Hi Kristin, hi Forum,
Der junge Mann entfernt sich schnell, obwohl der
Passant ihm noch etwas hinterher ruft. Zusammen
mit seinem Kumpel checkt er die Geldbörse und
entdeckt 300 DM. Bei nochmaliger Ansicht dieser
Verhaltensweise möchte ich doch so interpre-tieren, dass sein Gewissen ihn zu der Überlegung zwingt, ob er alles retour senden soll.
Die Adresse hätte er durch den Personalausweis. Er
entscheidet aber, auch die Papiere nicht zurückzusenden. Die Situation beurteilt er nur aus seiner Sicht, d.h. zurücksenden oder nicht, ist für ihn persönlich egal. Er will etwas grossräumiger davongehen, eventuell an einen Ort, wo sie gegen Geld Nahrung, wegen der offenen Tür, aber auch Unterkunft bekommen. Das Geld gibt ihm anscheinend auch gegenüber dem Grösseren eine Führungsrolle. Wie gesagt, das Geld öffnet Türen, eventuell sogar Hoteltüren.
Ist natürlich immer schwierig, wenn keiner direkt
die Verantwortung für eine Geschichte übernimmt. So, ist die Beschreibung der Lebenssituation eines Obdachlosen etwas an der Wirklichkeit vorbei. Allgemein ist wohl schwierig, über einen Stoff zu schreiben, den man sich nur vorstellt oder durch
sehr entfernte Ansicht kennt. Der Jüngere wird als ziemlich intensiv bettelnd beschrieben, d.h. es wäre eher zu erwarten, dass der Bett-ler "angemacht" wird. Hunger, gibt's den? Das Geld wird für Fahrgeld, Tabak, Unterkunft etc. gebraucht. Dies waren mehr inhaltliche Anmer-kungen. Natürlich etwas Klischee. Allerdings werden in wortwörtlicher Rede die "Sprüche" eines vorgestellten Bettlers sehr präzise und lebendig geschildert.
Tschüss Gerd