Abstimmungsergebnis zur Challenge "Auf der Mauer stand mit Kreide"

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Fantasy, Krimi

Ergebnis 1 bis 13 von 13
  1. #1
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    Stadt aus Glas und Nebel - Kapitel 1

    Nebel hatte sich über die Stadt gesenkt wie eine feuchte, erstickende Decke. In den hunderte Stockwerke tiefen Häuserschluchten hatte diese kalte Decke Ruß und den Geruch nach Stein und unzähligen Mahlzeiten aus Kohl in sich aufgenommen. Graubraun und dick wie Suppe leckte der Nebel an den Hausmauern, füllte Straßen und Gassen, umhüllte Gaslaternen und zerfraß ihr Licht zu einem schmutzig-gelben Schimmer. Er verschlang die Musik und das Gelächter unzähliger Bars ebenso wie die trunkenen Streitereien in den jahrhundertealter Mietskasernen, die sich wie ein Meer in alle Richtungen erstreckten.

    Ich lehnte im Schatten einer verrußten Steinmauer und beobachtete aus den Augenwinkeln den Eingang einer heruntergekommenen Spelunke. Meine klammen Finger kämpften mit meinen letzten durchweichten Streichhölzern, in der Hoffnung, meine klägliche Situation mit einer Zigarette zu verbessern. Hoffnungslos. Leise fluchend steckte ich Streichhölzer und Zigarette zurück in meine Manteltasche und ließ mich tiefer in den Schatten eines Hauseingangs gleiten.

    Ein sanfter Windhauch an meinem Genick, ein zarter Druck: eine fingerhohe, grüne Gestalt in Frack und Melone ließ sich auf meiner Schulter nieder. „Tut sich schon was?“
    Ich schüttelte den Kopf.
    Ein theatralisches, aber sehr leises Seufzen war mein Lohn. „Ein Mädchen – ein Mädchen wie sie – ist da drin nicht sicher“, erklärte die ausgesprochen kleine Stimme mir. Unnötigerweise. Niemand wäre in diesem Loch von einer Kneipe sicher. Jedenfalls … so gut wie niemand. Ich lächelte grimmig.
    „Tja, Dickins … ich nehme an, du meinst im Gegensatz zu mir?“ fragte ich. Ich konnte das nonchalante Schulterzucken nicht sehen, aber ich kannte Dickins gut genug um zu wissen, dass er genervt die Augen rollte. „Weißt du, Dickins, für ein Elfen-Persönchen, das nicht größer ist als meine Hand, das noch dazu der Witterung in meinem Mantelkragen trotzt, nimmst du dir einiges heraus." Ein zirpendes Lachen war die einzige Antwort, die ich bekam.
    Ich fühlte, wie er seine ledrigen Flügel fester um seinen Körper schlang und etwas tiefer in meinen Kragen kroch. „Vielleicht solltest du nach dem Rechten sehen, Miss.“
    „Mein Name ist Jude, benutze ihn“, knurrte ich. Ich hasste es, wenn Dickins mich Miss nannte – eine unliebsame Erinnerung an unsere Heimat und die Tatsache, dass meine Familie seine dort versklavt hatte. Und weil ich es hasste, bereitete es ihm außerordentliches Vergnügen. Dickins kicherte nur.

    Ich wünschte mir sehnlichst, die Zigarette wäre nicht so feucht und unbrauchbar. Ein bisschen Nikotin würde mich wacher machen. Und weniger nervös. Denn Dickins hatte natürlich Recht mit seiner Einschätzung: Das Mädchen, Amelia Abernathy, unser derzeitiger Auftrag, war ein Geschöpf der Oberwelt, jung, verwöhnt, und von atemberaubender Schönheit. Hier unten war sie schlicht ein Opfer. Und dass sie in Begleitung eines unangenehmen Geschöpfs namens Jean Thompson war, machte die Sache nicht besser.

    Wir waren ihr von den teuersten Quartieren, den obersten Stockwerken der sich in den Himmel reckenden Häuser, gefolgt. Dort, in schwindelerregender Höhe, spannten sich Glasbrücken zwischen den Häusern, und Aquädukte, die Wasser in sanften Kaskaden in tiefer gelegene Becken quellen lassen. Man kann dort nachts bisweilen die Sterne sehen, und den Mond über den Bergen. Wenn man sich es leisten kann, dort zu leben.
    Es ist die Eigenheit dieser Stadt, dass sie nicht zu ihren Rändern hin wächst – keine Außenbezirke, keine Vororte, denn die Stadtfläche ist zur einen Seite durch ein Moor, zu den anderen durch Berge und Schluchten begrenzt. Stattdessen ist sie Jahrhunderte lang in die Höhe gewachsen. Jedes einzelne Haus hier hat im Laufe der Zeit hunderte Stockwerke aufgetürmt. Und immer haben sich die Reichen oben angesiedelt – weg vom Schlamm und Schmutz der Stadt, hin zur reinen Luft und dem Sonnenschein, der die Häuserschluchten schon lange nicht mehr durchdringen kann.

    Mehrere Gasballonlifte hatten Amelia entlang ihres Hauses aus Glas und Kristall hinunter in die bürgerlicheren Etagen gebracht, und von dort hatte sie die einfachen Seilwindenlifte weiter und weiter hinab genommen, vorbei an gemeißelten Steinmauern und Säulen, dann Stockwerke aus unbehauenen Steinquadern, bis schließlich nur noch faulige Holztreppen an diesen stinkenden, nebligen Ort mit seinen rußigen Wänden führten. Der älteste, der originale Teil dieser Stadt, gebaut auf fester Erde und Fels. Jedenfalls ursprünglich. Nicht dass die Stadt und ihre vertikale Hierarchie hier enden. Von hier an geht es in die unterirdischen Etagen – dunkel, verfallen, und sehr schnell tödlich.

    Insofern konnten wir uns glücklich schätzen, dass das Mädchen nicht noch weiter in die Unterwelt verschwunden war. Ihr dorthin zu folgen wäre selbst für uns eine Herausforderung gewesen, und ihrem Vater – Lord Abernathy, Mitglied der Handelskammer, politisch einflussreich, und der Auftraggeber unserer Beschattungsmission – hätte allein die Information einen Herzinfarkt beschert.

    Wir selbst hatten natürlich keinen Kontakt zu dem Mann. Wie immer war die Anwaltskanzlei Sherehog & Leith unsere einzige Verbindung zu unserem Auftraggeber. Der besorgte Vater vermutete, sie plane mit ihrem heimlichen Geliebten, dem besagten Jean Thompson, durchzubrennen.
    „Nicht heimlich genug, will mir scheinen“, hatte Dickins gekichert, als Leith uns die Papiere des Falles überließ. Wir hatten dankend übernommen. Ein einfacher Fall, kaum aufwändig durch die Tatsache, dass der heimliche Bräutigam aus den unteren Schichten der Stadt zu stammen schien. Ein hoffnungsvoller Bräutigam in den oberen Etagen wäre für Dickins und mich aus verschiedenen Gründen kaum überwachbar gewesen. Nichts ist so undurchdringlich wie die Schranken, die die Elite umgeben. „Leichtes Geld“, hatte Dickins nach dem Lesen der Akte festgestellt.

    Aber inzwischen war ich mir in dieser Einschätzung nicht mehr sicher. Ich vermutete mehr als nur eine verbotene Liebe – der fragliche junge Mann war wirklich unerhört schmierig, und mit schmierigen Gestalten kenne ich mich aus. Da, wo Dickins und ich herkommen … Nun ja. Zudem fehlten ihm all die Eigenschaften, die einen jungen Mann aus armen Verhältnissen für eine junge Dame der High Society interessant machen: Er sah nicht gut aus, war in keinerlei Hinsicht künstlerisch begabt, und hatte allem Anschein nach in seinem ganzen Leben noch keinen philosophischen Gedanken geäußert. Das Mädchen dagegen war mir im Laufe der Tage zu gebildet, und, ja, zu bodenständig vorgekommen, um sich von einer solchen Null einwickeln zu lassen. Kurz: Ich traute ihr mehr Geschmack zu.

    Meine Finger spielten schon wieder mit der unbrauchbaren Zigarette, und ich fluchte. Dickins kicherte. Er hat einen ausgesprochen boshaften Zug, mein lieber Dickins.
    Ich seufzte und sah hinüber zu den schmutzigen Fenstern der Bar, gerade kniehoch über der Straße. Dahinter konnte ich schemenhaft den Umriss eines Türstehers erkennen. Sobald ich aus dem Schatten der Mauer träte, würde er mich sehen.
    „Dickins…“ begann ich, aber ich wusste, dass es zwecklos war.
    „Der Nebel verklebt meine Flügel, Miss, das weißt du so gut wie ich. Wenn man diese Brühe überhaupt Nebel nennen kann. Erstaunlich, dass er nicht in Klumpen auf den Boden fällt. Bei uns gab es richtigen Nebel!“ Er hielt abrupt inne. Wir sprachen nicht über „bei uns“, „zu Hause“, oder „Wo wir her kommen“. Niemals.

    Dickins fing sich schnell. Er räusperte sich und fuhr fort: „Meinst du ich hätte nicht schon lange einen Blick in die Bar geworfen, wenn ich durch diese Suppe fliegen könnte?“ Er ziepte mich missbilligend an den Haaren. „Du wirst schon selbst gehen müssen.“

    Ich versuchte es mir vorzustellen. Der Geruch nach Schweiß, billigen Zigaretten und Parfum, die schwüle Hitze von Menschen, die nach Sex und Alkohol suchten und sich dabei dicht aneinander drängten. In Bars wie dieser befeuern Whiskey, der pulsierende Bass von Jazz und das klimpernde Klavier eine aggressive Streitlust, die sich entweder in Schlägereien oder einer schnellen Nummer in den Gassen entlädt. Diese Mischung ist für mich gleichzeitig lockend und hoch gefährlich – sie weckt Erinnerungen.

    Ich runzelte die Stirn. „Dickins, ich bin mir nicht sicher, ob das eine gute Idee ist. Nach dem letzten Debakel … Du kennst mich, alleine der Geruch …“. Meine Worte sickerten jämmerlich ins Nichts.
    Dickins brummte unwirsch.
    „Reiß‘ dich zusammen und lerne endlich, dich und deine menschliche Gestalt zu beherrschen, Jude.“ Mit seinem unfehlbaren Instinkt mich zu ärgern, betonte er meinen Namen jetzt ganz besonders. Mein Gesicht wurde heiß vor Scham, sowohl wegen der Vergangenheit unserer Familien, als auch wegen des letzten Mals, als ich eine Bar betreten hatte. Was soll ich sagen, außer dass es für ein paar Menschen und beinahe auch für mich nicht gut ausgegangen wäre? Ich schluckte nervös.

    Mein Unwillen unter Menschen zu gehen war einer der Gründe für unser Arrangement mit Sherehog & Leith. Wenn ich nervös werde, oder wütend, oder mich nicht konzentriere, dann kann ich die Illusion einer menschlichen Gestalt nicht aufrechterhalten, und wenn das passiert … Die Zeitungen der Stadt waren noch immer voller Spekulationen über meinen letzten Ausrutscher vor ein paar Monaten.

    „Dickins, selbst wenn ich mich … beherrsche … der Haken ist doch ganz offensichtlich. Haben wir nicht gerade gesagt dass eine Frau da unten … in eine unangenehme Situation geraten könnte?“
    Dickins grinste boshaft. „Das gilt für Menschenfrauen. Du musst nur dafür sorgen dass du dich nicht gehen lässt. Beste Voraussetzungen um zu lernen, oder? Außerdem komme ich mit. Als deine portable Stimme der Vernunft. Los jetzt, Missy. Wer weiß, was die da unten mit ihr treiben. Und tot bringt das Mädchen uns kein Geld!“

    Kein schlechtes Argument. Wir brauchten Geld in dieser seltsamen Welt, in die wir nicht gehörten, sondern sie uns als Exilheimat diente, schlicht weil wir nicht wussten, wohin sonst wir uns wenden konnten. Verdeckte Ermittlungen waren nun mal das Einzige, wofür wir uns hier eigneten. Ich seufzte.

    „Missy?“ Dickins Stimme klang drängend, und ich konnte seinen Stachel unruhig zittern spüren.
    Ich nickte. „Dann mach’s dir mal bequem, du Quälgeist.“ Ich öffnete meine Jackentasche und Dickins schlüpfte hinein wie ein Windhauch in einen Tunnel. Ich trat aus dem Schatten des Türstocks, glitt ein paar Schritte die Wand entlang fort und kehrte dann festen, schallenden Schrittes um. „The Roseleaf“, war der wohlklingende, und daher ironische Name auf dem Schild über der Tür – ein Schild, das mit Sicherheit gestohlen war. Das Knallen meiner Absätze auf dem Kopfsteinpflaster kündigte mich an, und ich klopfte laut und selbstbewusst an die Tür. Ein Guckloch öffnete sich, und die geschwollenen Augen des Mannes am Fenster blickten misstrauisch heraus. Sein Blick analysierte mich scharf und professionell: Schulterlange Locken unter einem Filzhut, der Kragen des Trenchcoats hochgestellt gegen die Kälte und den Nebel. Die Lippen rot, die Wangen blass, die Augen nebelgrau. Nicht groß, nicht klein, nicht schön, nicht hässlich. Leicht zu vergessen. Ich lächelte.
    „Was willst du?“ Seine Stimme war rau von Whiskey und Rauch.
    „Dasselbe wie jeder in so einer Nacht – einen Drink oder zwei. Gesellschaft, die keine Fragen stellt.“ Ich hielt einen Moment inne und fügte hinzu: „Ein Saxophon in den Rauschwaden.“ Dickins zwickte mich für diese poetische Anmerkung.
    „Das hier ist ein privater Club, und wir nehmen niemanden…“
    Ich unterbrach ihn mit einem 20-Pfund-Schein, den ich vor seinen Augen hin-und-her schwenkte: „Zuhause wartet mein Alter, der Bock. Ich brauche einen Drink, ehe ich ihm unter die Augen trete“, beharrte ich. Der Mann musterte mich, musterte den Schein, und öffnete die Tür. Der dumpfe Rhythmus eines Kontrabasses und eines melancholischen Saxophons drangen durch den dicken Dunst.

    Ein enger Treppengang aus grauen und gelben Ziegeln führte steil hinab in ein dreigeteiltes Gewölbe, das spärlich von einer Kerze pro Tisch beleuchtet wurde. In einer Ecke stand auf einem Podest ein Flügel, abgedeckt mit einem staubgrauen Samttuch, das vielleicht einmal schwarz gewesen sein mochte. Der Saxophonspieler lehnte an der Wand und ließ mit geschlossenen Augen seine Musik durch die verwinkelten Gewölbe fluten. An den Tischen schenkte ihm niemand Beachtung - heimliche Paare, Damen der Nacht, deren tief schwarz umschatteten Augen auf der Suche nach Beute unablässig über die Anwesenden glitten, und ein paar Männer, die mit hochgestellten Mantelkrägen und tief ins Gesicht gezogenen Hüten Whiskey-Shots mit Bier herunterspülten. Ich schluckte nervös.

    An Ende der Bar saßen Männer in breitbrüstigen Nadelstreifen, rauchten Zigarren und sandten hin und wieder einen Barkeeper mit einer Botschaft zu einem der Trinker an der Bar. Kein Zweifel, in dieser Spelunke verteilten Mobster ihre Aufträge an ihre Unterlinge.

    Eine ähnliche Bar – oder auch der Hof der Königin, möge sie für immer in der Hölle braten – in meiner eigenen Welt hätte mir sehr ähnliche Szenen geboten. Das Publikum wäre sehr ähnlich gewesen - bunter und weniger gleichartig, was Größe, Geschlecht und Anzahl der Arme, Beine und Flügel betraf. Aber durchaus ähnlich.
    Wir Fae sind keiner bestimmten Gestalt unterworfen, und so drücken sich Charakter und Vorlieben oft schon in unserem Erscheinungsbild aus. Wenn wir eine Eigenheit an einem Tier oder einer Pflanze finden, die uns gut gefällt oder praktisch vorkommt, nutzen wir sie gerne und gleichen unser physisches Aussehen dementsprechend an. Die Menschen dagegen … Einer der vielen Gründe, warum ich die Menschenwelt nicht mag, ist, dass sie öde ist, wie ein Zoo, in dem es nur Giraffen gibt, eine ganz gleich der anderen, die noch dazu vollkommen überzeugt sind, die einzigen Tiere der Welt zu sein.

    Von unserer Amelia war keine Spur zu sehen. Ich glitt in eine Nische an der Wand und bestellte einen Martini Dry. Überraschenderweise wurde er tatsächlich mit einer Olive serviert. Der Barkeeper musste sich spendabel fühlen. Ich ließ sie unauffällig in meiner Manteltasche verschwinden. Dickins grunzte zufrieden. Ich leerte den Martini und wollte eben Dickins nach seinem unschätzbaren Rat fragen, als es hinter der Bar polterte, gefolgt von einem durchdringendem Schrei. Wenig überraschend rief das bei den Gästen nicht die geringste Reaktion hervor. Es war diese Art von Kneipe.

    Der Barkeeper warf einen Blick zu dem Vierertisch mit den Zigarrenrauchern. Einer von ihnen nickte ihm zu: “Sieh nach, Billy. Ich habe ihm gesagt er kann den Raum nutzen, wenn er dafür sorgt, dass er kein Aufsehen erregt.“ Er seufzte und aschte in einen silbernen Klotz von einem Aschenbecher.
    „Jean macht zu viel Ärger. Sag ihm das.“
    Billy räusperte sich. „Soll ich ihn…“
    „Nein, noch nicht. Aber er soll sich in Acht nehmen.“
    Billy nickte und schob sich durch einen schmalen Durchgang neben der Bar. Er öffnete eine Tür, und für einen Moment sah ich Licht wie ein Messer durch die rauchige Luft schneiden, dann stürzte ein Mädchen durch die Tür. Mein Mädchen. Billy versuchte sie festzuhalten, aber sie entglitt ihm. Hinter der Bar erklang wütendes Gebrüll, dann warf der Barkeeper die schmale Tür zu.
    „Du Schwein! Du Gauner! Das wirst du bereuen, du Lump!“ Die junge Dame drehte sich einmal um sich selbst, während sie ihre Worte hinter sich in Richtung der Tür spuckte, ehe sie sich erstaunlich graziös für die Höhe ihrer Absätze in einen Sprint warf. Ihr hautenges Abendkleid war bis zum Oberschenkel gerissen, was ihr die nötige Beinfreiheit verschaffte, sich durch das Gewölbe und über die Treppe davon zu machen. Von oben hörte man ein verblüfftes Stöhnen, das Knallen der Eisentür, und dann Stille.
    „Nicht ganz so wehrlos wie wir gedacht hatten…“ kommentierte Dickins nachdenklich aus meiner Manteltasche. Ich drückte meinen Hut tiefer in mein Gesicht und folgte der flüchtigen jungen Frau die Treppe hinauf. Oben lag, in der traditionellen Pose eines Mannes, dem kräftig in die Juwelen getreten worden ist, der Türsteher. Ich schritt vorsichtig über ihn hinweg, öffnete die Eisentür und trat hinaus in die neblige, plötzlich sehr still gewordene Nacht. Amelia war verschwunden.

    „Was jetzt, Dickins?“ fragte ich. Dickins flitzte aus der Manteltasche zurück in den Schutz meines Mantelkragens und kaute nachdenklich auf seiner Olive. Ich war einigermaßen ratlos. Das Mädchen war fort, und obwohl ich ihren sogenannten Geliebten gerne befragt hätte, war ich ziemlich sicher, dass es nicht ratsam war, jetzt ins Roseleaf zurück zu kehren. Dort drinnen ging es jetzt sicher aufgescheucht und aggressiv zu wie einem Wespennest, das in Brand gesetzt worden war. Also was war unser Plan? Ich fragte meinen winzigen Begleiter noch einmal.
    „Das Mädchen“, erklärte Dickins zufrieden.
    „…ist weg“, erinnerte ich ihn.
    „Jude, Missy, das Mädchen. Ist dir an ihr denn gar nichts aufgefallen?“ Er nahm den Nebel in Kauf, und sirrte direkt vor mein Gesicht, nur um mich mit ungeduldig hochgezogenen Augenbrauen anzustarren. Ich brummte unwillig. In unserer Welt hätte er sich vor einer wie mir niemals so benommen. Wir sind zu respekteinflößend, zu gefährlich und glamourös, als dass ein Fae-Diener wie er es auch nur gewagt hätte, mich direkt anzusprechen.
    Eine wie ich!
    Ein Verdacht keimte schüchtern in mir auf. Die Schönheit unserer jungen Dame, ihre Eleganz selbst im Sprint, und die Art, wie der Anblick ihres Beines allein die Männer im Roseleaf hatte erstarren lassen … Aber das war nicht möglich. Sie war definitiv ein Mensch, ihr Geruch, ihre Aura, alles schrie nach Mensch. Außer natürlich ….

    Nun war es an mir, eine Augenbraue hochzuziehen.
    „Ich schätze, unser geheimnisvoller Auftraggeber verdient einen kleinen Besuch. Einen persönlichen Besuch.“ erklärte ich grimmig.
    Dickins nickte zufrieden. Mit einem ausladenden Schwung warf er den Olivenkern über meine Schulter und verzog sich in meinen Mantelkragen. „Dann mal los, M‘lady, auf zu den Sternen.“

    Der Wohnsitz unseres Auftraggebers lag in den luxuriösen Etagen des höchsten Teils der Stadt zwischen den Dachgärten, Parks und Luftbädern der Stadt. Das filigrane Netzwerk aus glaskristallenen Straßen, Brücken und Aquädukten spannte sich dazwischen, beleuchtet von diskreten Gaslaternen und den Sternen.

    Lord Abernathys Domizil lag in einer Parkanlage, und ein Glasdach, dass sich über das gesamte Gebäude zog, gab den Blick frei auf die hängenden Gärten und Wasserfälle von fünf kreisrunden Gartenplattformen, die in einem komplizierten mechanischem Verfahren in leicht variierter Höhe um das Haus kreisten. Ich war wie immer überwältigt von der Schönheit der oberen Etagen der Stadt, und dem Kontrast zu der Schäbigkeit und der Armut der untersten, lichtlosen Stockwerke. Die Stadt war zweifellos gleichzeitig die schönste und die hässlichste dieser Welt, und vielleicht die faszinierendste in den beiden Welten, die ich kannte.

    Das Interieur stand dem pompösen Auftritt des trauten Heims unseres Auftraggebers in nichts nach. Weitläufig, voller Kristall und Marmor, ließ es unsere Schritte hallen und unsere Stimmen in Ehrfurcht leiser werden. Sogar das Foyer, in dem wir auf Anweisung des Butlers warteten, protzte mit einem geschliffenen Oberlicht. Jetzt, ohne Mondschein, konnte ich ein paar Sterne erkennen, deren Licht sich in den Mustern des Oberlichtes brach und kleine Regenbogen auf den weißen Marmorboden zeichneten. Ein scharfer Stachel von Heimweh bohrte sich in mein Herz. Selbst Dickins schwieg, und ich konnte seine Flügel sehnsuchtsvoll rascheln hören. Die Sterne waren für immer unser einziger Begleiter aus unserer Heimat.

    Der Butler, der uns hereingelassen hatte, drehte sich zu mir um. „Der Herr des Hauses wird jeden Moment bei Ihnen sein. Bitte setzen Sie sich.“ Er deutete auf ein zartes, seidenbespanntes Konstrukt aus Mahagoni und Kissen, das ich als Sofa identifizierte. Ich setzte mich vorsichtig – ich bin weder in meiner menschlichen Gestalt noch in meiner eigenen schwer oder unbeholfen, aber das Sofa wirkte wie ein Gewebe aus dunkler Schokolade und so empfindlich wie ein Spinnweben - und sah mich aufmerksam um. Bisher wirkte alles an diesem Penthouse, dem Foyer und der Einrichtung protzig, aber menschlich, mit nicht dem kleinsten Hinweis auf meine Welt. Und doch war ich mir sicher – die Tochter des Hausherrn war Fae, und gehörte in unsere Heimat, beinahe so sehr wie ich oder Dickins es taten.

    „Man hat mir gesagt, ich würde Sie nie zu Gesicht bekommen!“ Eine tiefe, herrische Stimme riss mich aus meiner Beobachtung. Der Hausherr kam demonstrativ gähnend die Treppe herunter und band sich dabei einen seidenen Morgenmantel um den stattlichen Bauch. Darunter konnte ich einen gut geschnittenen Anzug erkennen. Der Morgenmantel war reine Show. Wir hatten ihn nicht geweckt. Aber es gibt wenig, was einen unerwarteten Besuch so sehr auf die Unliebsamkeit seiner Anwesenheit hinweist wie ein seidener Morgenmantel.
    Ich stand auf und ging dem imposant großen und dicken Mann entgegen.
    „Normalerweise stimmt das. Sherehog & Leith übernehmen alle persönlichen Kontakte. Das liegt an der Besonderheit unserer … Art.“ Ich reichte ihm meine Hand.
    „Sie meinen Privatermittler, Miss …?“ Er nahm meine Hand und schüttelte sie mit einem kräftigen Druck.
    „Miss Jude“, antwortete ich, „und nein, ich spreche nicht von meinem Beruf.“
    „Nun, wovon auch immer Sie sprechen, Sie sprechen in Rätseln, Miss Jude. Was verschafft mir die Ehre Ihres Besuchs, noch dazu um diese gottlose Zeit?“
    Ich beobachtete ihn ruhig. Er war ohne Zweifel ein Mensch. Kein Glamour, keine Maske. So weit, so interessant.
    „Erzählen Sie mir von Ihrer Frau, Lord Abernathy.“
    Ein ungeduldiger Ausdruck flackerte über sein Gesicht.
    „Meine Frau, Miss Jude? Sie kommen, obwohl man mir versichert, ja geradezu versprochen hat, dass Sie niemals mit mir in Kontakt treten würden, mitten in der Nacht, um sich nach dem Befinden meiner Frau zu erkundigen?“
    Ich lächelte freundlich und schwieg.
    „Nun, meine Frau ist tot, Miss Jude, befriedigt das Ihre Neugier?“ Sein Ton war aufgebracht, aber sein unsteter Blick verriet mir, dass er auf der Hut war.
    „Es tut mir Leid, das zu hören, Mylord. Darf ich fragen, woher Ihre Frau kam?“
    „Woher … was meinen Sie, woher? Was geht es Sie an, woher meine Frau … Hören Sie, ich habe Sie damit beauftragt, herauszufinden was dieser elende, schmierige Nichtsnutz und meine Tochter vorhaben, und sie aufzuhalten, wenn sie durchbrennen wollen. Das ist alles! Meine Tochter ist im Übrigen vor einer Viertelstunde zurückgekehrt, für diese Nacht sollten Sie also nichts mehr zu tun haben. Ich möchte Sie bitten, nun mein Haus zu verlassen und jegliche Kommunikation wie vereinbart über die Anwaltskanzlei …“
    „Sie war also nicht von hier, Ihre Frau? Sie kam von …weit her?“
    Eine rote Ader klopfte auf der Stirn seiner Lordschaft, und seine Augenbrauen zogen sich drohend zusammen. Aber wie sein Morgenmantel war auch seine Indignation nur Show. Seine Hände zitterten, und er war unwillkürlich einen Schritt zurück getreten. „Ich werde Ihnen den Auftrag entziehen lassen, Sie impertinente Per…“
    „Mylord, ich denke ich weiß, woher Ihre Frau kam“, sagte ich ruhig, und ließ meine menschliche Maske langsam fallen. Ich wusste, dass meine Augen zuerst auffallen würden. Mandelförmig, grau wie Regen und Nebel, horizontal geschlitzt wie das einer Ziege, schwarz umrandet wie bei einer Katze.

    Lord Abernathy wurde blass. „Sie… Sie sind eine von denen! Sie sind…“ er verschluckte sich und begann zu husten. Ich klopfte dem Mann auf den Rücken und führte ihn zu dem filigranen Seidenkonstrukt, auf dem ich noch vor wenigen Minuten gesessen hatte. Er öffnete den Mund, schloss ihn wieder, und sah mich mit einem flehenden Blick an. Jede Kampfeslust war aus seinem Gesicht gewichen. "Bitte, Miss, bitte - nehmen Sie mir meine Tochter nicht weg!"

    In diesem Moment ertönte ein Krachen und Splittern aus einem der oberen Räume, und ein Schrei aus einer jungen, weiblichen Kehle.
    Geändert von ardandwen (28.09.2015 um 16:47 Uhr) Grund: Ausarbeitung nach Feedback :)

  2. #2
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    Hallöchen - nach ner längeren Pause trau ich mich jetzt mal an ein größeres Projekt. Jede konstruktive Kritik, Tips, und eure Meinungen sind wie immer sehr willkommen

    Danke schonmal!

  3. #3
    Chris Stone ist offline Senior-Mitglied
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    Aktuelles Buch: Robert Swindells - Abomination

    Halo ardandwen!

    Na dann: Willkommen zurück!

    Ein Exposé zu diesem Text lieferst du hoffentlich noch nach? Dann kann man viel effektiver kommentieren. Was du dir ansehen solltest, falls du es noch nicht getan hast.

    Hilfreich bei deinem Text wären außerdem zusatzliche Zeilenumbrüche im Dialog, immer wenn der Sprecher wechselt.

    Ich lese später mal rein.

    Grüße,
    Chris

  4. #4
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    Hi Chris,

    danke für den Hinweis - ich hab nach Anleitungen für Romanpostings gesucht und den von dir gelinkten Post übersehen. Exposé ist nachgeliefert

    Danke!
    Geändert von ardandwen (23.09.2015 um 19:39 Uhr)

  5. #5
    Chris Stone ist offline Senior-Mitglied
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    Aktuelles Buch: Robert Swindells - Abomination

    Hallo ardandwen!

    Da bin ich wieder.

    Also, das Nebelbild im ersten Absatz finde ich interessant. Ansonsten ist mir aufgefallen, dass du zu Wiederholungen neigst (Wortwiederholungen). Der hoffnungslose Versuch ist also hoffnungslos, ja?
    Gefragt habe ich mich, wie deine Ich-Erzählerin in dem dicken Nebel etwas beobachten kann.
    Und ich habe keine Ahnung, was ein Türstock ist.

    "fragte ich aus den Mundwinkeln." => Puh, ich habe eine vage Vorstellung davon, was du sagen willst, nämlich dass die Erzählerin ihren Kopf nicht dreht und ihre Frage irgendwie zur Seite aus dem Mund herausdrückt - aber nein, ein klares Bild gibt das nicht. Eher ein sehr schräges.

    "Denn Dickins hatte natürlich Recht." => Recht, womit? Ich habe den Faden verloren.

    "unser derzeitiger Auftrag" => Wenn wir mal kurz ignorieren, dass ich dein Exposé gelesen habe, muss ich fragen: "Was? Wer sind die eigentlich, wer und warum erteilt diesen Personen einen Aufrag und um was für eine Art Auftrag handelt es sich (sollen sie dem Mädchen ein Blumentelegramm überbringen, sie ermorden oder was sonst?)

    => Romananfänge sind echt schwierig, ich weiß. Mir fehlen hier Informationen, um was es geht. Andere Infos, die du gibst, halte ich für (zumindest zu diesem Zeitpunkt) überflüssig. Z. B. dass Dickins' Familie seit Generationen im Hause der Eltern ...

    "Der besorgte Vater vermutete, sie plane mit ihrem heimlichen Geliebten durchzubrennen."
    => Sie sollen sie also beobachten, ja? Du redest viel drumherum, warum schreibst du es nicht zwischendurch mal klar und deutlich hin?

    "Ein Freier" => Der Begriff wird heutzutage sehr mit Prostitution verbunden. Willst du den wirklich hier nutzen?

    "Und tot bringt das Mädchen uns kein Geld"
    => Was mich daran erinnert, dass "der Auftrag" noch immer nicht klar ist.

    "verdeckte Ermittlungen"
    => Ach, ermitteln sollen sie? Und was?

    "The Roseleaf“, war der wohlklingende, aber ironische Name"
    => Das grüne Blatt einer Rosenpflanze? Mir entgeht da die Ironie, sorry. Vielleicht meinst du ein Blütenblatt? Das wäre petal.

    "ich klopfte laut und selbstbewusst an die Tür."
    => Wo ist denn der Türsteher geblieben? Ach nein, der stand hinter dem Fenster (beobachtete aber die Straße), und jetzt muss er aus einem Guckloch gucken? Verwirrend.

    "Ein enger Treppengang aus grauen und gelben Ziegeln führte steil hinab"
    => Die Fenster waren doch kniehoch. Weit steil hinab kann es da also nicht gehen.

    "ein dreigeteiltes Gewölbe", "durch die verwinkelten Gewölbe"
    => Ich hab keine Ahnung, wie ich mir das vorstellen soll.

    "ihren sogenannten Geliebten gerne befragt hätte, war ich ziemlich sicher, dass es nicht ratsam war, jetzt ins Roseleaf zurück zu kehren."
    => Der Gauner-Er ist der Gleiche, den der Vater für ihren heimlichen Geliebten hält? Und wenn ja, woher weiß Jude, dass er das war, der da in der Spelunke war?
    => Und was war noch gleich Judes Auftrag?

    "in den luxuriösen Etagen des höchsten Teils der Stadt – darüber lagen nur noch die Dachgärten, Parks und Luftbäder der Stadt. Ein filigranes Netzwerk aus glaskristallenen Straßen, Brücken und Aquädukten spannte sich dazwischen, beleuchtet von diskreten Gaslaternen und den Sternen."
    => Wie gesagt, ich mag dein Setting (Ober- und Unterstadt) eigentlich, aber ich schaffe es einfach nicht, aus deinen Beschreibungen Bilder in meinen Kopf zu entstehen zu lassen. Glaskristall über den luxuriösen Etagen, ja? Und wie sieht es darunter aus? Worauf stehen die luxuriösen Etagen? Oder schweben die?

    Hier muss ich aufhören, denn in meinem Kopf dreht sich alles, sorry. Das war also soweit mein Eindruck. Ob und was du damit anfangen kannst, musst du selbst entscheiden.

    Grüße,
    Chris

    PS: Kommas fehlen noch einige im Text.

  6. #6
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    Aktuelles Buch: Comics und "leichte Kost"

    Hallo ardandwen,

    war doch ganz anders als ich gedacht habe, aber spannend ist es.

    Die Atmosphäre war noch dicker, als ich sie mir ausgemalt hatte. Ich schluckte nervös.
    Da war ich kurz ratlos.
    Was ist ne dicke Atmosphäre?
    Sind die jetzt bei den Weight Watchers gelandet?
    Es gibt eine Dicke der Erdatmosphäre, aber das sagt mir nicht viel über die Situation.

    Einer der vielen Gründe, warum ich die Menschenwelt nicht mag, ist, dass sie öde ist, wie ein Zoo, in dem es nur Giraffen gibt, eine ganz gleich der anderen, die noch dazu vollkommen überzeugt sind, die einzigen Tiere der Welt zu sein.
    Der Vergleich gefällt mir sehr!

    Und dann der Cliffhanger - nee, nee nee...
    Damit hast du dir einen weiteren Leser eingehandelt - mich.

    Auf weitere Teile hoffend
    Feuerwanze

  7. #7
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    Hallo Chris und Feuerwalze,

    vielen Dank für euer Feedback!

    Werde mir das Kapitel in den nächsten Tagen nochmal genau vornehmen und euch dann detailliert antworten.

    Viele Grüße!

    Ardandwen

  8. #8
    GoMusic ist offline Moderator
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    Aktuelles Buch: G.R.R. Martin, G. Dozois: Königin im Exil

    Hallo @ardandwen,

    ich habe dein Exposé nun kurz überflogen und fange direkt an, das erste Kapitel zu kommentieren

    Kalter Nebel hatte sich über die Stadt gesenkt wie eine feuchte, alles erstickende Decke. In den hunderte Stockwerke tiefen Häuserschluchten hatte er Ruß und den Geruch nach Stein und unzähligen Mahlzeiten aus Kohl in sich aufgenommen.
    “hatte er Ruß … in sich aufgenommen.”
    Hier dachte ich zunächst, “er” sei eine Person. Vielleicht solltest du hier lieber Nebel schreiben, weil hier Nebel, Stadt und Decke vorher stand und für mich der Bezug nicht eindeutig war.

    Sehe gerade, dass in den beiden Folgesätzen noch mal mit „er“ der Nebel gemeint ist.
    Warum verwendest du zur Abwechslung nicht mal „Schleier“, „Dunst“ o.ä. anstatt „er“?

    meine klammen Finger kämpften mit Streichhölzern, in einem hilflosen Versuch, meine unangenehme Situation mit einer durchweichten Zigarette zu verbessern.
    Ziemlich viele Adjektive in einem Satz.

    und ließ mich tiefer in den Schatten eines Türstocks gleiten.
    Musste Türstock erst er-googlen. Warum verwendest du nicht ein geläufiges Wort wie Türrahmen?

    Wir waren ihr von den Glasbrücken hoch oben in den teuersten Quartieren, den obersten Stockwerken der Stadt (KOMMA)gefolgt.
    „Dickins(LEERFELD)…“ begann ich, aber ich wusste, dass es zwecklos war.
    In Bars wie dieser befeuern Whiskey, der pulsierende Bass von Jazz und das klimpernde Klavier eine aggressive Streitlust, die sich entweder in Schlägereien oder einer schnellen Nummer in den Gassen entlädt.
    Sehr schön!

    Mit seinem unfehlbaren Instinkt mich zu ärgern (KOMMA)betonte er meinen Namen jetzt ganz besonders.
    und wenn das passiert(LEERFELD)…
    Das kommt noch öfter vor …

    Dann mach’s dir mal bequem, du Quälgeist.“ Ich öffnete meine Jackentasche und Dickins schlüpfte hinein wie ein Windhauch in einen Tunnel.
    Aha. Jetzt wird mir klar, warum er von Fliegen sprach, er so klein ist und einen Stachel hat. Er ist gar kein Mensch.
    Eine vorherige Andeutung ware kein Muss, aber durchaus berechtigt gewesen.

    An den Tischen schenkte ihm niemand Beachtung - heimliche Paare, Damen der Nacht, deren tief schwarz umschatteten Augen auf der Suche nach Beute unablässig über die Anwesenden glitten, und ein paar Männer, die mit hochgestellten Mantelkrägen und tief ins Gesicht gezogenen Hüten Whiskey-Shots mit Bier herunterspülten.
    Sehr schön.


    Größe, Geschlecht und Anzahl der Arme, Beine und Flügel betraf
    Was für ein Lebewesen ist Jude eigentlich? Hat es einen Grund, das so zu verschleiern? Wer oder was ist Fae?

    „Nicht ganz so wehrlos(KOMMA) wie wir gedacht hatten…“ kommentierte Dickins
    Der Wohnsitz unseres Auftraggebers lag in den luxuriösen Etagen des höchsten Teils der Stadt – darüber lagen nur noch die Dachgärten, Parks und Luftbäder der Stadt. Ein filigranes Netzwerk aus glaskristallenen Straßen, Brücken und Aquädukten spannte sich dazwischen, beleuchtet von diskreten Gaslaternen und den Sternen.
    Hier vergibst du sehr viel Potenzial. Die Beschreibung der Stadt hätte viel länger sein können. Fabuliere, fantasiere, beschreibe, erkläre mehr!
    Lass mich mit eintauchen in diese Welt!

    Die Sterne sind für immer unser einziger Begleiter aus unserer Heimat.
    Du wechselst ab und zu die Zeit. Mal Vergangenheit, mal Gegenwart …

    Bisher wirkte alles an diesem Penthaus,
    Penthouse

    Aber es gibt wenig, was einen unerwarteten Besuch so sehr auf die Unliebsamkeit seiner Anwesenheit hinweist wie ein seidener Morgenmantel.
    Klasse!

    In diesem Moment ertönte ein Krachen und Splittern aus einem der oberen Räume, und ein Schrei aus einer jungen, weiblichen Kehle.
    Ein schöner Cliffhanger.

    Hat mir echt gut gefallen, dein erstes Kapitel.

    Bin gespannt auf die Fortsetzung.

    Viel Spaß noch und liebe Grüße,
    GoMusic

  9. #9
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    Hallo Chris, Feuerwanze und GoMusic, und danke nochmal fürs Lesen!

    So, jetzt hab ich das Kapitel eurem Feedback nach überarbeitet
    @Chris:
    Ich habe einiges aus deinem Feedback übernommen, gerade natürlich Kommafehler und einige Ausdrücke, die Unklar waren. Allerdings hat mich anderes auch ein bisschen gewundert. Wieso muss der Auftrag von vornherein klar sein?

    "unser derzeitiger Auftrag" => Wenn wir mal kurz ignorieren, dass ich dein Exposé gelesen habe, muss ich fragen: "Was? Wer sind die eigentlich, wer und warum erteilt diesen Personen einen Aufrag und um was für eine Art Auftrag handelt es sich (sollen sie dem Mädchen ein Blumentelegramm überbringen, sie ermorden oder was sonst?)
    Ich denke, wenn ich atmosphärisch in einen Roman einleite, dann kann ich gar nicht schon im ersten Absatz des ersten Kapitel alle Fakten darlegen, ohne atmosphärisch Federn zu lassen und gehetzt zu wirken. Ich habe ja einen ganzen Roman Zeit, das aufzulösen In einer Kurzgeschichte wäre das selbstverständlich etwas anderes. Zudem scheint mir, dass schon sehr schnell klar wird, was der Auftrag von Jude und Dickins ist.

    "Ein enger Treppengang aus grauen und gelben Ziegeln führte steil hinab"
    => Die Fenster waren doch kniehoch. Weit steil hinab kann es da also nicht gehen.
    Tiefergelegtes Geschoss Ich kenne viele Kneipen, bei denen die Fenster kniehoch sind, aber man drinnen trotzem Aufrecht stehen kann, und auch noch weiter in die Tiefe vordringen kann. Wenn das aber aus dem Text nicht hervor geht, dann ist das mein Fehler, und ich habe dementsprechend nochmal überarbeitet.

    "Türstock" ist das geläufigste Wort, dass ich für diesen Durchbruch in einer Mauer für eine Tür kenne, aber vielleicht ist das was regionales. Ich habe es ausgetauscht.

    Und aus den Mundwinkeln spricht man tatsächlich nur im Englischen, das hab ich dementsprechend auch entfernt

    Ich hoffe, der Text verwirrt dich jetzt weniger.
    VG,

    Ardandwen
    @Feuerwanze

    Danke fürs Lesen, kommentieren und gut befinden, das hat mich sehr gefreut!

    Du hast natürlich recht, eine dicke Atmosphäre ergibt keinen Sinn, ist ausgetauscht - und die hoffnungslose Hoffnungslosigkeit hat hoffentlich keinen ähnlich doofen Cousin im Text


    @GoMusic:
    Auch dir vielen Dank - fürs Lesen, gut finden und das ausführliche Feedback!
    Habe mir deine Kommentare zu Herzen genommen - auch nochmal der Türstock, wie bei Chris Kommas habe ich hoffentlich alle erwischt.
    Ich hoffe, die Story kommt jetzt etwas klarer rüber, und die relevanten Informationen kommen früh genug.

    Danke nochmal euch Dreien und ich mach mich dann mal an Kapitel 2

    VG

    Ardandwen

  10. #10
    RinaWu ist offline Mitglied
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    Aktuelles Buch: GEISTERFJORD / Yrsa Sigurðardóttir

    Hallo Ardandwen,

    ich finde deine Art zu Schreiben gut. Auch wenn das Thema Fantasy so gar nicht meins ist, habe ich in dein erstes Kapitel mal hineingesehen. Es gelingt dir gleich am Anfang, diese "Detektiv beobachtet jemanden mit hochgeschlagenem Mantelkragen in einer dunklen, dreckigen Gasse"-Stimmung zu erzeugen. Auch die Idee mit der Elfe auf der Schulter finde ich gut, irgendwie rechnet man nicht damit, daher kommt es erfrischend daher.

    Das Setting konnte ich mir recht gut vorstellen, vor allem aber, weil es mich an den Film "UPSIDE DOWN" erinnert. Hast du den gesehen? So eine Welt hatte ich gleich vor Augen, nur glaube ich, bei dir stehen sich die Welten nicht über Kopf gegenüber, oder?

    Ich kannte das Wort Türstock. Keine Ahnung, ob das ein regionales Wort ist, ich dachte nicht ... Aber dann habe ich im Duden nachgesehen: "Türstock: (bayrisch, österreichisch) Türrahmen". Kommst du aus dem Süden Deutschlands? Das würde erklären, warum wir beide es verstehen

    Ich denke, wenn ich atmosphärisch in einen Roman einleite, dann kann ich gar nicht schon im ersten Absatz des ersten Kapitel alle Fakten darlegen, ohne atmosphärisch Federn zu lassen und gehetzt zu wirken. Ich habe ja einen ganzen Roman Zeit, das aufzulösen.
    - Da stimme ich dir zu. Ich selbst mag es gerne, wenn ich eine Weile im Dunkeln gelassen werde. Wenn ich mir als Leser die Dinge in meinem Kopf zusammenreime, um dann irgendwann auf die Lösung zu stoßen, die pro Kapitel deutlicher wird oder aber um völlig auf dem Holzweg zu sein und von der Auflösung überrascht zu werden. Klar sollte man diese Andeutungen nicht übertreiben, aber zu Beginn einer Geschichte finde ich es legitim und auch ein Stilmittel, um den Leser selbst zum Nachdenken anzuregen und um Spannung aufzubauen.

    Viel Spaß weiterhin bei deiner Geschichte!
    Es grüßt
    RinaWu

  11. #11
    GoMusic ist offline Moderator
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    Aktuelles Buch: G.R.R. Martin, G. Dozois: Königin im Exil

    Hallo @ardandwen,

    mir gefällt der Text jetzt viel besser.
    Hast die Vorschläge der Kommentatoren gut eingebaut. Klasse.

    Vor allem der Anfang mit dem "kleinen Männchen" ist jetzt sehr gut:

    Ein sanfter Windhauch an meinem Genick, ein zarter Druck: eine fingerhohe, grüne Gestalt in Frack und Melone ließ sich auf meiner Schulter nieder. „Tut sich schon was?“
    Viel Spaß noch und liebe Grüße,
    GoMusic

  12. #12
    Chris Stone ist offline Senior-Mitglied
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    Hallo ardandwen!

    Also, "müssen" muss gar nichts. Ich äußere nur meine Meinung (Geschmackssache), und mir bleibt halt bei deinem Romananfang zu viel unklar. (Und was du mit meiner Meinung anfängst, bleibt selbstverständlich dir überlassen.)
    => Für mich ist das Wichtigste immer die Handlung. Klar müssen dazu auch die Protagonisten vorgestellt werden und zu einem gewissen Grad die Umgebung.
    => "Atmosphäre" ist schön, aber nicht das, was mich in einen Text zieht, egal ob KG oder Roman.

    "Ich habe ja einen ganzen Roman Zeit, das aufzulösen."
    => Wenn das Thema deines Romans "das Rätsel des Auftrags" wäre, sicher. Aber das ist ja nicht dein Thema, oder?

    Warum der (klar definierte) Auftrag für mich wichtig ist:
    Deine Protagonisten laufen in deinem Romananfang die ganze Zeit diesem Mädchen hinterher, weil sie einen (vermutlich) klar formulierten Auftrag haben. Ich, die Leserin, weiß aber nicht, wie dieser Auftrag aussieht und muss die ganze Zeit rumrätseln, was für ein Auftrag das sein kann - und kann mich daher diese ganze Zeit nicht richtig auf deine Geschichte (den Fortgang dieser) konzentrieren, mich nicht richtig darauf einlassen, weil ich den Ausgangspunkt der Geschichte halt nicht kenne.
    Wenn ich den Ausgangspunkt nicht kenne, kann ich mir auch keine Meinung zum Verhalten der Protagonisten bilden. Handeln sie ihren Auftrag entsprechend oder haben sie eine eigene Agenda? Sind sie also zuverlässig oder Querköpfe? Die Beantwortung dieser Frage würde Rückschlüsse auf den Auftraggebern zulassen. Usw.

    "Zudem scheint mir, dass schon sehr schnell klar wird, was der Auftrag von Jude und Dickins ist." => Finde ich nicht.
    => Ich drösel mal auf, was für Infos ich in deinem Text zum Auftrag finde und was für Schlüsse ich (unbedarfte Leserin) daraus ziehe:

    "Ich" "beobachtet", wartet darauf, dass "sich etwas tut". "Das Mädchen" ist in einer Kneipe und nach Meinung deiner Protagonisten nicht sicher dort. => Die Protagonsiten bleiben aber draußen stehen. Daraus folgere ich: Sie sollen das Mädchen nicht beschützen, sie sollen auch nichts Genaueres beobachten (mit wem sie z.B. in der Kneipe verkehrt). Sollen sie also nur ein "Bewegungsprofil" erstellen?
    "Vielleicht solltest du nach dem Rechten sehen" => Vielleicht, vielleicht auch nicht. Es scheint ein unverbindlicher Vorschlag zu sein, nichts, was im "Auftrag" festgelegt ist.
    "in Begleitung eines unangenehmen Geschöpfs namens Jean Thompson" => Mit dem ist sie also vermutlich in die Kneipe gegangen. Die Info scheint aber keine weiterreichernde Bedeutung zu haben. (In der Kneipe kann sie ja sonstwas machen, das wissen deine Protagonisten ja nicht.)
    "Sie waren ihr gefolgt." => Wiederum Schlussfolgerung: Bewegungsprofil.
    Der Auftraggeber "hätte allein die Information einen Herzinfarkt beschert" => Sagt mir (zum Auftrag) nichts. Der Vater hätte, wenn ... Hat sie aber nicht, also irrelevant.
    "Wie immer war die Anwaltskanzlei Sherehog & Leith unsere einzige Verbindung zu unserem Auftraggeber." => Aha. Sagt nichts zur Zuverlässigkeit oder anderem, da der Leser ja nichts weiter über diese Anwaltskanzlei weiß.
    "Der besorgte Vater vermutete, sie plane mit ihrem heimlichen Geliebten, dem besagten Jean Thompson, durchzubrennen." => Soso. Aber nun ist das Mädchen mit Jean außer Sichtweite. (Hinterausgang der Kneipe?) Die Protagonisten sollen also vermutlich nicht das "Durchbrennen" verhindern.
    "Ein einfacher Fall" => Ich habe noch keine Ahnung, was "der Fall" ist.
    "Ein hoffnungsvoller Bräutigam" "kaum überwachbar" => Sie sind dem Mädchen gefolgt, sie überwachen nicht den Bräutigam.
    "Ich vermutete mehr als nur eine verbotene Liebe" => Was vermutet sie und ist das relevant für den Auftrag?
    Dann geht deine Protagonistin in die Kneipe. Warum genau? Der ominöse Auftrag? Beschützerinstinkt? Ich weiß es nicht.
    "Und tot bringt das Mädchen uns kein Geld!" => Aha. Sollen sie das Mädchen doch beschützen? Dann machen sie aber einen verdammt schlechten Job, schließlich ist das Mädchen schon eine ganze Zeit allein, unbeschützt, in der Kneipe.
    "Verdeckte Ermittlungen" => Nicht beschützen, ermitteln also. Nur was ermitteln?
    => Okay, hier mache ich Schluss. Du siehst: Mir wird der Auftrag nicht klar, und schnell schon gar nicht.

    Grüße,
    Chris

  13. #13
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    Hi zusammen,
    @Chris Stone

    Warum der (klar definierte) Auftrag für mich wichtig ist:
    Deine Protagonisten laufen in deinem Romananfang die ganze Zeit diesem Mädchen hinterher, weil sie einen (vermutlich) klar formulierten Auftrag haben. Ich, die Leserin, weiß aber nicht, wie dieser Auftrag aussieht und muss die ganze Zeit rumrätseln, was für ein Auftrag das sein kann - und kann mich daher diese ganze Zeit nicht richtig auf deine Geschichte (den Fortgang dieser) konzentrieren, mich nicht richtig darauf einlassen, weil ich den Ausgangspunkt der Geschichte halt nicht kenne.
    Wenn ich den Ausgangspunkt nicht kenne, kann ich mir auch keine Meinung zum Verhalten der Protagonisten bilden. Handeln sie ihren Auftrag entsprechend oder haben sie eine eigene Agenda? Sind sie also zuverlässig oder Querköpfe? Die Beantwortung dieser Frage würde Rückschlüsse auf den Auftraggebern zulassen. Usw.
    Ich verstehe deinen Standpunkt, aber ich stimme dir aus meiner eigenen Leseerfahrung nicht ganz zu Für mich als Leser wäre es am Anfang eines Romans tödlich langweilig, alles über die Situation, den Charakter, und ihre Beziehung zueinander der Protagonisten schon im ersten Kapitel auf einem Silbertablett präsentiert zu bekommen. Gerade ob sie zuverlässige Erzähler sind oder nicht, macht mir Spass selbst herauszufinden, während sich die Geschichte entwickelt.

    "Atmosphäre" ist schön, aber nicht das, was mich in einen Text zieht, egal ob KG oder Roman.
    Ich denke, da gehen einfach unsere Geschmäcker auseinander. Ich finde es super, dass du das anbringst, denn nur so kann ich meinen eigenen Ansatz überdenken, auch wenn ich anderer Meinung bin

    Ich habe bis jetzt noch kein weiteres Feedback dazu bekommen, dass der Auftrag nicht klar ist. Bis dahin gehe ich erstmal davon aus, dass er doch einigermassen verständlich ist.
    Aber ich möchte sehr gerne auf deine Kritikpunkte eingehen.

    Jude und Dickins beschatten ein Mädchen, deren Vater annimmt, dass seine Tochter sich mit einem Liebhaber aus dem Staub machen will. Ich denke, das ist für den Anfang ausreichend:

    as Mädchen, Amelia Abernathy, unser derzeitiger Auftrag, war ein Geschöpf der Oberwelt, jung, verwöhnt, und von atemberaubender Schönheit. Hier unten war sie schlicht ein Opfer. Und dass sie in Begleitung eines unangenehmen Geschöpfs namens Jean Thompson war, machte die Sache nicht besser.
    und
    Lord Abernathy, Mitglied der Handelskammer, politisch einflussreich, und der Auftraggeber unserer Beschattungsmission – hätte allein die Information einen Herzinfarkt beschert.

    Wir selbst hatten natürlich keinen Kontakt zu dem Mann. Wie immer war die Anwaltskanzlei Sherehog & Leith unsere einzige Verbindung zu unserem Auftraggeber. Der besorgte Vater vermutete, sie plane mit ihrem heimlichen Geliebten, dem besagten Jean Thompson, durchzubrennen.
    Der Auftraggeber "hätte allein die Information einen Herzinfarkt beschert" => Sagt mir (zum Auftrag) nichts. Der Vater hätte, wenn ... Hat sie aber nicht, also irrelevant.
    Naja, doch, es sagt ja etwas über den Vater des Mädchens aus, nämlich dass er besorgt um sie ist, und es sagt etwas über die Situation aus in die das Mädchen sich begeben hat, sie scheint gefährlich zu sein. Ob das nun so ist oder nicht, muss sich herausstellen.

    "Verdeckte Ermittlungen" => Nicht beschützen, ermitteln also. Nur was ermitteln?
    Wieso schliesst sich das aus?

    "Ich vermutete mehr als nur eine verbotene Liebe" => Was vermutet sie und ist das relevant für den Auftrag?
    Wieso muss man sofort wissen, was sie vermutet? Wenn du von einer Situation, wie sie dir dargestellt worden ist, nicht überzeugt bist, heisst das automatisch dass du schon weisst was tatsächlich gespielt wird? Jude äussert ihren Zweifel, sonst nichts. Ist das relevant für den Auftrag? Vielleicht, vielleicht nicht. Kommt drauf an ob sie Recht hat, oder?

    "Ein hoffnungsvoller Bräutigam" "kaum überwachbar" => Sie sind dem Mädchen gefolgt, sie überwachen nicht den Bräutigam.
    Würde der Bräutigam sie mit in seine Kreise nehmen, und diese Kreise wären für Jude und Dickins nicht erreichbar, könnten sie auch ihr Beschattungsobjekt nicht mehr beobachten. Zudem ist es ja sicherlich relevant zu wissen, was der angebliche Liebhaber so treibt, mit dem das Mädchen angeblich durchbrennen will.

    "Der besorgte Vater vermutete, sie plane mit ihrem heimlichen Geliebten, dem besagten Jean Thompson, durchzubrennen." => Soso. Aber nun ist das Mädchen mit Jean außer Sichtweite. (Hinterausgang der Kneipe?) Die Protagonisten sollen also vermutlich nicht das "Durchbrennen" verhindern.
    Gerade verdeckte Ermittler können sich nicht an ihre "Beobachtungsobjekt" kleben, ohne dass es diesem recht schnell auffallen würde. Und Jude hat legitime Gründe, einem Kneipenbesuch und den für sie möglichen Folgen auszuweichen, wenn sie kann. Ausserdem geht niemand davon aus, dass das Mädchen genau in dieser Nacht mit ihrem "Liebhaber" durchbrennen will. Der Vater geht davon aus, dass sie es vorhaben könnte.

    Hm. Ich schätze wir zwei kommen da nicht ganz zusammen. Schade!

    Viele Grüße,

    Ardandwen
    @RinaWu

    Danke für dein Feedback! Ja, ich habe Upside Down gesehen und mochte den Film auch sehr Allerdings sind die beiden Welten hier tatsächlich nicht für einander sichtbar.

    Ja, der "Türstock" ... Danke fürs nachrecherchieren, ich war schon ganz verwirrt. Des is imma des, dass mia nia wissn wos ma nua bei uns sogt und wos neda

    Viele Grüße,

    Ardandwen
    @GoMusic

    Freut mich, dass es jetzt besser ist! Werde mich dann mal an Kapitel 2 machen.

    Viele Grüße,

    Ardandwen

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