbringen lassen. Heiko hat das hier zwar eher notgedrungen gemacht, aber die Auswirkungen auf seinen Geisteszustand sind ähnlich. So habe ich mir das zumindest gedacht.

    Ich habe sie echt gerne und mit Spaß gelesen, du hast eine gute Erzählstimme, finde ich.
    Dieses Lob geht runter wie Öl. Danke, danke, zigga.

    Wir sehen uns und liebe Grüße
    gibberish

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