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ManekiNeko

Es kann nicht alles einen roten Faden haben

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von am 05.01.2017 um 05:48 (44 Hits)
Wenn du weißt was ich meine wenn ich sage, dass du niemals überhaupt wissen wirst was du meinst zu wissen, dann weißt du was ich meine und dass du nichts weißt.

Gerade ohne nachzudenken eine Playlist angefasst, die aus Sicherheitsgründen, in einem genauso sicheren Verlies wie dem Gringotts aufgehoben hätte sein sollen - mein Beleid hier wem das Gringotts nicht bekannt ist.

Wieder in eine dieser melancholischen Phasen gefallen, alte Fragen neu gestellt, alte Texte neu gehört und trockene Augen besprenkelt, wie Hunde ihr Revier. Ein Meer aus emotionaler Pisse. Es stinkt, aber irgendwie erweckt die gelbe Farbe das Interesse sich diesem Stress auszusetzen - gelb ist nunmal eine schöne Farbe, auch wenn ich sie hasse und lieber bei weinrot und schwarz bleibe.

Kurzer Flashback:

Du rufst mich an, sprichst als wär es das Normalste für dich - ich, verkrampft, weiß nicht ob ich mich freuen oder enttäuscht sein soll. Du willst reden - worüber, sagst du aber nicht. Ich will dich nicht sehen, aber ich brauche wen zum reden - hoffe still dass du etwas sagen möchtest das meine Risse heilt. Ich sehe dich an, erinnere mich wie du dich an mich gelehnt hast, da nach deinen Bühnenauftritt. Ich bin gekommen um dich zu sehen; es war einige Jahre her. Ich frage mich warum du das getan hast, du solltest wissen wie schmerzhaft es war. Ich sehe dich an, bedeckt mit Schmuck und dein Haar so feuerrot wie damals noch. Ich wünschte du hättest einfach nur so dagesessen und deinen Mund nur nie geöffnet - ich hätte dich eine Weile lang angesehen und wäre dann wieder verschwunden. Als du deinen Mund öffnest wird mir wird klar dass ich einem Fehler begangen habe - du überschüttest mich mit Problemen, Dinge die dein Vater getan hat, Dinge die dein Freund tut, Dinge die dich allgemein stören. Mit jedem Wort steigt mein Desinteresse und auch ein kleiner Anflug von Zorn bleibt nicht aus. Du sagst ich wirke bleich, ich sage: "Es ist wieder passiert". Du schweigst und ich wünschte es wäre für immer.

Wir gehen und du entschuldigst dich wehmütig, aber es würde das letzte Mal sein dass ich dir mein Gehör schenkte.

Ich wache auf von meinen Flashback und schalte den Song ab. Werfe die CD in eine Ecke, ziehe die Jacke an und gehe. Draußen liegt Schnee, viel Schnee - so viel, dass man meinen könnte es liege kein Schnee, sondern Strukturen.

Hinten raus Richtung Industrie und Bahngleise führt mich mein Weg, vorbei an den Pferden - sehe zu wie die Wolken sich formen und denke - an dich.

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Aktualisiert: 05.01.2017 um 15:37 von ManekiNeko

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